Mietpreisverfall auf der Kettwiger Straße
22.06.2010 | 11:24 Uhr 2010-06-22T11:24:00+0200
Essen.Die Traditions-Einkaufsmeile Kettwiger Straße lockt Billig-Anbieter und Fachhändler gleichermaßen an. Beide profitieren von den stark gefallenen Mieten. Doch wohin das führt, ist noch nicht klar.
45 Jahre alt geworden ist die Kettwiger Straße als Fußgängerzone in der vergangenen Woche – am 16. Juni 1965 verschwanden die Autos für immer. Das passt ganz gut zum derzeit massiven Wandel der Meile: Wäre die Kettwiger ein Mann, könnte man wohl getrost von einer „Midlife-Crisis“ sprechen...
Auf der Kettwiger Straße sind derzeit zwei Entwicklungen zu beobachten, die nur scheinbar gegensätzlich sind: Es kommen Billig-Anbieter, die große Flächen nutzen, und neue, kleine Spezialgeschäfte, die auf Laufkundschaft angewiesen sind, diese aber selbst kaum hervorbringen.
„Beide profitieren von den stark gefallenen Mieten“, erklärt Makler Eckhard Brockhoff. „Die einen brauchen viel Platz, die anderen haben die Möglichkeit, sich erstmals in Top-Lagen anzusiedeln.“
Selbst in 1a-Bereichen sind die Preise auf der Kettwiger Straße fast um die Hälfte zurückgegangen – etwa an der Porschekanzel. Dort kostete ein Top-Ladenlokal früher 39.000 Euro pro Monat. Jetzt sind’s 25.000.
Beispiel C&A: Der Leerstand an einer der exponiertesten Stellen auf der gesamten Meile ist seit 10. Juni vorübergehend behoben. Als Zwischenmieter eingezogen ist der Schuh-Filialist „Reno“, der in zwei Geschossen ein „Outlet“-Geschäft betreibt. „Reno“ behält sich ausdrücklich vor, aus dem Provisorium eventuell später eine richtige Niederlassung zu machen. Dann hoffentlich mit echter Inneneinrichtung und Außenwerbung – und ohne die billig wirkenden Poster und Flaggen.
„Das Provisorium ist besser als Leerstand“
„Das Provisorium ist besser als Leerstand, aber für die Kettwiger Straße keine Perspektive“, sagt Thomas Gardlo, stellv. Geschäftsleiter der Buchhandlung „Thalia“ im Baedeker-Haus. Vor zwei Jahren nannte sich das Traditionsgeschäft um, als Ende einer langen Reihe von Besitzerwechseln und Aufkäufen. „Uns geht’s gut“, betont Gardlo, „doch die Konkurrenz durchs neue Einkaufs-Center, die spüren wir.“ Garantierte Planungs-Sicherheit wie noch in den 1990er-Jahren gebe es heute aber nicht mehr. „Thalia“ könne sich mit „Sortimentstiefe und -breite als Service-Merkmale“ behaupten.
Das würde wohl auch „Thalias“ neuer Nachbar von sich behaupten, der ziemlich genau vor einem Jahr dort einzog, wo früher „Leder Langhardt“ residierte. „Walbusch“ bietet Bekleidung für ein „lebenserfahrenes Publikum“, wie Geschäftsführer Jürgen Kleine-Berkenbusch es formuliert. Im Fenster hängen „Trelegant“-Hemden ohne obersten Knopf oder „pflegeleichte Clubwesten“ in „Rauchblau“. „Essen funktioniert“, sagt Kleine-Berkenbusch. „Das Umfeld passt. Der Dom, das Baedeker-Haus – wir befinden uns als Traditionsunternehmen in guter Gesellschaft.“ Die Kettwiger sei „nach wie vor eine tolle Straße“ und „für unsere Kunden vorteilhafter als der Limbecker Platz.“
Das hört man im Rathaus gern: „Der Branchen-Mix muss stimmen. Die Stadt arbeitet daran mit, so gut wie sie kann“, sagt der im Büro des Oberbürgermeisters zuständige Referent Peter Allmang. Unterdessen steht offenbar fest, wer neuer Mieter neben dem Dom wird, wo früher erst „Sport Voswinkel“ und später „Wicky“ waren. Das Haus wurde abgerissen, das Bistum baut derzeit neu: Dem Vernehmen nach soll dort das Schuhhaus Deichmann einziehen. Immerhin: ein solider Mieter.
17:18
Die Kettwiger wird schon nicht unter gehen. Dafür sind noch zu viele attraktive Geschäfte und Cafés da, die es im großen LP nicht gibt. Der LP seinerseits hat nur schonungslos aufgedeckt, wo es auf der Kettwiger krankt. Größenteils sind es nämlich unattraktive Immobilien, die nun leer stehen. In schätzungsweise 2 Jahren wird die Entwicklung, die jetzt durch den LP ausgelöst wurde, abgeschlossen sein. Man wird sehen...
Zur Nordcity: Durch den symbolischen Verkauf des Parkhauses an der Rottstraße besteht nun die einmalige Chance, dem gesamten Viertel einen neuen Stempel aufzudrücken. Gut, dass die Stadt dies erkannt hat. Essener79 hat es schon gesagt: Gute Ansätze trotz kleiner Rückschläge sind gemacht. Zukünftig sollte hier der Einzelhandel nicht mehr im Vordergrund stehen.
16:18
Ist doch in Ordnung, wenn die Mieten fallen.
Dann ist es für neue Geschäfte lukrativer.
Dass der Vermieter mal Konkurenz bekommt, schaden nicht. Die Kettwiger Str. wurde in den letzten Jahren eh von der Stadt schon attraktiver gemacht. Lichtburg, VHS, Umbau Burgplatz, dafür haben die Vermieter nichts gezahlt.
15:46
@essener79:
Habe ich auch schon mal vor Monaten hier angemerkt, wenn man sich die Historie der Viehofer Str. anschaut, insbesondere nach dem Kriege, da hat dort der Bär gesteppt.
Eine Altstadt wäre sicher schön, leider hat der Krieg und die Nachkriegs-Betonwut nichts von übrig gelassen. Habe vor kurzem nochmal ein Buch aus den 70er/80er-Jahren in den Händen gehabt, die Entwicklung der Innenstadt von Essen mit dutzenden von Fotos, insbesondere die netten Bilder vom Bau des neuen Rathauses und der Porschekanzel, das war zwar damals hochschick, aber im Nachblick: Grausam, insbesondere wenn man an das alte Rathaus denkt.
Interessant zu sehen aber auch, wofür man damals noch Geld hatte, insbesondere für das höchste Rathaus der BRD.....
Aber egal: Und die Kettwiger? Schauen wir mal, wäre schade drum wenn die ganze Strasse den Bach runtergeht, aber bei den Hammermieten fällt mir gar nichts mehr zu ein.... Und wie auch schon mal gesagt: Den EURO kann man nur einmal ausgeben, und wenn die ganzen Geschäfte in den Limbecker hüpfen, hilft eine 2.Filiale in der Fussgängerzone auch nicht weiter, da muss man sich mal was anderes einfallen lassen. Vielleicht auch mal andere Wege beschreiten? Gastronomie, Kultur/Museen, Stadtparks, Das Wohnen in der Stadt wieder populär machen??!!
Man kann gespannt sein
15:06
ach ja hab den bierkönig vergessen.... um die kettwigerstr, muss man sich keine sorgen machen. alleine schon wegen dem hauptbahnhof wird das immer eine sehr gefragte adresse sein. und wenn sich da fachgeschäfte ansiedeln und der limbeckerplatz weiter das massen puplikum abfertigt viehofer ne altstadt wäre hätte man ein tolles angebot für jeder altersgruppe und für jeden geldbeutel.
jetzt bin ich mal auf die kritik die hier wieder kommt gespannt.
14:54
man kann doch nich maxloh mit der kettwigerstr...vergleichen, muhahahahahah maxloh oder duisburg der nächste witz..aaaahhhhhhh
ne,ne das tut der stadt auch auf eine weiße ganz gut die ladenlokal mieten in essen sind einfach krank... und gerade mittel und kleiner unternehmen haben durch die gefallenen mieten so auch eine chancen ihre ware in toplagen vermarkten. die kettwigerstr. wird nie ihren besondern flair verlieren, nur weil da jetzt auch mal geschäfte für den kleinern geldbeutel sich ansiedeln.
man sollte sich lieber mal gedanken um das nordviertel machen. (viehoferstr) brauchen wir da wirklich noch geschäfte???? man sollte da über nutzungs änderungen nachdenken. und dem beispiel düsseldorf, oder auch centro folgen. man sieht doch wie gut shoppen und gastronomie zusammen passt. und wir reden immer von einer großstadt essen. aber wo bitte ist anständiges gepflegtes nachtleben in dieser stadt???? ich könnte mir da eine art altstadt vorstellen. und so bekommt man dann auch das problem viertel nordstadt im griff. und es würde die stadt mit sicherheit mehr beleben. die anfänge sind doch schon gemacht, mit dem gop, essence,die bahlia, dem naked und mikatronik, turock oder dem alten cafe nord... jetzt noch puparsch und mupa umziehen. und zack siedeln sich da ganz schnell weitere lokale dieser art an. dazu ein paar fresstempel und zack hast du eine spass meile auch in essen.
14:18
Das die Kettwiger untergeht war doch klar, als der Limbecker Platz-Klotz gebaut wurde.
Handy-Läden, Billig-Bäcker, Wett-Büros etc. schmücken dann die legendäre Einkaufsmeile der Einkaufs- und SportStadt Essen.
13:39
An der Porschekanzel wird dann wohl die Frittenschmiede BK dort einziehen oder sich vergrößern, das Ladenlokal wird also nicht leerstehen.
13:38
Tta wenn ich im artikel lese pro monat 39000 euro miete-pardon ich rechne das gerade nochmal in DM um sind dies knapp 78000 DM miete.
jeden monat.
und das wahrscheinlich noch ohne strom und wasser.
frage mich was das für eine unternehmer sein muß der diese summe einnehmen soll.
wenn er nur 2 angesetellte hat müßte er pro monat so ca 55000 bis 65000 euro umsatz haben um seine kosten zu decken.
ob er da noch selber geld bei verdient hatfür sich selber zum leben) wage ich zu bezweifeln.
12:53
Wohin das führt? Man schaue sich Duisburg an,Besonders Marxloh!
12:49
Schön, dass sich Deichmann ansiedelt. aber noch eine Filialo? Oder gibt es dann wenige Meter weiter wieder eine prominente Leerfläche?