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NRZ-Bürgerbarometer 2012

Menschen in Essen haben Verständnis für die Sparpläne der Stadt

17.10.2012 | 11:00 Uhr
Menschen in Essen haben Verständnis für die Sparpläne der Stadt
Vom Sparkurs der Stadt Essen fühlt bislang jeder zweite Essener keinerlei Einschränkungen.Foto: Olaf Fuhrmann

Essen.   Wenn’s um die Stadtfinanzen geht, hält das NRZ-Bürgerbarometer Überraschendes parat: Jeder zweite Essener spürt bislang keinerlei Einschränkungen in seinem Alltag. Es scheint sogar ein weit verbreitetes Verständnis der Bürger dafür zu geben, den Gürtel, auch den eigenen, enger zu schnallen.

Sind das jetzt blühe Landschaften da draußen oder ist es die Brache nach einem Kahlschlag? Wohl keine Antwort hat uns beim repräsentativen NRZ-Bürgerbarometer so überrascht, wie die auf folgende Frage: „Essen hat sich einen strikten Sparkurs verordnet, um die Stadtfinanzen wieder in den Griff zu bekommen. Fühlen Sie sich dadurch in Ihrem Alltag eingeschränkt?“

Nahezu jeder zweite der 521 Befragten schüttelt da mit dem Kopf: „Nein, überhaupt nicht.“ Zählt man die 15 Prozent der nächst höheren Stufe dazu, kommt man auf eine Zwei-Drittel-Mehrheit derer, die Panikmeldungen aller Art mit einem Achselzucken parieren. Sparkurs? Welcher Sparkurs? Dabei liegt der Anteil derer, die sich durch Sparmaßnahmen eingeschränkt sehen, nördlich der A40 nur minimal höher als südlich der Autobahn.

Nur jeder 20. empfindet Einschränkungen als sehr deutlich

Auch zwischen Frauen und Männern gibt es keine bemerkenswerten Unterschiede, eher schon in den verschiedenen Altersgruppen: Am ehesten spürbar ist der Sparkurs für die 30- bis 39-Jährigen und die jeweils ältere und jüngere Dekade. Am ehesten unbeeindruckt zeigen sich die ganz Jungen (14 bis Jahre) und die Generation von 60 Jahren an aufwärts.

Von der anderen Seite betrachtet bedeutet das: Nur jeder 20. Essener (also 5 %) empfindet die Einschränkungen im eigenen Alltag als „sehr deutlich“, weitere neun Prozent immer noch als deutlich.

Weit verbreitetes Verständnis der Bürger

Wohlgemerkt: Das bedeutet ja noch keineswegs, dass die jeweils Befragten die entsprechenden Sparvorschläge rundheraus ablehnen. Schließlich geht mancher in der Politik davon aus, dass es ein weit verbreitetes Verständnis der Bürger dafür gibt, den Gürtel (auch den eigenen) enger schnallen zu müssen.

Und was sagt einer der schärfsten Kritiker des städtischen Sparkurses, der Altenessener Bürgerbegehrens-Initiator Patrik Köbele , zu den Umfrage-Ergebnissen? „Ich bin ehrlich gesagt nicht überrascht, denn die personellen Einsparungen wirken sich ja erst 2013 und 2014 richtig aus, dann wird es eng.“

Wir legen es uns auf Termin.

Wolfgang Kintscher

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Kommentare
17.10.2012
20:21
Menschen in Essen haben Verständnis für die Sparpläne der Stadt
von bloss-keine-Katsche | #2

Nun ja, die einseitige Berichterstattung der Medien tut ihr bestes, damit die Menschen nicht informiert werden.
Aber schon haben sich Gewerkschaften, kirchliche und weitere gesellschaftliche Gruppen aufgemacht Gerechtigkeit, Demokratie, Zukunft für dieses land zu schaffen!
UMFAIRTEILEN!
Genau wie in Griechenland und anderswo sind die leeren Haushaltskassen das Resultat der Gier der Reichen, die von korrupten Politikern gestillt werden!
OB Schröder oder Merkel, sie haben den Menschen genommen und den Reichen gegeben!
Das Steuersystem und Abgabenordnung muss wieder sozial gestaltet weden, denn das war schon mal viel besser in diesem Land!!
Und dann ist auch wieder ausreichend Geld für Kultur, Bildung und andere wichtige gesellschaftliche Aufgaben in den öffentlichen Kassen!!

1 Antwort
Menschen in Essen haben Verständnis für die Sparpläne der Stadt
von fuggerinessen | #2-1

Verständnis für Einsparungen bei den Stadtbediensteten habe ich immer. Verständnis für Wassergebühren-, Grundsteuer- und ähnliche Erhöhungen keine.

Ich verdiene nun einmal nicht diese luxuriösen Gehälter der Stadtbediensteten.

17.10.2012
14:36
Menschen in Essen haben Verständnis für die Sparpläne der Stadt
von AkaX | #1

Nein haben Sie nicht. Dafür müssten Sie verstehen warum gespart werden muss.
Anderenorts treiben wir geldbeträge in mrd höhe auf um andere Länder zu Finanzieren.

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