Letzte Frist für Singscheider Hof

Der Singscheider Hof bleibt ein Thema im Bauordnungsamt.
Der Singscheider Hof bleibt ein Thema im Bauordnungsamt.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Stadt wartet seit einem Jahr und noch immer auf einen Bauantrag zur Legalisierung des Betriebes. Hofbetreiberin bat nun erneut um Aufschub.

Essen-Kupferdreh.. Hat der Pferdehof am Singscheider Weg eine Zukunft? Dies fragt sich die Stadt Essen und verschärft auf der Suche nach Antworten die Gangart. Anfangs noch im leichten Trab, scheint die Verwaltung ab sofort in den gestreckten Galopp verfallen zu wollen, wenn es darum geht zu klären, ob der Hof wie bisher genutzt werden darf.

Nach Anwohnerbeschwerden über Belästigungen im Zusammenhang mit dem Betrieb des Pferdehofes an der Singscheider Höhe hat das Amt für Stadtplanung und Bauordnung ein ordnungsbehördliches Verfahren mit dem Ziel der Nutzungsuntersagung eingeleitet. Die Gründe dafür sind vielfältig: Sowohl die Errichtung diverser baulicher Anlagen, beispielsweise Ställe, Unterstände, Zäune, Parkflächen, Reitplatz, aber auch Mistlagerflächen, als auch die Nutzungsänderung und die Versiegelung von Flächen seien ohne die erforderliche baurechtliche Genehmigung erfolgt.

Hofbetreiberin Bettina Hagemann gibt sich überrascht: „Von einem solchen Verfahren weiß ich nichts.“ Zwar sei sie von der Stadt angeschrieben worden, mit der Maßgabe, dass etwas passieren muss, „doch darauf hin habe ich auch mit allen Ämtern gesprochen.“ Der Auflage des Umweltamtes, den hinter der Scheune gelagerten Pferdemist zu entsorgen, sei sie schon vor knapp einem Jahr umgehend nachgekommen. Und auch auf die Anordnung der Unteren Landschaftsbehörde, das Abspritzen der Pferde mit Wasser auf öffentlichen Wegen einzustellen, habe sie reagiert. „Ich habe im August 2014 eine Wasserrinne auf dem Hof anlegen lassen, damit das Abwasser auf dem Gelände bleibt.“

Stadt wartet auf Vorlage eines Bauantrages

Blieben also noch die baurechtlichen Genehmigungen für einen Reitplatz, diverse Zäune und weitere Bauten. In dieser Hinsicht wartet die Stadt noch immer auf die Vorlage eines Bauantrages zur Legalisierung des Betriebes. Stadtsprecherin Nicole Mause: „Die erste Aufforderung sich zu erklären, ging schon vor einem Jahr raus. Damit begann auch das ordnungsbehördliche Verfahren. Zwar hat die Betreiberin den Antrag angekündigt, bat jedoch nach unserer erneuten Aufforderung Anfang Januar 2015 um eine Fristverlängerung, ohne ein konkretes Datum zu nennen. Am 8. Februar teilten wir ihr mit, dass dies nicht möglich ist.“

Nun erwarte die Stadt, auch im Interesse der Betreiberin, „unverzüglich“ die Vorlage des besagten Bauantrages.

Bettina Hagemann beruft sich indes auf die diverse Abstimmungsgespräche mit den beteiligten Ämtern. „Der Antrag steckt mitten in der Bearbeitung einer von mir beauftragten Architektin und auch eines Landschaftsplaners.“ Im März dieses Jahres sei ein weiterer Ortstermin mit der Unteren Landschaftsbehörde vereinbart.

Schließung und Bußgeld droht

Dies kann Stadtsprecherin Nicole Mause nicht bestätigen. „Die Untere Landschaftsbehörde weiß nichts von einem solchen Termin. Zudem kann diese Behörde auch gar keinen Aufschub für ein baurechtliches Verfahren aussprechen. Das sind zwei völlig unterschiedliche Baustellen.“ Generell wolle die Stadt einem Konzept nicht im Wege stehen, „doch auch unsere Geduld hat Grenzen“, wie Nicole Mause betont.

Sollte ein entsprechender, prüffähiger Antrag nun nicht schnellstens eingehen, werde die Bauaufsichtsbehörde umgehend die angekündigte Ordnungsverfügung zur Nutzungsuntersagung erlassen. Im Klartext bedeutet dies: Die Stadt macht den Hof dicht – mit allen Konsequenzen. Ein Bußgeld gehe mit einer solchen Maßnahme nicht automatisch einher. Ein solches sei dennoch nicht ausgeschlossen. „Dies ist dann jedoch ein anderes Verfahren“, erklärt Stadtsprecherin Mause.

Nun erreichte die Stadt ein Fax von Bettina Hagemann: Darin bittet sie um einen erneuten Aufschub bis zum 20. April. Ob dieser gewährt wird, muss eine erneute Prüfung der Stadt zeigen.