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Ludewig insolvent – Mitarbeiter erleichtert

24.01.2015 | 00:11 Uhr

Für die Mitarbeiter war es ein Schrecken mit Ende: Der alteingesessene Karosseriebetrieb Omnibus-Reparaturdienst Gebrüder Ludewig aus Huttrop hat Insolvenz angemeldet. Damit bestätigt sich das, was sich spätestens seit Herbst vergangenen Jahres andeutete: Das Unternehmen ist in wirtschaftlicher Schieflage. Der Fall hatte vor allem deshalb für Aufsehen gesorgt, weil Mitarbeiter immer wieder gegen ihren Chef vors Arbeitsgericht ziehen mussten, um ihren Lohn einzuklagen. Auf rund 100 summierte sich die Zahl der Klagen vor dem Arbeitsgericht im vorigen Jahr.

Auch wenn die berufliche Zukunft für viele der zuletzt 24 Mitarbeiter noch unklar ist, hätten die meisten erleichtert auf die Insolvenzanmelung reagiert, heißt es bei der IG Metall. Zumindest die Löhne für November, Dezember und Januar sind nun über das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur gesichert. Somit kommen auch die Mitarbeiter mit einem blauen Auge davon, deren Löhne noch ausstanden.

Das Amtsgericht bestellte zum vorläufigen Insolvenzverwalter den Essener Anwalt Peer Jung und erteilte ihm die volle Verfügungsgewalt über das Unternehmen. Es ist ein weiteres Indiz dafür, dass der bisherige Eigentümer und Geschäftsführer Johann H. mit der Leitung der Geschäfte wohl überfordert war. Johann H. ist HNO-Arzt und praktiziert in Münster. Der Ludewig-Betriebsrat hatte sich darüber beklagt, dass der Chef kaum noch im Unternehmen anwesend war. Wie Jung bestätigte, gab es seit 2008 keinerlei Jahresabschlüsse mehr. Er sprach von einer „Mammutaufgabe“, die Buchhaltung aufzuarbeiten. Auch Lohnabrechnungen hatte es zuletzt nicht mehr gegeben.

Viele Aufträge unwirtschaftlich

Das Unternehmen ist auf die Reparatur von Bussen und die Herstellung von Sonderaufbauten spezialisiert. Auftraggeber ist großteils die öffentliche Hand. Aus Sicht von Jung wurden in der Vergangenheit jedoch Aufträge zum Teil weit unter der Kostendeckung angenommen.

Im Moment versucht der Insolvenzverwalter den Betrieb am Laufen zu halten und die verbliebenen Aufträge abzuarbeiten. Für alle Mitarbeiter reicht die Arbeit nicht mehr, einem Teil wird zum Monatsende gekündigt. „Vielleicht finden wir einen Investor, der zumindest Teile des Geschäfts weiterführt“, meint er. Er schließt nicht aus, dass er auch gegen den Geschäftsführer Johann H. persönlich Haftungsansprüche geltend machen wird. Möglicherweise wird auch die Staatsanwaltschaft ein Auge auf den Fall werfen.

Janet Lindgens

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2015-01-24 00:11
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