Leiter der Essener Feuerwehr sieht nach Silvester-Nacht Verrohung der Gesellschaft
02.01.2013 | 18:19 Uhr 2013-01-02T18:19:00+0100
Essen. Das Resümee der Essener Feuerwehr zur Silvesternacht ist alarmierend: Die Retter der Feuerwehr und ihre Fahrzeuge wurden gezielt mit Feuerwerkskörpern beworfen. Der Leiter der Essener Feuerwehr sieht eine Verrohung der Gesellschaft. Doch er warnt auch vor Aktionismus und medialer Aufbauschung.
Dass die Silvesternacht seit jeher für die örtliche Feuerwehr eine besondere Einsatzzeit ist, das weiß Ulrich Bogdahn. „Schon vor rund 20 Jahren war das eine Spießrutenfahrt für Rettungs- und Löschfahrzeuge inmitten von feiernden, Knaller werfenden Menschen“, erinnert sich der Leiter der Essener Feuerwehr an seine Zeit als Wachabteilungsleiter. Die Pyrotechnik-Freunde nahmen die Helfer damals nicht absichtlich ins Visier.
Was seine Mitarbeiter nun aber zum Jahreswechsel 2012/2013 erlebten, dürfte auch er als eine neue Qualität empfinden: Laut Neujahrs-Resümee der Essener Wehr wurden Fahrzeuge und Einsatzkräfte gezielt mit Feuerwerkskörpern beworfen und sie so in ihrer Rettungsarbeit behindert. Ein Feuerwehrmann etwa, der von einer Drehleiter aus einen Zimmerbrand bekämpfte, wäre beinahe bei einer Raketen-Attacke getroffen worden.
"Ich sehe leider eine Verrohung der Gesellschaft"

Die Essener Feuerwehr sieht eine Verrohung der Gesellschaft : Die Retter der Feuerwehr und ihre Fahrzeuge wurden zu Silvester gezielt mit Feuerwerkskörpern beworfen. Ihre Meinung dazu?
„Ich sehe leider eine Verrohung der Gesellschaft“, meint Ulrich Bogdahn. Mangelnde Wertschätzung gegenüber seinen Mitarbeitern sieht er nicht als Ursache, sondern: „Der Respekt vor der Aufgabe, die wir leisten, ist extrem gesunken.“ In solchen Fällen müsse sich der verantwortliche Einsatzleiter Gedanken machen, auch mit der möglichen Folge, die Arbeit angesichts der Gefahr zu unterbrechen. „Wir werden dann den Rückzug antreten“, sagt Bogdahn, warnt aber zugleich vor Aktionismus und medialer Aufbauschung: „Ich will aus einer Fliege keinen Elefanten machen.“
Man müsse sich auf veränderte Verhältnisse einstellen und umsichtig sein. Dazu gehöre, dass solche Vorfälle auch in der Einsatznachbesprechung thematisiert werden. In der Regel sei die Polizei bei den Einsätzen der Feuerwehr vor Ort, nur könnten die Beamten nicht während der Rettungsarbeit noch nach dem Täter suchen und Ermittlungen in einer Menschenmenge beginnen.
„Wir sind immer noch Helfer“, beschreibt der Feuerwehr-Chef seine Auffassung – trotz der Aggressivität , die den Rettern mancherorts entgegenschlägt. Emotional gehe das jedoch weder an den Kollegen noch an ihm vorbei: „Das ist für mich traurig, wenn so etwas passiert.“

05:31
Den online-Beitrag muss ich leider nichtmal bis zum fünften Satz lesen. In der Silvesternacht (und regelmässig schon sieben Tage vorher) wird dermaßen oft das Gehirn ausgeschaltet, so dass man wirklich sehr froh ist über vergleichsweise wenige Todesfälle.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, die wirklich massierte Ausschaltung von Gehirnzellen passiert regelmässig während der Heimkehr von der Silvesterfeier. Ich bin seit 1978 noch in keiner Silvesternacht ausserstande gewesen, den direkten Heimweg zu finden, und das auch in Verbindung mit "kein Feuerwerk nach 1 Uhr." Wo ich diese Disziplin her nehme? Nun, das muss an der Erziehung liegen, und damit müssen auch endlich mal die Eltern entlastet werden.
Erfolgreiche Erziehung hat viele Väter. Das ist nicht nur ein vielbemühtes Zitat, es ist seit bald 35 Jahren auch eine Erfahrung von mir. Also, bemühen wir uns doch ein wenig um nicht nur die eigenen Kinder.
16:56
ich stimme dieser Aussage voll und ganz zu.. es ist einfach traurig zu sehen, wie Menschen mit einander umgehen... schönen Tag noch
11:29
Herr Bogdahn, hat da leider vollkommen Recht, und dies nicht nur zur Silvester-Nacht.
Wer Freunde oder Bekannte bei der Polizei, dem DRK oder der Feuerwehr hat, der kennt die Geschichten.
Vor einigen Jahren mussten die Rettungssanitäter noch kein Pfefferspray mit sich führen um sich selbst schützen zu können, wohlgemerkt im Einsatz. Dies trifft auch die ehrenamtlichen Kräfte.
Manchen Leuten fehlt einfach der Respekt.
Es bedarf endlich mal einer Abkehr von der Kuscheljustiz, wer Gewalt ausüben will kann dies gerne im Steinbruch tun oder Gleise aufschottern so 12 Stunden am Tag, diese Strafen sollten für solche Schläger und Hooligans einmal wieder eingeführt werden. Da können diese dann mal monatelang richtig Luft ablassen bis die Schwielen platzen.
02:02
Verrohung ist immer die Vorstufe zum Bürgerkrieg.
22:40
@bernie44
Sie reden Blödsinn. Das deutsche Gesetz unterscheidet nicht nach Hautfarbe oder Rasse.
Das allerdings würde es tun, wenn Sie die Macht hätten und "Recht" sprechen müssten.
22:08
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18:33
nicht nur die jugend verkommt.
ich denke der verfall zieht sich durch alle altersklassen.
als ehemaliger rettungsdienstler kann ich nur sagen mit dicken strafen belegen und einfach mal die einsatz, sowie die schadenskosten tragen lassen. manche menschen brauchen halt erst was vor dem bug, damit die das denken beginnen
12:34
Es ist schon abstrus, womit die Respektlosigkeit in der Gesellschaft so alles begründet wird: Steuern, Politiker, Wirtschaft usw... - immer sind die anderen Schuld. Uns gehts in Deutschland so gut wie in keinem anderen Land der Welt (kein Krieg, Transfer u. Sozialsystem, medizinische Versorgung, jeden Morgen Nutellbrot usw usw usw). Nur was wir aus dem Wohlstand machen, ist das Problem:
Wir lassen uns von Respektlosigkeiten unterhalten - die Blagen gucken Dieter Bohlen, Richter Wurstgesicht, Mario Barth usw oder spielen Counterstrike. Natürlich nicht alle, aber das Massenblöd wird leider immer größer. Früher (jaja war alles besser, ist aber leider so) hat man die Sozialkompetenz beim Baumbudenbauen oder aufm Fußballplatz gelernt. Heute gibts sofort auf ****** "hast Du misch angeguckt, ode was?" ..... schöne neue Welt !
@Klapperstrauss
Ich stimme mit Ihnen 110 % überein. Besser hätte ich es nicht ausdrücken können.
Danke für diesen guten Kommentar !
11:01
Wir leben in einer Zeit voller Egoisten und Ignoranten.
Niemanden kümmert nichts! Ein Buch darüber wäre sicherlich ein Bestseller.
Aber warum wird denn jetzt nochmal darauf eingegangen, wenn Aktionismus und mediale Aufbauschung überflüssig sein soll.
10:01
Warum fällt es einigen Kommentatoren so schwer das zu akzeptieren?