Markt-Parken erneut ausgebremst

Karnap..  Das Parken auf dem Karnaper Markt bleibt eine Hängepartie. Daran werden auch rund 300 Unterschriften nicht viel ändern, die die Karnaper SPD an zwei Samstagen gesammelt und nun Bezirksbürgermeister Hans-Wilhelm Zwiehoff (SPD) übergeben hat.

Denn die Bezirksvertretung (BV) V muss zustimmen, und dies hat sie auch nach der Beantwortung ihres höchst umfangreichen Fragenkatalogs zum Marktparken nicht getan. Rund 45 Minuten brauchte Ulrich Franzen vom Amt für Straßen und Verkehr in der vergangenen Sitzung der BV V, um sich durch 25 Antworten zu ackern. Ziemlich sicher sei die Tragfähigkeit des Unterbodens gegeben, auch Anliegerbeiträge gebe es nicht.

Alles klar für die Bezirksvertreter, nun zumindest einen Planungsauftrag an die Verwaltung zu verabschieden? Nicht ganz: „Der Bedarf vor Ort muss seriös geprüft werden. Wir bitten die Verwaltung um eine Erhebung zum Parkplatzbedarf“, formulierte die Karnaper Christdemokratin Stefanie Kölking stellvertretend für die Bezirksvertreter einen Antrag, der für die Stadtverwaltung wohl noch mehr Zeit und Arbeit bedeutet, als das vorangegangene Fragen-Paket. Die CDU arbeitet in der BV V mit der SPD zusammen. Die sagte: „Ich habe meine Zweifel, dass der Bedarf überhaupt so groß ist. Wir sollten erstmal abwarten, ob dort so ein Druck besteht“, so Bezirksbürgermeister Hans-Wilhelm Zwiehoff.

Große Zustimmung in Umfragenund sozialen Netzwerken

Die Befürworter schäumen. Der Karnaper Ratsherr Guido Reil (SPD) fühlt sich bei seinem Vorstoß, mehr Einkäufer in die Ortsmitte zu locken und den Parkdruck rund um den Rewe zu mildern, seit Anfang des Jahres von seinen Altenessener Genossen ausgebremst. Hintergrund ist der langjährige Konflikt der SPD nördlich und südlich des Kanals. Um die Parteikollegen in der BV V zu umfahren, hatte sich Reil Unterstützung im städtischen Planungsausschuss geholt. Starker Mitstreiter ist hier der Altenessener Ratsherr Uwe Kutzner (CDU), der mit seinen eigenen BV-Kollegen ein Hühnchen zu rupfen hat, nachdem diese Kutzner-Sohn Stefan aus der Bezirks-Fraktion geboxt hatten.

Zusätzlich funkt Reil und Co in Karnap auch noch das, vor Ort starke, Essener Bürgerbündnis (EBB) dazwischen. Das hatte, so ist zu vernehmen, bereits mit einem privaten Investor das Markt-Parken verhandelt, bis Reil dem EBB-Mann und Ratsherren Michael Schwamborn und Co mit seiner Parkidee dazwischen kam.

In der BV V brachte Gast Schwamborn seine Idee nun auf den Tisch. „Wir wollen, dass der Rewe-Investor die Parkplätze baut“, plädierte er für eine aufwendige Lösung, die nach seiner Aussage keine Rückvergütung für den Investor einschließe. Dass es von der BV V weder Zustimmung für die Reil-Idee – Kostenpunkt ein Eimer Farbe – noch Geld für einen aufwendigeren Ausbau geben werde, unterstrichen die Bezirksvertreter mehrfach.

Die Karnaper Bürger schauen weiter in die Röhre. Umfragen dieser Zeitung in Karnap und Diskussionen in sozialen Internet-Netzwerken zeigten große Zustimmung für das Marktparken.