Malen wie die alten Ägypter

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Rellinghausen..  Enkau... Was? Bis vor sechs Jahren kannte Barbara Jorring den Begriff Enkaustik nicht. Seitdem malt sie in der Technik, die die alten Ägypter schon anwandten. Jetzt stellt sie einen Teil ihrer Werke im Blücherturm aus. Das hellblaue Gerät mit dem schwarzen Kabel in der Hand von Barbara Jorring sieht einem Miniatur-Bügeleisen zum Verwechseln ähnlich. „Das ist ein Mal-Eisen“, sagt die Borbeckerin. Für ihr künstlerisches Schaffen ist es unerlässlich. Die 54-Jährige malt in Enkaustik-Technik, einer Technik, die bereits die alten Ägypter vor 3200 Jahren kannten und anwandten. „Zum Beispiel auch bei Wandzeichnungen im Grab von Tutenchamun“, erzählt die Künstlerin.

Zurzeit läuft eine Ausstellung mit Werken von Barbara Jorring im Blücherturm, Am Stift 9. Dort zeigt Jorring sowohl Acryl- als auch Enkaustik-Arbeiten. Die Ausstellung geht bis 21. Juni, jeweils samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung unter 69 00 95 geöffnet.

Fürs Malen hat Barbara Jorring schon seit Kindesbeinen etwas übrig. „Im Kunstunterricht war ich immer sehr gut“, erzählt sie. Auf die vorchristliche Maltechnik kam sie allerdings viel später. Nachdem die 54-jährige frühere Arzthelferin nach einer Schaffenspause vor sechs Jahren wieder intensiver mit dem Malen begann, sah sie in einem Geschäft für Malbedarf erstmals ein Werk in dieser Technik. „Den Begriff hatte ich zuvor noch nie gehört. Ich war gleich begeistert und habe einen Kurs gemacht“, erzählt Barbara Jorring.

Die Technik ist eigentlich recht schnell erklärt. Mit dem erwärmten Mal-Eisen wird mit Hilfe von Wachsstiften die Farbe auf den jeweiligen Untergrund gebracht. Das kann Leinwand sein, aber ebenso auch Metall oder Holz. Bei den alten Ägyptern war die Technik nicht ganz ungefährlich, denn in die Mischung der Wachsfarben kam auch Arsen. „Daran sind einige gestorben“, sagt Barbara Jorring. Die Zeiten sind längst vorbei. Das Plus der Enkaustik-Technik ist geblieben: die Intensität der Farben.