Massenandrang beim zweiten Essener „Street Food Market“ blieb aus

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Nach dem Premieren-Erfolg im März lockte der „Schöne Alfred“ an der Frohnhauser Straße am zweiten Maisonntag mit der zweiten Auflage „Street Food Festivals“.

Essen.. „Street Food Festivals“ sind bundesweit absolut im Trend. Und Essen – nomen est omen - kocht und brutzelt sich im Ruhrgebiet in dieser Event-Kategorie an die Spitze. Nach dem Premieren-Erfolg im März lockte der „Schöne Alfred“ auf der Frohnhauser Straße am zweiten Maisonntag mit der zweiten Auflage. Zwar ist das internationale Gourmet-Spektakel passabel besucht, nur bleibt der erhoffte Massenandrang dieses Mal aus. „Offenbar haben viele lieber zuhause Muttertag gefeiert“, meint Juan Carlos Saenz, der französische „Quiche von Meisterhand“ feilbietet.

Die Zutaten zum „Street Food Market“ sind recht einfach: Man nehme möglichst viele und möglichst exotische Imbissstände aus aller Welt, eine charmante, halb-museale Industriekulisse mit dahinrostenden Rangierloks und aufgepeppten Krupp’schen Werkstätten, darüber lege man einen sanft dahinplätschernden, chilligen House-Sound wie am Strand von Ibiza: Und schon geht die „Snack’n’Roll“-Sause ab: hier der „Latin Burger“ (vom „Feinschmecker“ gelobt), dort der „Surf & Turf-Burger“ von Fish Art, hier Paella und dort peruanische Tamales (Mais-Pasteten mit Fleischfüllung im Bananenblatt).

Nicht sattessen, sondern möglichst viel probieren

„Cool“ finden die Studentinnen Eva Lewe und Maxi Gomez, was der „Schöne Alfred“ ihnen da auftischt. „Und das Publikum ist sympathisch“, sagen die angehenden Kunstwirte. Weil ihr Budget allerdings recht schmal bemessen ist, haben sie sich einen Burger geteilt. „Die Leute kommen nicht hierher, um sich satt zu essen, sondern um möglichst viel zu probieren“, findet der Mann vom Quiche-Wagen.

Street Food Und dazu besteht auf dem riesigen Areal reichlich Gelegenheit. Die ganze kulinarische Welt hat sich hier wie in einem kleinen Dorf versammelt: Hier die Mexikaner mit ihren Tacos, dort die Chinesen mit ihrem Wokmobil. Bei den meisten Köchen und Verkäufern in den Trucks und an den Ständen handelt es sich um Einwanderer, die den guten Geschmack ihrer Heimatküche mit nach Deutschland gebracht haben. Awa Kandji stammt aus dem Senegal und lebt in Wuppertal, Juan Carlos ist ein Peruaner aus Lima, der nach 30 Jahren in Solingen Wurzeln geschlagen hat, und Fabian Rossetto vom Paella-Stand ist ein Gelsenkirchener mit italienischem Vater.

Noch drei Street Food Markets in Essen 2015

Sebastian Niechciol (29) aus Essen ist leidenschaftlicher Hobbykoch und hat am Muttertag – natürlich – seine Mama eingeladen. „Wir haben sehr viele Leckereien probiert“, sagt er. Auch die Preise seien „okay“. Für anderthalb Stunden Schlemmen und Schlecken habe er vierzig Euro ausgegeben. Mutter Ute Rösen hat sich einige kulinarische Genussproben einpacken lassen. „Damit fahren wir jetzt zu meiner Mutter, es ist ja Muttertag.“