Mieter befürchten: Stadtwerke drehen Gas ab
15.11.2009 | 11:17 Uhr 2009-11-15T11:17:00+0100
Essen. Viele Essener haben Angst, dass im Winter ihre Heizung nicht mehr läuft. Grund ist ein an 75 000 Gas-Kunden verschickter Brief der Stadtwerke Essen, der zur Änderung der Verträge auffordert. Wer bis zum 20. November nicht unterschreibt, riskiert die Kündigung des günstigen Tarifs.
Mit 75 000 Briefen zur Änderung der Geschäftsgrundlage ihrer Verträge haben die Stadtwerke Essen bei ihren Privatkunden, die mit Gas ihre Wohnung heizen, eine erhebliche Unruhe ausgelöst. Die Bürger befürchten, in diesem Winter ohne wärmende Heizung da zu stehen.
Grund ist die unverhohlene Drohung der Stadtwerke in dem Massenschreiben: Wer die geänderten Geschäftsbedingungen bis zum 20. November 2009 nicht unterschreibe, dem könne der Gasliefervertrag gekündigt werden. Die Stadtwerke werden nun mit Anrufen, die Verbraucherzentrale mit Beschwerden überschwemmt. „Bei uns glühen die Drähte, es kann zu Wartezeiten am Telefon kommen”, gibt Stadtwerke-Sprecher Dirk Pomplun an - und beruhigt alle Stadtwerke-Kunden: „Wer nicht unterschreibt, dem drehen wir den Gashahn nicht ab, der steht nicht plötzlich in einer kalten Hütte.”
Ernst gemeinte Drohung
Allerdings bestätigt Pomplun, dass die briefliche Drohung durchaus ernst gemeint ist: „Wir schreiben diejenigen, die nicht unterschreiben, noch einmal an, am Ende müssen wir aber den Vertrag kündigen.” Gas werde dann weiterhin geliefert, aber nicht mehr zum günstigen „Klaro”-Tarif, sondern zum deutlich höheren Grundversorgungstarif. „Man muss uns verstehen: Wir sind rechtlich dazu gezwungen, weil wir sonst künftig ohne Änderung der Geschäftsbedingungen keine Preiserhöhungen mehr vornehmen könnten”, sagt Pomplun.
Hintergrund sind die Klagen von Verbrauchern gegen mehrere Preiserhöhungen der Gaswirtschaft, auch der Stadtwerke Essen. 2007 entschied das Landgericht, die Preisanpassungsklauseln seien nicht transparent genug und daher rechtlich nicht haltbar. Wie eine rechtlich einwandfreie Klausel jedoch auszusehen habe, sei laut Stadtwerke lange Zeit unklar geblieben. Jetzt habe der Bundesgerichtshof aber die Preiserhöhungklausel des Gasgrundversorgungsvertrages als Vorbild erklärt - und dementsprechend wollten die Stadtwerke nun die Verträge von über 75 000 Kunden rechtlich einwandfrei ändern.
Unglückliche Formulierung
Mittlerweile leuchtet auch den Stadtwerken ein, dass vor allem die Formulierungen im Brief unglücklich waren. „Sie mussten rechtlich einwandfrei sein, da konnten sie nicht freundlicher und verständlicher sein”, rechtfertigt Pomplun den Stil des Schreibens. „Dass das kein Normalsterblicher versteht, war uns klar.”
16:59
Der Bundesgerichtshof wird am 13. Januar 2010 über die Sammelklage gegen die Stadtwerke Essen AG verhandeln.
Grundsätzlich kann jedem Kunden nur geraten werden, die neuen Vertragsbedingungen nicht zu unterschreiben. Vor allem auch deshalb, weil mit der verlangten Rückantwort auch die aktuellen Preise der Stadtwerke Essen unwiderrufbar anerkannt werden sollen.
21:58
Jetzt ist die Veröffentlichung zur Preiserhöhung per 01.01.2010 auf den Seiten der Stadtwerke Essen wieder weg,
Was denn nun: ersteinmal abwarten bis alle unterschrieben haben und dann die Preise erhöhen oder doch keine Erhöhung.
Werd morgen einmal das ganze als PDF abspeichern.
Wenn ich als Kunde im Klaro-Online die geänderten Geschäftsbedingungen nicht unterschreibe soll nach Auskunft der Stadtwerke die Umstellung auf den Tarif zur Grundversorgung erfolgen.
Geht das überhaupt? Lt. Artikel in der WAZ von heute soll das doch erst nach Ablauf der Kündigungsfrist möglich sein. Können die Stadtwerke denn die Preise erhöhen mit der alten Klausel zur Preisanpassung?
Oder ist das dann erst nach 12 oder 24 Monaten möglich.
14:10
Also der Ratschlag des Verbraucherzentrale- Juristen heute in der WAZ-Pribntausgabe:
Nicht unterschreiben, sich von den Stadtwerken kündigen lassen, es gilt dann beine Frist 12 oder 24 Monaten, in dieser Zeit können die Stadtwerke, da ja dann noch die alten Vertrags-Bedingungen gelten, die Preise nicht erhöhen, also Preisgarantie für die Zeit der Kündigungsfrist...
Nerven bewahren und einen dicken Buckel machen, sollten die Stadtwerke dann falsch spielen, anderen Anbieter suchen, für meine 5000 bis 6000 kWh/p. a. ist lt. Verivox z. B. dieser 123-Anbieter u. andere günstiger als Klaro-online.
11:49
Preiserhöhung zum 01.01.2010 bei den Stadtwerken Essen ( siehe www.stadtwerke-essen.de) um ca 5%.
Deswegen die Eile
07:01
„Man muss uns verstehen: Wir sind rechtlich dazu gezwungen, weil wir sonst künftig ohne Änderung der Geschäftsbedingungen keine Preiserhöhungen mehr vornehmen könnten”, sagt Pomplun...
Noch mal lesen... und nochmal... und nochmal...
Gibt´s sowas wie den Satz des Jahres?
Dat isser !
15:45
Wir sind gar nicht im Klaro - Tarif und haben trotzdem das Schreiben bekommen .
Kann diese Zeitung mal mehr Klarheit schaffen als Verwirrung ?
11:44
Hallo #37 mein Vorschlag mal die Suchmaschine zu befragen müsste auch ihnen eigentlich die Augen öffnen.
Im Übrigen zahlen sie doch für Stadt Essen, nämlich über die Netzentgelte und über die Konzessionsabgabe, die muss auch Teldafax über den Netzbetreiber Stadtwerke Essen AG abführen.
Des Weiteren kann ich sie beruhigen, ich werde weder von den Stadtwerken gesponsert noch habe ich sonstige Verbindungen damit.
Ich bin amtlich anerkannter ausgebildeter neutraler Energieberater.
Sie sollten mal die Kommentare # 17 und # 35‚ genauer lesen und nicht nur in Polemik machen.
10:54
Leute laßt euch nicht erpressen sondern wechselt so schnell wie möglich den Anbieter
08:37
@37 Fuchsschwanz: Teldafax ist nur billiger mit 12 Monaten Vorauszahlung und 200 € Kaution, beides unverzinst. Das ist es nicht wert.
00:32
Gestern von einer Tochter des RWE ein Brief bekommen.
Inhalt:
Aufgrund der Weltwirtschaftskrise, (weniger Gas- und Stromverbrauch,) sind wie leider gezwungen, den Gaspreis um 7,8 Prozent und den Strompreis um 6,7 Prozent zu erhöhen.
Dieses hat bei ihnen eine Erhöhung von insgesamt 167,00 EURO/Jahr zu Folge.
Zum Glück habe ich den Anbieter über Verivox
schon vorab gekündigt.
Aber heute auf den Seiten von
VERIVOX das 31 Anbieter ihre Strom- und Gaspreise erhöhen.
Ist doch gut das unsere Politiker im Aufsichtsrat obiger Firma sitzen.
Der Ex-OB aus Dortmund, will ja jetzt als Politrentner weiterhin seine 220.000 EURO/Jahr kassieren. Er meint, dass er als Kurator, genug Sachverstand für die nächsten 3 Jahre mitbringt.
Dann wird der nächste Aifsichtsrat gewählt.
Quelle: WDR Regionalfernsehen.