Matthias Hauer neuer CDU-Vorsitzender

Er war zwölf Jahre lang Chef der Essener CDU. Er schmiedete damals das Bündnis mit den Grünen und später zudem mit der FDP und dem Essener Bürger Bündnis. Jetzt trat Franz-Josef Britz mit 67 Jahren von der Bühne ab — nach einer einstündigen Abschiedsrede und dann mit einem kurzen, fast dienerischen Nicken vor seinem Publikum, den Delegierten des Kreisparteitages. Ein Urgestein gibt den Stab weiter – an Matthias Hauer. Weil er dem Generationenwechsel nicht im Wege stehen will.

Und er nimmt gleich noch ein paar alte Wegbegleiter mit: Schatzmeister Bernhard Görgens, elf Jahre Chef der Stadtwerke, und seit Jahrzehnten im CDU-Parteivorstand. Der stellvertretende CDU-Chef Manfred Kuhmichel, zwölf Jahre allein in dieser Funktion, 22 Jahre lang Landtagsabgeordneter. Beisitzer Dieter Landskrone, Gründungsvorsitzender der CDA-Betriebsgruppe (Christliche Demokratische Arbeitnehmerschaft) im Essener Rathaus. Beisitzer Wilhelm Maas, langjähriger Ortsvorsitzender in Katernberg. Und Beisitzer Hans-Peter Huch, derzeit Vorsitzender des Umweltausschusses.

Einen derartigen Generationenwechsel in der Führungsebene hat es noch nicht gegeben, betonte Britz. Er selbst berichtete während seiner Zeit als CDU-Chef von „Höhen und Tiefen“ — von Wahlgewinnen im Rathaus bis zu Niederlagen bei den Landtagswahlen. Über die früheren Rathaus-Koalitionen mit Grünen und anderen sagte er: „Wir haben gezeigt, dass wir mit allen demokratischen Kräften im Rat zusammenarbeiten können“ – und auch bereit seien, „in schwierigen Zeiten Verantwortung zu übernehmen und nicht wegzuducken“. Das, so Britz, sei „das Markenzeichen der CDU“. Er mahnte, noch mehr zu tun, neuen Mitgliedern Foren zu bieten, damit diese sich engagieren. Und, wo auch immer, sich den Bürgern zu stellen. „Die Menschen können uns nur wahrnehmen, wenn wir unverwechselbar sind.“