Mehr als ein Hauch von Internationalität
01.06.2008 | 18:47 Uhr 2008-06-01T18:47:12+0200THEATER. In der Casa präsentieren Schotten, Amerikaner und Essener Shakespeares "Sturm".
Wie soll man jungen Schauspielern ein Theaterstück aus dem 17. Jahrhundert nahebringen, ohne sie zu langweilen? Die gelungene Antwort auf diese Frage ist derzeit in der Casa zu sehen. Schauspielschüler von der Folkwangschule in Werden, sowie aus Glasgow und New York präsentieren ihre Interpretation von Shakespeares "Der Sturm" - zunächst getrennt voneinander.
Am Wochenende stellten die Schüler aus Werden ihr Werk in deutscher Sprache vor. Auf eine aufwändige Kulisse wurde bewusst verzichtet. Das Leben des Zauberers Prospero und seiner Tochter Miranda auf einer Insel, lässt sich auch prima an einem Tisch erzählen, um den alle Schauspieler sitzen. Auch um den vorherigen Untergang des Schiffes zu spielen, braucht es keine Kulisse. Kostüme sucht der Zuschauer vergebens. Da es keine feste Rollenzuweisung bei den Schauspielern gibt, vermisst man auch keine Verkleidung. Das Ensemble überzeugt allein durch die Sprache und sorgt dafür, dass sich der Zuschauer in die Figuren versetzen kann. Mal mit dramatischer Stimme, wenn der Geist Ariel sein Unwesen treibt, mal verträumt, wenn Miranda zum ersten Mal einen anderen Mann sieht als ihren Vater und sich in den Jüngling verliebt. Auch die klassische Sprache Shakespears verschwindet teilweise bei der Interpretation der Schauspielschüler. Eine Mischung aus Klassik und Moderne, die gefällt.
Heute und morgen Abend sind die Schüler aus Glasgow zu sehen, bevor am Mittwoch und Donnerstag die Schüler aus New York ihre Interpretation von Shakespears' "Der Sturm" zeigen. Beide Aufführungen sind in englischer Sprache. Am Sonntag, 8. Juni, treten alle drei Schauspielschulen gemeinsam auf und präsentieren auf Deutsch und Englisch ihre "internationale Fassung", bei der alle Sprachbarrieren fallen sollen. (sea) Vorstellungsbeginn ist immer um 20 Uhr. Schon ab 19 Uhr gibt es im Foyer eine Einführung in das Stück. Karten gibt's unter Tel: 81 22 200.

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