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Chef der Messe Essen will nun zum Angriff übergehen

22.01.2015 | 14:00 Uhr
Geschäftsführer der Messe Essen, Oliver P. Kuhrt.Foto: Knut Vahlensieck

Essen.  Oliver P. Kuhrt zieht nach einem Dienstjahr Bilanz. Im Interview erklärt er, warum auch die kleine Umbaulösung den erhofften Befreiungsschlag bringt und wie er die Messe auf Wirtschaftlichkeit trimmt.

Herr Kuhrt, Sie sind seit einem Jahr Messechef. Ihre Bilanz?

Oliver P. Kuhrt: Es war ein sehr intensives Jahr. Den Ausgang des Bürgerentscheides zum Messeumbau gleich zu Beginn meiner Essener Zeit hatte ich mir natürlich anders vorgestellt. Dieses einschneidende Ereignis hatte aber auch einen Vorteil: Es hat mich schnell an das Unternehmen herangebracht und mich mit dem Team zusammenwachsen lassen. 2014 würde ich dennoch als ein Jahr des Krisenmanagements bezeichnen.

Inwiefern?

Kuhrt: Nun, wir konnten nach dem Bürgerentscheid nicht erst mal den Kopf in den Sand stecken, sondern mussten schnell eine passende Lösung finden, um nicht noch mehr Vertrauen am Markt zu verlieren. Es ging klar um die Frage: Wie stellen wir sicher, dass uns in der Zwischenzeit keine weiteren Messen abwandern? Das war eine extrem fordernde Situation, weil wir wissen, wie unsere Wettbewerber solche Schwächemomente ausnutzen können. Die Verlängerung der „Schweißen und Schneiden“ bis 2033 hatte da eine sehr wichtige Signalwirkung.

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Der Träger der „Reifen“ geht 2018 mit einem eigenen Messeformat nach Köln, welche Messen waren noch auf dem Absprung?

Kuhrt: Unabhängig von unserer schwierigen Situation im letzten Jahr galt und gilt es, diese Überzeugungsarbeit für alle unsere Veranstaltungen zu leisten. Der Markt ist umkämpft, es kostet viel Zeit und Anstrengung, neue Messen zu gewinnen, man kann sie aber leider blitzschnell verlieren. Nun bewegen wir uns aber langsam wieder auf Augenhöhe mit anderen Messen.

Hätte man bei der Umbau-Planung nicht von vorn herein die kleine, günstigere Lösung suchen müssen? Das hätte Ihnen vieles erspart.

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Architektin Annette Heydorn erläutert beim Rundgang durch die Messe Essen die geplanten Umbaumaßnahmen.

Kuhrt: Natürlich hätten wir die ursprüngliche Lösung favorisiert. Für die aktuellen Pläne mussten wir viele Dinge über Bord werfen, die uns durchaus weh tun, wie zum Beispiel ein größerer Kongress-Bereich. Dennoch erfüllt die überarbeitete Lösung die wichtigsten Anforderungen unserer Aussteller, um die Messe fit für die Zukunft zu machen

Was bringt der Umbau wirtschaftlich für die Messe?

Kuhrt: Er sichert zunächst den Bestand. Eine Reihe von Veranstaltern hatte ja angekündigt, dass sie weggehen werden, wenn wir nichts tun. Aber Bestand wahren ist nur das eine. Wir wollen neue Formate entwickeln, aber auch bestehende Messen nach Essen holen. Dafür sind die neuen Hallen zwingend. Ich würde die Messe Essen im Westen gerne dorthin entwickeln, wo die Messe Nürnberg heute im Süden ist. Die Nürnberger müssen sich dort neben München und Stuttgart behaupten, wie wir uns in NRW neben Köln und Düsseldorf. Die Nürnberger haben es exzellent verstanden, internationale Fachmessen zu entwickeln und anzusiedeln. Wenn wir von der Zukunft in Essen reden, reden wir nicht immer von Großveranstaltungen, sondern auch von internationalen Fachmessen, zugeschnitten auf unsere Fläche.

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Bis die Messe umgebaut ist, dauert es aber noch eine geraume Zeit.

Kuhrt: Stimmt, wir haben noch einen Weg vor uns und dürfen in der Überzeugungsarbeit für unseren Messestandort nicht nachlassen. Aber da die Vorlaufzeiten für Veranstaltungen immer recht groß sind, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, aktiv in den Markt einzugreifen. Ich habe seinerzeit in Köln fünf Jahre daran gearbeitet, die Gamescom an den Rhein zu holen.

Die Messe Essen von oben

 

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Kommentare
22.01.2015
16:59
Chef der Messe Essen will nun zum Angriff übergehen
von michelino | #3

Das hört sich m.E. gut an, was Herr Kuhrt im Sinne führt. Vielleicht wäre es ja auch möglich, an messefreien Tagen Kongresse oder andere...
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Chef der Messe Essen will nun zum Angriff übergehen
Chef der Messe Essen will nun zum Angriff übergehen
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http://www.derwesten.de/staedte/essen/messe-chef-will-nun-zum-angriff-uebergehen-id10261500.html
2015-01-22 14:00
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