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Mieträder - Metropolradruhr hat in Essen in die Überholspur gefunden

04.06.2012 | 06:00 Uhr
Mieträder - Metropolradruhr hat in Essen in die Überholspur gefunden
Foto: Sebastian Konopka

Essen.   Die Räder der Metropolradruhr waren im Mai im Dauertritt. 1538 Mal schwangen sich die Essener aufs Leihrad. Vor einem Jahr lag die Zahl in Essen noch bei 503 Fahrten. Jetzt sind mehr Standorte für die Radleihstationen geplant.

Essen zeigt sich sattelfest: Ganze 1538 Mal schwangen sich Radler im Mai auf eines der Räder, die „Metropolradruhr“ zwischen Karnap und Kettwig bereitstellt. Das ist die Bestmarke im Vergleich mit den anderen Ruhrgebietsstädten. Und eine Steigerung um knapp das Dreifache im Vergleich zum Vorjahr. „Im Mai 2011 lag die Zahl in Essen noch bei 503 Fahrten“, sagt Mareike Rauchhaus von „Nextbike“, der Gesellschaft hinter dem Verleihsystem .

Dazu dürfte neben dem Wetter auch die Kooperation mit der Evag beigetragen haben. Bus- und Bahnkunden können sich seit vier Wochen in den Servicestellen registrieren und die ersten 30 Minuten am Tag kostenlos in die Pedale treten. Auch einen Stammkundentarif für Abo-Kunden hält die Evag bereit (siehe Box). Der sich laut Verkehrsbetrieben großer Beliebtheit erfreut. Allerdings ohne zu sagen, wie viele Essener das Angebot tatsächlich nutzen.

Stadt ist einziger Dauerkunde

Der Erfolg gibt Schub. Derzeit stricken die Macher kräftig am Streckennetz und bauen die Zahl der Standorte aus. Von 34 Stationen soll das Metropolradnetz auf 60 bis Ende des Jahres wachsen. Momentan habe man 150 Fahrräder in der Stadt verteilt, so Rauchhaus, mit dem Ausbau „sollen es dann aber zwischen 300 und 400 werden“. Unter anderem seien zusätzliche Standorte in Borbeck, Rüttenscheid und Altendorf geplant.

Soviel Expansionsdrang will finanziert sein. Darum möchten sich die Fahrradverleiher verstärkt an Unternehmen wenden. Firmen baut Metropolradruhr bei Bedarf einen Fahrradständer mit zehn Rädern direkt vor die Haustür. Kostenpunkt: knackige 9990 Euro. Darin seien aber bis zu 100 Radcards enthalten, „mit denen man günstiger fährt“, sagt Nextbike-Vertriebler Sebastian Schlebusch.

Der Vertrag läuft über 24 Monate. „Bei einer Verlängerung werden aber keine 9990 Euro mehr fällig“, beruhigt Schlebusch. Allerdings behalte man sich das Recht vor, die Stationen wieder abzubauen, „je nach Traffic“. Soll heißen: liegt die Nutzungsquote unter 50 Prozent, verschwindet die Station wieder. Das sei aber „nicht zu erwarten“. Bislang ist nur die Essener Stadtverwaltung fester Kunde bei Metropolradruhr. Zu vergünstigten Konditionen. „Wir haben mit der Stadt einen Rahmenvertrag abgeschlossen“, so Schlebusch. „Die Mitarbeiter fahren in den ersten vier Stunden frei.“ Als Privatnutzer müsste man für die Freifahrt die Radcard Plus besitzen. Kostenpunkt: 8 Euro Anmeldegebühr und 8 Euro monatlich. Ab der fünften Stunde sind 50 Cent fällig.

Ob sich das vom Bund mit 1,7 Millionen Euro geförderte Projekt irgendwann rentiert, ist offen. „Es trägt sich noch nicht von selbst“, gibt Mareike Rauchhaus zu. „Dafür könnten wir eine Verdopplung in Essen schon gebrauchen.“

Metropolrad und Kosten

Normal: 8 Euro Anmeldung. Jede Stunde kostet 1 Euro; Radcard: 8 Euro Anmeldung, 8 Euro im Jahr und für jede Stunde 50 Cent; Radcard Plus: 8 Euro Anmeldung, 8 Euro monatlich, vier Stunden am Tag frei; Radcard Plus für Evag-Abo-Kunden: 5 Euro im Monat. Infos: www.metropolradruhr.de

Philipp Ortmann


Kommentare
04.06.2012
16:29
Mieträder - Metropolradruhr hat in Essen in die Überholspur gefunden
von pirast | #5

Luzi-aus-dirty-Do, lesen Sie nochmal. Das einzige, was Sie überlesen haben, ist das Wort und.

04.06.2012
14:22
Mieträder - Metropolradruhr hat in Essen in die Überholspur gefunden
von Lappschmier | #4

Lese ich das richtig?
Für schlappe 9990.- kann man sich eine Station mit 10 Rädern für 2 Jahre aufs Gelände stellen lassen und bekommt dafür 100 Cards und die Unsicherheit, dass Metropolrad die Station jederzeit wieder abbauen kann?!

Hört sich irgendwie ziemlich einseitig an ..

04.06.2012
12:09
Mieträder - Metropolradruhr hat in Essen in die Überholspur gefunden
von Luzi-aus-dirty-Do | #3

@ von Kernow
anscheinend aber nah genug um zu erkennen, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund beteiligt waren ?

oder hab ich da die Ironie überlesen ?

04.06.2012
08:06
Mieträder - Metropolradruhr hat in Essen in die Überholspur gefunden
von Kernow | #2

Die Idee mit diesen Fahrrädern ist wirklich gut. Aber...bei uns in Herne werden sowohl die Räder als auch das ganze Drumherum pausenlos beschädigt. Ich hatte die Gelegenheit, das zweimal zu beobachten. Leider war ich zu weit weg um die Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund beschreiben zu können.

Das ist der Pott...

1 Antwort
Mieträder - Metropolradruhr hat in Essen in die Überholspur gefunden
von nietnagel | #2-1

Das ist nicht der Pott, das ist genauso wie in vielen anderen deutschen Städten auch. In einigen Städten hat man solche Räder aus diesen Gründen wieder abgeschafft. Im Pott scheint es ja zur Zeit noch gut zu laufen.

04.06.2012
07:25
Mieträder - Metropolradruhr hat in Essen in die Überholspur gefunden
von larix | #1

Die ersten 30 Minuten frei gab es als EVAG/VRR Kunde schon länger. Man musste die Abo-Nummer über die Webseite mit angeben.

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