Liederabend erinnert an Auschwitz

2015 jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 70. Mal. Zum Gedenken an die Opfer des Holocaust präsentieren die Aalto-Opernchormitglieder Michaela Sehrbrock (Gesang) und Marion Steingötter (Klavier) unter dem Titel „Wann wohl das Leid ein Ende hat“ am 27. Januar, 20 Uhr, im Café Central des Grillo-Theaters Lieder und Gedichte der jüdischen Schriftstellerin Ilse Weber.

Als die sudetendeutschen Gebiete 1938 von Deutschland annektiert werden, flüchtet Ilse Weber mit ihrem Mann Willi und dem jüngeren Sohn Tomás nach Prag; 1942 wird die Familie nach Theresienstadt deportiert. Ilse Weber schreibt dort Gedichte und Lieder, die den grausamen Alltag des Lagerlebens widerspiegeln: zarte, lyrische Trostgesänge oder kämpferische Aufrufe, die Hoffnung nicht zu verlieren. Kurz vor dem Abtransport nach Auschwitz gelingt es Willi Weber, die Texte seiner Frau im Boden eines Geräteschuppens zu vergraben. Ilse Weber und ihr Sohn werden 1944 in Auschwitz vergast, Willi Weber überlebt. Nach Kriegsende kann er die Texte seiner Frau in Sicherheit bringen.