Linken-Chef auf der Seite von ThyssenKrupp
22.10.2010 | 15:23 Uhr 2010-10-22T15:23:23+0200
Essen.Hans-Peter Leymann-Kurtz, Fraktionschef der Linken im Rat der Stadt, stellt sich bei der Bebauung der Fläche „Grüne Harfe“ auf die Seite von Thyssen Krupp. Das ist überraschend - war es bis vor kurzem noch Absicher der Linken, den Bau zu stoppen.
„Wir müssen nicht reflexhaft bei denen sein, die protestieren.“ Der das sagt, ist Hans-Peter Leymann-Kurtz, Fraktionschef der Linken im Rat der Stadt, und das Thema, um das es geht, ist die Bebauung der „Grünen Harfe“ in Heidhausen. Die Ackerfläche, die unter dem besonderen Schutz der Essener SPD, der Bürgerpartei EBB und Teilen der Grünen steht, ist Anlass für Zwist zwischen ThyssenKrupp und der Stadt. Der Konzern will hier auf eigenem Gelände Wohnhäuser bauen und weiß neben dem Regionalen Flächennutzungsplan auch die städtische Fachverwaltung, OB Reinhard Paß sowie CDU und FDP an seiner Seite - und vielleicht bald die Linken.
Das ist durchaus überraschend, zumal es bis vor kurzem noch erklärte Absicht der Linken war, den Bau zu stoppen. „Ich habe mir noch einmal angeschaut, was dafür und was dagegen spricht, und bin zu der Überzeugung gelangt, dass man hier doch Häuser bauen kann“, so Leymann-Kurtz gestern auf WAZ-Anfrage. Bei allem Verständnis für den Wunsch der Anwohner, ein freies Feld vor der Tür zu haben - dies könne für die Linke einfach nicht das Hauptargument sein. „Wir leben nun mal in einer Großstadt, und da muss es auch eine gewisse Veränderungsdynamik und Entwicklung geben dürfen.“
Der Linken-Chef ist sicher, dass in der fünfköpfigen Ratsfraktion ein bis zwei weitere Mitglieder seine Meinung teilen. Zwei allerdings, nämlich Gabriele Giesecke und Wolfgang Freye, kündigten schon an, aus Gründen des Landschaftsschutzes bei der alten Beschlusslage zu bleiben. Am Montag will die seit langem zerstrittene Fraktion versuchen, auf einen Nenner zu kommen. Wegen der beim Thema Grüne Harfe knappen Stimmenverhältnisse könnten die Linken bei einem möglichen Ratsvotum zum Zünglein an der Waage werden.
22:34
MariniNeuhaus , schrieb am 22.10.2010 um 17:17 Uhr. (Kommentar #2)
Es macht überhaupt keinen Sinn
den letzten Rest Natur in Essen
zu bebauen, die Häuser im
Friedrich-Küpper-Weg wollte
doch auch schon niemand haben
und sie waren ewig in der Vermarktung.
Sind sie noch !
Ich habe mich gerade davon überzeugt.
Wohnen in Heidhausen: Auch am Friedrich-Küpper-Weg ist noch (oder schon wieder) etwas frei:
Einfach mal diesem Link folgen
http://www.nestoria.de/immobilien/kaufen/heidhausen_heidhausen
MariniNeuhaus , schrieb weiter:
Potenzielle Häuslebauer müssen
in Heidhausen für alles und jedes
das Auto (oder eher die zwei Autos nutzen),
was den Umweltverträglichkeitsfaktor beim
besten Willen nicht verbessert und mit Kindern
echt anstrengend ist.
Auch die familienfreundlichen Häuser
in der Ruhrtalstraße sind nun über drei Jahre
in der Vermarktung, - Interesse null,
Ich kenne mich nicht darin aus, aber wenn das wirklich so ist, dann ist das ein wichtiges Faktum das bei der Entscheidung im Stadtrat am 27.10 berücksichtigt werden sollte.
MariniNeuhaus:
somit macht das Aufmachen einer weiteren
Großbaustelle wenig Sinn. Das Familien dort
zuziehen, macht schon gar keinen Sinn, weil ja
noch nicht einmal für die bereits vorhandenen
Kinder Betreuungs- oder Kindergartenplätze
vorhanden sind. Das Frustpotenzial für neue
GrüneHarfe-Bewohner ist vorprogrammiert,
Genau. Du baust Häuser und lockst Bewohner mit dem Versprechen im schönen Süden zu wohnen, um anschließend zu merken, dass die Infrastruktur nicht stimmt. Möglicherweise ziehen sie weg, was bleibt sind dann leerstehende Häuser, ... Bauruinen. Die Politik hat wirklich die Vedrantwortung diese größeren Zusammenhänge zu sehen. Das ist Stadtplanung.
18:04
Leymann-Kurtz abschließend: „Dieser Vorgang belegt erneut, wie unseriös das sogenannte Viererbündnis in wichtigen Fragen der Stadtpolitik agiert.“
Letzter Satz des gerade erwähnten Presseartikels. Auch hier der gleiche Tipp wie eben, unseriöser als Ihr sind andere Parteien auch nicht, also kehrt besser vor der eigenen Haustür.
17:51
Als Tiger gesprungen, als Bettvorleger gelandet. Überschrift eines Presseartikels der sog. Linksfraktion, also besser kann man/frau den Zustand der Bleimann-Furz- Fraktion nicht beschreiben. Kleiner Tipp: packt Euch mal an die eigene Nase.
17:48
@5
Herr Leymann-Kurtz hat mit dem Parteitag der Linken nichts zu tun.
L-K braucht das Vertrauen seiner Fraktion (das sind die Linken mit Mandat). Und da wird man demnächst diskutieren müssen was denn linker ist: dem bösen Konzern und Gewerbesteuerzahler Steine in den Weg zu legen oder dem Klassenfeind die Aussicht zu verbauen. Mein Vorschlag wäre, dem Bauherrn die Auflage zu machen, ohne Tür- und Fensteröffnungen zu bauen. Dann macht der Konzern Verlust UND die Reichen haben kein unbebautes Feld vor der Tür.
16:07
Wenn Herr Bleimann-Furz ein Linker ist, bin ich der Kaiser von China, oder besser von Frankreich.
Auf jeden Fall kann die Linke Essen ja sowieso nicht mehr ernst genommen werden, dass Kommunalwahlprogramm wird von einigen nun mal ständig mit Füßen getreten. Schlussfolgerung:
keine Macht für niemand, schon gar nicht für die Linke Essen.
01:32
Das Gelände muss bebaut werden. Das sind wir als Essener Thyssen-Krupp schuldig - basta!
11:32
Das hätte auch schwer verwundert, wenn Leymann-Kurtz sich nicht auf die Seite der Prominenz und des Geldes gestellt hätte.
10:21
Ehrlich gessagt, wir haben bis vor kurzem in einer Werkswohnung gewohnt - zwar etwas überaltet, dafür wunderschön gelegen, ruhig Wohngrünlage, gegenüber Wald, keine Autos, ruhig, freundliche Mieter, die selbst teilweise schon dreißig Jahre dort wohnten. Jetzt wurde die komplette Siedlung modernisiert.
Warum sollte Betriebe ihren Beschäftigten und Angehörigen nicht die Möglichkeit bieten, relativ preisgünstig in einer wünschenswerten und angenehmen Wohngegend zu wohnen. Leute, das ist Unternehmenskultur!! Zechen, Hütten, Großindustrien bieten dies - das ist Mitarbeiterbindung und eine soziale Mitarbeiterleistung.
Warum also wird das boykottiert?
Solange die dort bebauten Wohnungen und Häusern auch den Mitarbeitern von Thyssen dort zur Verfügung gestellt werden ist dagegen gar nichts einzuwenden - nur wenn der Bau werksfremden Zwecken dienen sollte - schade drum!
22:56
Der Herr ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten.
19:50
Die prostestierenden Herrschaften nehmen zwar gerne die von Thyssen-Krupp gesponserten Einrichtungen wie das Folkwang-Museum und die Philharmonie in Anspruch, aber ansonsten wollen sie mit nichts etwas zu tun haben. Das Argument mit der letzten zugebauten Freifläche ist einfach lächerlich. Gerade in Heidhausen gibt es Freiflächen ohne Ende. Das einzige stichhaltige Argument ist die Verkehrssituation in Werden. Wenn das aber so ist, dann hätten andere Projekte, z.B. in Fischlaken, auch nicht genehmigt werden dürfen.