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Mediziner aus Katar verschweigen gefährliches Coronavirus

26.11.2012 | 00:08 Uhr

Wegen akuten Lungenversagens eines Patienten schickten Mediziner aus Katar eine Behandlungsanfrage an die Essener Lungenfachklinik Ruhrlandklinik. Das Heidhauser Krankenhaus nahm den Mann am 24. Oktober auf. Dass die Ärzte in Katar jedoch den Verdacht hegten, der Mann könne am Coronavirus (Erreger der Lungenseuche Sars, an der 2007 mehr als 700 Menschen starben) erkrankt sein, verschwieg man den Essener Ärzten.

Dabei hatte man dem Mann bereits in Katar Sekretproben entnommen und diese zur Untersuchung an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) übersandt. Über die Gründe für das Schweigen ist in Essen nichts bekannt, wie Christine Harrell, Sprecherin der Essener Uniklinik, der die Ruhrlandklinik angehört, mitteilt.

Patient in die Reha verlegt

Fest steht: Erst einen Tag nach der vierwöchigen Behandlung in Essen, als der Patient bereits bei gutem Allgemeinzustand in die Reha entlassen worden war, informierte das Robert-Koch-Institut (RKI) die Essener Ärzte darüber, dass der Verdacht sich nach Untersuchung der aus Katar eingesandten Proben bestätigt hatte.

So war der Mann vom 24. Oktober bis zum 21. November in der Ruhrlandklinik behandelt worden, ohne dass das Personal Kenntnis von dem aggressiven Virus hatte, der zum schweren Atemnotsyndrom und akutem Nierenversagen führen kann. Dass das Klinikpersonal oder Mitpatienten sich während dieser Zeit mit dem gefährlichen Erreger infiziert haben, halten die Mediziner der Ruhrlandklinik jedoch für unwahrscheinlich. „Man geht bei der WHO bei einer Infektion mit einem Coronavirus von einer Inkubationszeit von zehn Tagen aus“, so Harrell. Der Mann sei jedoch erst am 19. Tag seiner Erkrankung nach Essen verlegt worden. „Einer vorsichtigen Einschätzung zufolge war der Patient zu dem Zeitpunkt nicht mehr oder nur noch schwach infektiös.“

Isoliert im Einzelzimmer

Während der Behandlung habe der Mann isoliert in einem Einzelzimmer der Intensivstation gelegen. „Kontakt zu anderen Patienten gab es nicht. Wir haben sämtliche Personen, die mit dem Patienten in Kontakt gekommen sind, umgehend und umfassend informiert. Bei keiner der mit dem Patienten in Kontakt getretenen Personen liegen Krankheitssymptome vor.“ Das Gesundheitsamt sei einbezogen worden.

Der Coronavirus war erstmals im September bei einem Patienten aus Katar festgestellt worden. Am Freitag hatte die die WHO mitgeteilt, dass sich sechs Verdachtsfälle auf das Coronavirus nach Labortests bestätigt hätte; zwei Fälle aus Katar, vier weitere aus Saudi Arabien.

Claudia Pospieszny


Kommentare
26.11.2012
11:24
Mediziner aus Katar verschweigen gefährliches Coronavirus
von flatulenz | #1

Wie soll man angemessen darauf reagieren?

Kann es sein, dass Katar islamisch geprägt ist?
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