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RWE-Stadion

Metalldiebe nehmen RWE-Stadion auseinander

24.05.2012 | 17:11 Uhr
Im Geord-Melches-Stadion geht der Abriss der Nordtribüne weiter. Die Baustelle zieht auch unangenehme Besucher an. Foto: Sebastian Konopka

Essen.   Der Abbruch des RWE-Stadions zieht nicht nur Fans an, die Andenken sammeln wollen: Unbekannte haben bereits rund 100 „Wellenbrecher“ abgesägt und mitgehen lassen. Jeder einzelne Wellenbrecher wiegt etwa 120 Kilogramm. Nun lässt die Grundstücksverwaltung Essen die abbruchreifen Tribünen bewachen.

Es waren bizarre Szenen, die sich am vergangenen Wochenende nach dem letzten Spiel im altehrwürdigen Georg-Melches-Stadion an der Hafenstraße abspielten. Fans, die sich Erinnerungsstücke sicherten wollten, demontierten weiße wie rote Sitzschalen, schraubten Werbebanden ab und zerlegten Tore. Der ein oder andere hatte nicht nur eine Schraubenzieher griffbereit, sonder gleich ein Flex im Gepäck, wundert sich Markus Kunze von der städtischen Grundstücksverwaltung GVE . Der Eigentümer des Stadions ließ die Fans gewähren, auch wenn mancher Souvenirjäger in den Augen der Verantwortlichen sicher ein wenig überzogen hatte.

Abriss des RWE-Stadions

Was sich aber seit Wochenbeginn im Stadion abspielt, schlägt laut Kunze dem Fass den Boden aus. Unbekannte haben etwa 100 so genannte „Wellenbrecher“ abgesägt und mitgehen lassen. Die Metallstangen sollen verhindern, dass auf einer vollbesetzten Tribüne Menschenmassen in Bewegung geraten. Jeder einzelne Wellenbrecher wiegt etwa 120 Kilogramm. Für den Transport müssen die Täter mit Lkw vorgefahren sein. Doch nicht nur im Schutze der Dunkelheit setzten Metalldiebe die Säge an, sondern am helllichten Tag, so Kunze. Als sich jemand fragte, wer denn da Hand angelegt hat, sei es schon zu spät gewesen, waren die Täter mit ihrer Beute schon wieder verschwunden.

Diebstahl verursachte bislang Schaden von 4000 Euro

Stadion-Webcam
Webcam zieht um

Den Baufortschritt am neuen Stadion an der Hafenstraße konnten Fans bislang im Internet über eine Webcam verfolgen. Die Kamera ist inzwischen offline. Da das Georg-Melches-Stadion bald abgerissen wird, bekommt sie einen neuen Platz. Dafür ausgeguckt hat die GVE die Gästetribüne der neuen Arena. Voraussichtlich Ende Mai soll die Kamera am Netz sein unter www.stadion-essen.de

Alles halb so wild, könnte man meinen, wird das Stadion doch abgerissen - hätte die GVE nicht mit dem beauftragten Abbruchunternehmen vereinbart, dass Verwertbares wie Altmetall mit den Abbruchkosten verrechnet wird. Auf 4000 Euro beziffert Kunze den wirtschaftlichen Schaden. Allein der Abriss der Nordtribüne schlägt mit 50 000 Euro zu Buche. Der Abbruch des Stadions dürfte bis zu einer halben Million kosten, soll sich aber refinanzieren, da der Untergrund mit Erdreich aufgefüllt wird. Eine Kippstelle bringt Geld.

Damit im Stadion nicht noch mehr gestohlen wird, selbst wenn es niet- und nagelfest ist, hat die GVE einen Wachdienst beauftragt, ungebetene Besucher erst gar nicht auf das Gelände zu lassen, ist es doch eine Baustelle. Und dort gilt: Betreten verboten! Die Abbrucharbeiten gehen derweil ihren Gang. Die Nordtribüne wird in der kommenden Woche geschleift, die Baustraße für die vierte Tribüne des neuen Stadions angelegt. RWE wird im Laufe des Juli umziehen, im Herbst sollen die Ost- und die Haupttribüne des Georg-Melches-Stadion abgerissen werden.

Was bis dahin noch zu gebrauchen ist, wollen die Sport- und Bäderbetriebe an anderer Stelle wiederverwenden, so Kunze. Die restlichen Schalensitze etwa sollen im Stadion am Uhlenkrug montiert werden - ganz ruhig liebe ETB-Fans - keine roten Sitze, nur die weißen.

Marcus Schymiczek

Kommentare
28.07.2012
17:59
Metalldiebe nehmen RWE-Stadion auseinander
von Lieber_nicht | #6

Schade, dass es nicht Wellenbrecher aus dem neuen Stadion waren :-((

24.05.2012
23:16
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #5

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

24.05.2012
22:29
# 2 / Rechnung
von Erbeck1 | #4

Solch einen Blödsinn mit fehlender Mathematik habe ich selten gelesen ! Der tüchtige EBE-GF beziffert den Schaden auf 4000 Euro und setzt dafür etwa 12 000 kg Metall an ( 33 Cent pro Kilo/Metall - Schwachsinn!). Nun überlasse ich mal dem Menschenverstand mit klarer Denke den Rest ! Die Rechnung : Der Scheitelpunkt dürfte bei einem Monaten und täglicher Bewachung von 2 Personen a 12 Stunden im Stundenverrechnungssatz von 20 Euro liegen - minus kann ich hier nicht erkennen . Sollte die Rechnung des GF aber mit 4000 stimmen , dann stimmen meine Zahlen mit Sicherheit nicht !

Nichtsdestotrotz wäre eine Bewchung rein aus "Verhinderungsgründen" angebracht gewesen - oder ?

24.05.2012
20:48
Metalldiebe nehmen RWE-Stadion auseinander
von nothdurft | #3

Nichts ist heute mehr sicher , selbst der Haufen meines Rottweilers wurde über Nacht gestohlen, ist getrocknet als Brennmaterial zu verwenden, ich schätze so in Richtung 3. Welt..BG+RO. Jetzt bewacht er nachts sein Häufchen.

24.05.2012
19:53
Metalldiebe nehmen RWE-Stadion auseinander
von marudka | #2

Da kann man ja nur grinsen, weiß doch ein jeder dass jede Art von Metall heute „Money“ bringt!! Nur die schlafmützige GVE hat nicht dran gedacht eine Securite zur Bewachung des Geländes zu engagieren.
Selbst Schuld ihr Schlafmützen, jetzt wo das Kind in den Brunnen gefallen ist wird sich die Bewachung des „Armutsstadions“ nicht mehr lohnen, da das wesentliche schon abgezweigt wurde. Ich könnte mich eigentlich nur kugeln vor lachen über so viel Dämlichkeit, nichts desto Trotz ist die ganze Sache eine Riesensauerei, also fangt das „Pack“.

24.05.2012
18:19
Metalldiebe nehmen RWE-Stadion auseinander
von ursulahick | #1

Heutzutage macht nicht mal vor Friedhöfen halt, wenn es um Metallgegenstände geht. Das Grab meiner Eltern wurde auch geplündert. Scheinbar bekommen die Diebe viel Geld dafür.

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Metalldiebe nehmen RWE-Stadion auseinander
Metalldiebe nehmen RWE-Stadion auseinander
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2012-05-24 17:11
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