Miniheizung mit Leuchteffekt
07.10.2010 | 13:33 Uhr 2010-10-07T13:33:00+0200
Essen.Ausverkauft: Dellwiger Ingenieurgemeinschaft IgH verkaufte 4000 glühbirnenähnliche Heizkörper. Elektrische Widerstandskunst zur Klimadebatte.
Heiß wird sie schnell, die elektrische Miniheizung „Heatball“ (zu deutsch: Heizkugel). Weil die Heizung klein ist, kann man damit aber höchstens seine Hände wärmen. Nebenbei strahlt der Glühdraht des birnenförmigen Geräts auch noch hell, aber das nur nebenbei. Helligkeit ist schließlich nur ein Abfallprodukt betont Diplom-Ingenieur Siegfried Rotthäuser, der mit Kollegen der Ingenieurgemeinschaft IgH den Verkaufsschlager entwickelte.
Seit September dürfen Händler keine Glühbirnen mit einer Leistung von mehr als 60 Watt verkaufen. Mit der zweiten Stufe des EU-Glühlampenverbots kann man 75 Watt Glühbirnen höchstens – illegalerweise – unterm Ladentisch kaufen. Beim Händler nachfragen kann jedenfalls nicht schaden. Bereits seit einem Jahr gilt das Verkaufsverbot für klare Glühbirnen mit 100 Watt sowie für alle matten Lampen. Ab 1. September 2011 verschwinden Glühbirnen mit 60 Watt vom Markt. In der letzten Verbotsstufe, gültig ab 1. September 2012, werden Lampen mit 40 und 25 Watt erfasst.
„Seit letzter Woche sind wir ausverkauft“, sagt der 49-Jährige. Dass die Aktionskunst zum EU-Glühlampenverbot derart einschlägt, hat der gebürtige Frintroper nicht gedacht, als er aus einer Blödelei heraus die EU-Verordnung unter die Lupe nahm. „Dort wird definiert, dass eine Lampe zur Erzeugung sichtbaren Lichts gedacht ist“, erklärt Rotthäuser. „Weil eine Glühbirne aber 95 Prozent des zugeführten Stroms in Wärme umsetzt, ist sie viel eher eine Heizung.“
Rasch entstand ein Konzept für die Glühbirnen-Heizung (www.heatball.de). Im März lieferte die chinesische Firma, die sonst Lampen für Ampelanlagen fertigt, 4000 Heatballs zu 75 und 100 Watt nach Dellwig. Sie gingen als „Kleinheiz-elemente“ durch den Zoll und für 1,69 Euro das Stück in den Verkauf (pro Stück flossen je 30 Cent in ein Regenwaldprojekt). Ein halbes Jahr später sind sie ausverkauft und hinterlassen ein überschaubares Verlustgeschäft für den ehemaligen Don-Bosco-Schüler.
„Wir sehen das als Widerstandskunst gegen eine hirnrissige Reglementierung“, sagt Rotthäuser. Generell entfiele nur gut zehn Prozent des elek-trischen Stroms auf Beleuchtungszwecke. Davon mache die Glühbirne nur einen kleinen Teil aus. Der Gewinn für den Klimaschutz sei verschwindend gering. Ein Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs hätte mehr gebracht.
Ob es zur Heatball-Neuauflage kommt, ist ungewiss. Viele Verbraucher würde das freuen, auch wenn sie die Miniheizung als Lampe zweckentfremden wollen. Peter Bachmann vom Fachgeschäft „Licht mit System“ kennt das Problem: „Mit Energiesparlampen kann man eben nicht alle Glühbirnen ersetzen.“ Betroffen seien zwar eher Spezialleuchter, wie italienische Fabrikate oder Theaterspiegel. Ein normales Problem sei aber, dass Energiesparlampen wegen des Zündgeräts im Fuß größer sind als Glühbirnen. Manche Sparbirne ragt nun schlichtweg aus dem Leuchter heraus. Doch nicht verzagen: Ein ums andere Mal findet das Fachgeschäft unter seinen 5000 Leuchtmitteln Abhilfe.
12:55
Wenn man dann noch bedenkt, das aus Umweltschutzgründen Quecksilber nicht mehr eingeführt werden darf, fragt man sich, wie teuer die Energiesparbirnen denn wohl in zwei Jahren sein werden. Letztendlich dienen die nur dazu, dass die Chemieindustrie das giftige Zeug über die Verbraucher entsorgen kann. In Flüsse verklappen ist verboten, Amalgamplomben will auch niemand mehr, aber in Kleinmengen in Haushalten zu verteilen, bringt sogar noch viel Geld. Und der Verbraucher: der soll gefälligst mit einer geplatzten Birne sachgemäß umgehen, dann ist es auch gaaaanz ungefährlich.
21:02
@1 von amo
Ich liebe diese Klugscheißerei. :-)
Dem Gesetzgeber ist es doch scheißegal, wieviel Geld wir für unseren Strom ausgeben.
Das ganze läuft doch unter dem Deckmäntelchen Klimaschutz. Tatsächlich gibt es Leute, dioe glauben, das Weltklima zu retten, wenn sie ihre Glühbirnen in den Müll schmeißen und stattdessen technische Wunderwerke mit Elektronik und jeder Menge Quecksilber einschrauben.
Und immer wieder wird beim Vergleich herkömmlicher Glühbirnen mit Enrgiesparlampen der Energieverbrauch bei der Herstellung un der Entsorgung nicht mitgerechnet.
09:20
Der Deutsche brauche Vorschriften, weil sein ökonomischer Sachstand auf dem Niveau eines Grundschülers ist.
Man meckert über hohe Strompreise, ist zu faul zum Anbieterwechsel, investiert nicht die rentabelste Technik und wundert sich dann, wenn es dem Gesetzgeber reicht und er ein Verbot macht.
Selbst Redakteure großerer Tageszeitungen schaffen es nicht, Investitionen und Kosten auseinander zu halten. Für manche macht es eben keinen Unterschied, ob (in einem Haushaltsjahr) das Geld für Strom oder eine Energiesparlampe ausgegeben wird. Funktionierende Lampen austauschen? Die tuns doch noch, und wenn sie kaputt gehen, dann kauft man die preisgünstigste, nicht die kostengünstigste.