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,Mahnmal der Nichtverständigung' Die Gemeinde

07.08.2007 | 16:41 Uhr

Türkisch-islamische Gemeinde lud zum Ortstermin auf das Gelände des geplanten Gemeindezentrums.Katholischer Integrationsbeauftragter: "Im Grundsatz unterstützen wir das"

Wenn es um das Minarett geht, gerät Oylar Saguner regelmäßig ins Schwärmen. "Das wird ein Kunstwerk. Wir verkleiden es mit Buchstaben in allen möglichen Sprachen. Als Mahnmal der Nichtverständigung." Der Architekt des geplanten islamischen Gemeindezentrums auf dem ehemaligen Böhmer-Gelände ist fest von einem Happy End für die Pläne der türkisch-islamischen Gemeinde Altendorf überzeugt. Nicht alle teilen seinen Optimismus.

Weil sie bei der Bürgerversammlung letzte Woche "Wissenslücken" und einen hohen Informationsbedarf der Anwohner ausgemacht hatte, lud die islamische Gemeinde gestern zum Ortstermin in das ehemalige Schuhlager. Im Frühjahr hat die Gemeinde das Gelände für offiziell noch nicht bestätigte 400 000 E gekauft und plant dort den Umbau der Halle zu einem größeren Ersatz für das derzeitige Gemeindezentrum an der Ecke Helenen-/Amixstraße (die WAZ berichtete). Insgesamt will die Gemeinde rund 1,2 Mio E in den Standort investieren.

Architekt Saguner berichtet von "vielen guten Gesprächen", doch in der Nachbarschaft bleiben Vorbehalte hörbar. Neben der Befürchtung, das Gemeindezentrum könne weitere Verkehrsbelastungen in den Stadtteil tragen, sorgt der dort geplante türkische Einzelhandel für Unruhe. Von einem "Supermarkt" ist immer wieder die Rede, obwohl Saguner mit vorgehaltener Bauzeichnung immer wieder zu zeigen versucht, dass nur ein sehr kleiner Teil des künftigen Gebäudes als Ladenfläche genutzt werden soll.

"Ganz normal" findet Volker Meißner, Integrationsreferent beim Bistum, eine Einbindung türkischen Einzelhandels in ein Gemeindezentrum. "Die Türken haben oft einen Supermarkt dabei - wie die polnischen Christen auch." Und im Grundsatz sei das Gemeindezentrum ein Spiegelbild des christlichen Gemeindelebens mit Kirche, Pfarrhaus und Gemeindehaus. Sogar die an der Hagenbeck geplanten Sportstätten finden eine Entsprechung in katholischen Traditionen. "Heute orientieren sich die katholischen Sportvereine auch eher an Sportanlagen als an Gemeindenzentren - aber denken sie an die DJKs früherer Prägung." Deshalb hat das Ruhrbistum zum Thema Moscheebau die Position bezogen: "Im Grundsatz unterstützen wir das. Die Provisorien der muslimischen Gemeinde werden umgewandelt in würdige Gebetsstätten."Seit 1975 hat die türkisch-islamische Gemeinde eine Heimat in Altendorf. Sie ist damit älter als die deutsche Ditib-Sammelbewegung, der sie sich 1979 anschloss. Seit 1984 sitzt die Gemeinde in einem ehemaligen Edeka-Markt an der Helenenstraße und sucht seit Jahren einen Standort für ein größeres Gemeindezentrum.

Von Kai Süselbeck

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