Linke werfen CDU-Fraktionschef Kufen „Affront“ vor

Bei der Demo am vergangenen Sonntag in der Innenstadt waren der CDU etliche Mitmarschierer suspekt.
Bei der Demo am vergangenen Sonntag in der Innenstadt waren der CDU etliche Mitmarschierer suspekt.
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Was wir bereits wissen
CDU will künftig nicht mehr Seite an Seite mit Linksextremisten demonstrieren und regt eigene „Plattform der Demokraten“ an.

Essen..  Als „Affront“ haben die Essener Linken die Ankündigung von CDU-Fraktionschef Thomas Kufen bezeichnet, eine „Plattform der Demokraten“ zu gründen, in der die Themen Islamismus, Fremdenfeindlichkeit und Integration diskutiert werden sollen und die im Bedarfsfall auch Demos organisieren könnte. Damit will Kufen künftig verhindern, dass Christdemokraten sich wie vergangenen Sonntag in der Innenstadt „hinter Fahnen und Plakaten von Kommunisten und Linksextremisten einreihen müssen“, wie er der WAZ erklärte.

Die Linke und anderen Protagonisten von „Essen stellt sich quer“ gefällt das nicht. Es gelte, „Gedankenspiele über eine gegenseitige Ausgrenzung zu unterlassen“, forderte Linke-Ratsfrau Gabriele Giesecke. Bei der Vielzahl an beteiligten Organisationen, „müsste doch eigentlich jede die eine oder andere ,aushalten‘, die ihr nicht sonderlich nahesteht“. Eine „Ausgrenzung“ schade dem gemeinsamen Anliegen.

Linken-Kreissprecherin Sonja Neuhaus ergänzte dies mit einem scharfen Angriff gegen die CDU: Plattformen wie ,Essen stellt sich quer‘ „gab es bereits, als die CDU das Thema noch nicht für sich entdeckt hat, sondern zu denen gehörte, die selbst Vorurteile und Ressentiments gegen Zuwanderer schürte, und zum Teil heute noch schürt“, so Neuhaus. „Deshalb ist es unredlich, wenn die CDU sich jetzt als die besseren Demokraten darstellen will.“ Max Adelmann, Sprecher von „Essen stellt sich quer“ sagte, man sei „parteipolitisch neutral - jeder darf mitmachen“. Das gelte auch für DKP oder MLPD.

Der Katholikenrat in Essen signalisierte gleichwohl Interesse an der von der CDU angeregten Plattform.