Manipulierte Gebote
2012-09-11T18:32:00+0200
Das „Fahrtreppen-Kartell“ legte zwischen „1995 und 2003 Preise fest, teilte Märkte auf, manipulierte Gebote und tausche geschäftlich wichtige und vertrauliche Markt- und Unternehmensinformationen aus“, heißt es in einem Bericht des VRR. Nach über dreijährigen Ermittlungen verhängte die EU-Wettbewerbskommission eine Strafe von knapp einer Milliarde Euro. Was in der zur fraglichen Zeit wo genau in Essen zu kaum wettbewerbsfähigen Preisen eingebaut worden ist, konnte ein Sprecher des Verkehrsverbundes gestern nicht sagen.
Überrascht in die Röhre guckte die Stadt bereits Ende der 90er Jahre, als der letzte Mosaikstein des Essener U-Bahnnetzes deutliche Kratzer abbekam: Unter dem Verdacht des Betrugs im Zusammenhang mit dem damals 365 Millionen Mark teuren Ausbau der Nordstrecke ließ die Staatsanwaltschaft drei Manager von zwei der acht am U-Bahnbau beteiligten Unternehmen verhaften.
Abrechnungssumme von 365 Millionen Mark
Sie sollten bereits zu Beginn der 90er Jahre an verbotenen Preisabsprachen beteiligt gewesen sein, bevor die Essener Hochtief AG als federführendes Unternehmen einer Firmen-Arbeitsgemeinschaft von der Stadt den Zuschlag für das rund 2,4 Kilometer lange Baulos 34 zwischen dem Bahnhof Altenessen und der II. Schichtstraße erhielt.
Nachdem die Verfahren gegen die Manager durch Strafbefehle abgeschlossen worden waren, forderte Essen sein Geld zurück: Bei einer Abrechnungssumme von 365 Millionen Mark (rund 187 Mio. Euro) wären durch die im Bauvertrag verankerten drei Prozent Schadenspauschale eigentlich elf Millionen Mark fällig gewesen. Am Ende musste sich die Stadt mit 1,75 Millionen begnügen: aus mehrfachen Unterbrechungen im Vergabeverfahren leiteten Juristen keine hinreichende Schadenswahrscheinlichkeit ab, hieß es.
Zweifel gelten bis heute
Dabei stellte sich die schlechte Ahnung recht früh ein: Bereits 1989 hatten die Angebote der Firmen für Rätselraten in der Stadtverwaltung und der Politik gesorgt. Selbst der preiswerteste Bewerber war um die Hälfte teurer, als die Stadt in ihrer Kalkulation zuvor errechnet hatte. Horst Nickel, früherer SPD-Ratsherr und U-Bahn-Experte, lag so falsch nicht, als er formulierte: „Man kann Zweifel haben, ob der allgemeine Preisanstieg der alleinige Grund für diese extrem unterschiedlichen Kosten-Kalkulationen sind.“ Was damals treffend war, gilt offenbar bis heute.
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13:10
Mag sein das ich was verwechsel aber wenn es eine 10 jährige Verjährungsfrist gibt wieso ist es von Bedeutung das innerhalb der letzten 30 Jahre alle Gleise erneuert wurden.
Dann muss ich doch nur verdammt schnell schauen was vor 10 Jahren war damit ich die Frist einhalte. Clevererweise wenn man seinen Verwaltungsaufwand kennt reichen auch 9 Jahre weil man genau weiss das man zur Klagevorbereitung 1 Jahr benötigt.
07:51
# 1; #2 sehr richtig
und die Mitarbeiter sollten ´mal mit einem gewissen Mißtrauen an ihre Arbeit gehen. Es ist doch verwunderloich, wenn die Vertreter und Auftragnehmer alle immer "so nett" sind, oder? Wohlfühlkorruption!!
Die Verwaltungsmitarbeiter schein naiv bis zum abwinken .
19:05
Preiskartelle gibt es in allen Bereichen. Nur, die Behörde wird
nicht tätig.
Der Verbraucher wird über den Tisch gezogen und
kann es nur hinnehmen. Diese Aufsichtsbehörde muß in der Spitze
neu besetzt werden und darf keinerlei politischen Einflüssen ausgesetzt sein.
Ich bekomme den Eindruck, es ist so gewollt.
Ihr kostet auch nur Geld, schlaft weiter.
18:54
die evag wird immer dann wach,wenn der brummkreisel schon 3 dörfer weiter ist.