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Messer verfehlte Herz nur knapp

11.07.2008 | 19:27 Uhr

35-Jähriger stach am Rüttenscheider Stern Rentnerin in die Brust, weil er sich durch seine Mitmenschen provoziert fühlte. Psychische Erkrankung. Nach der Verhaftung rief er: "Mama, Mama

Kurz vor dem Wochenende wollte sich das Rentnerpaar in einem Kaufhaus am Rüttenscheider Stern noch einen Einkaufsbummel gönnen. Doch der 25. Januar endete für den 81-Jährigen und seine 83-jährige Lebensgefährtin in einem wahren Albtraum. Ein 35-Jähriger schlug und trat das Paar. Dann griff er es einem Fleischermesser an. Er ohrfeigte den 81-Jährigen und stach mit dem Messer in die Brust der Rentnerin. Die Klinge verfehlte nur um Millimeter Herz und Lunge. Die Frau konnte nur aufgrund einer Notoperation gerettet werden. Vor der II. Strafkammer des Essener Landgerichts muss sich der 35-Jährige nun wegen versuchten Totschlags.

"Bei dem Angeklagten wurde eine paranoide Schizophrenie festgestellt. Da er weiter eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt, wird eine geschlossene Unterbringung beantragt", sagte Staatsanwältin Elke Hinterberg.

"Die Menschen haben mich durch ihr Kopfschütteln provoziert", sagte der Pizzabäcker, der bereits mit 16 Jahren sein Elternhaus in der Nähe von Neapel verließ und in New York, London und München sein Glück versuchte. "Es lief alles nicht nach meinen Vorstellungen und Wünschen", sagte der 35-Jährige, der Ende 2007 von München nach Essen übersiedelte. Bereits in der bayerischen Landeshauptstadt war er wegen ähnlicher Taten aufgefallen. "Seit 2006 fühlte ich mich durch die Menschen beobachtet, doch in Essen wollte ich endlich einen Neuanfang starten", sagte der geständige Angeklagte. Doch es blieb beim Versuch.

Nur vier Wochen nach seinem Umzug, am 23. Januar, griff er zwei Kunden in einem Waschsalon an der Klarastraße in Rüttenscheid an. "Ich habe ihn überhaupt nicht angeschaut. Er kam, hat mich getreten, geohrfeigt und mich mit einem Messer am Hals bedroht", so eine Zeugin. Zwei Tage später griff er das Rentnerpaar in Rüttenscheid an. Er wurde an Ort und Stelle verhaftet werden. Im Polizeiwagen habe er laut nach seiner "Mama, Mama" gerufen, erinnerte sich ein Polizeibeamter. Der Prozess wird am 16. Juli fortgesetzt.

Von Erol Kamisli

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