Maria Nordman und ihr monumentales Tor zur neuen Wahrnehmung

Die Künstlerin Maria Nordman wurde bei der Neuenthüllung ihres restaurierten Werkes  von Schülern des Gymnasiums Werden unterstützt.
Die Künstlerin Maria Nordman wurde bei der Neuenthüllung ihres restaurierten Werkes von Schülern des Gymnasiums Werden unterstützt.
Foto: WAZ
Auf der  Werdener Brehminsel  wird eine Skulptur von Maria Nordman neu enthüllt. Initiative setzt sich für Erhalt der  Kunst  im öffentlichen Raum ein.

Essen.. Wer den Wind, das Wasser, die Luft und die Sonne zu den Mitspielern seiner Kunstwerke macht, der muss natürlich mit den Launen der Natur rechnen. Dass sich die Sonne gestern nicht an die Regieanweisung hielt und Punkt 12.22 Uhr wie vorgesehen im Zenit stehend ihre Strahlen auf die Werdener Brehminsel schickte, nahm die international renommierte Künstlerin Maria Nordman mit der ihr eigenen, heiteren Gelassenheit.

Immerhin strahlt ihr Kunstwerk „Insel Werden 1984 – heute“ nun wieder in frischem Glanz. Ein neuer Titel für eine schon lange in Essen beheimatete Arbeit, die über die Jahre ein wenig in Vergessenheit geraten war. Überzogen von Moos, Schmutz und Graffiti wurden die beiden Torbögen aus grob und fein bearbeitetem Basalt-Lava-Gestein zuletzt vor allem von Freizeitkickern registriert. In Fällen wie diesen tritt seit einiger Zeit die „Public Art Ruhr“-Initiative auf den Plan. Getragen von den RuhrKunstMuseen und finanziell unterstützt von der Brost-Stiftung, der Stiftung für Kunst und Kultur und der Ruhr Tourismus GmbH sorgt sie für die Restaurierung und Neuenthüllung markanter Kunst im öffentlichen Raum, aber nicht nur das. Mit der Aktion wünscht sich der Sprecher der Projektgruppe, Walter Smerling, auch eine neue Aufmerksamkeits-Offensive für die zahlreichen öffentlichen Kunstwerke in der Region. „Wir sagen Ruhrgebiet: Aber am liebsten würden wir doch über das Kunstgebiet zwischen Rhein und Ruhr sprechen“, findet er .

Schüler des Gymnasiums Werden begleiten die Kunst-Neuenthüllung

„Für die Ankommenden, getragen vom Rhein, von der Ruhr“ heißt anfangs auch die Arbeit der deutschstämmigen, seit Jahren in den USA lebenden documenta-Künstlerin Maria Nordman. Anfang der 1980er wurde das Werk intensiv diskutiert, fast ein Jahr lang wurde das Projekt erörtert, bis die beiden steinernen Bögen 1984 auf der Brehminsel ihren Platz fanden. Einer nördlich, einer südlich positioniert. Eingang und Ausgang, Anfang und Ende eines Wahrnehmungs- und Begegnungsraumes, eines Kommunikations-Ortes, zu dem für die 73-Jährige niemals allein die Kunst, sondern immer auch der Mensch, der Betrachter gehört.

Ihre Arbeit „La Primavera“ auf dem Welterbe Zollverein beispielsweise wird in jedem Frühling aufs Neue mit einem Fest ganz in Weiß eingeweiht. Für die Neuenthüllung und Umbenennung der Brehminsel-Skulptur bekam sie nun Unterstützung von Schülern des Gymnasiums Werden. Eigentlich hatten sich Livia, Anna, David und weitere Mitschüler des musischen Gymnasiums eine instrumentale Begleitung des feierlichen Moments überlegt. Wegen des schlechten Wetters wurde dann gestern daraus eine intensive akustische Einstimmung. Maria Nordman hat versprochen, bald wieder zu kommen.

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