Leipzig und die Viola - die roten Fäden im Neujahrskonzert

Beim 14. Neujahrskonzert in Haus Fuhr, ausgerichtet vom Förderverein der Evangelischen Kirche Werden und der Folkwang Universität der Künste, gedachte man der Opfer des Attentats in Paris. Das Adagio für sechs Bratschen, die Zugabe, wurde den Opfern gewidmet..

Dazu passend die Worte der biblischen Jahreslosung von Pfarrer Oliver Ruoß: „Nehmet einander an und auf“ - trotz aller Unterschiedlichkeit in der Herkunft, Hautfarbe und Religion. Und verwies damit auf das ehemalige Kutel-Gelände, in dem ab Jahresende 800 Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten untergebracht werden.

„Viola - die innere Stimme zwischen Höhen und Tiefen“ lautete der Titel des Konzertes. Besonders viel zu tun hat das Saiteninstrument bei Richard Wagner, der mit den ersten vier Takten der Eröffnung von Tristan und Isolde in musikalisches Erstaunen versetzte. Der Finne Jaako Laivuori, Viola, und die japanische Pianistin Yuri Usami, boten das Vorspiel zum ersten Aufzug dieses Werkes. Prägnant und markant hörbar die Elemente der norwegischen Volksmusik aus der c-Moll-Sonate von Edvard Grieg. Das „Allegro molto ed appassionato“ opulent in Klavierbegleitung von der Leipziger Violinistin Saskia Nigbur vorgetragen, verbreitete Lebensfreude.

Leipzig - ein roter Faden in diesem Konzert. Johann Sebastian Bach war dort ein Großer und Gareth Lubbe am Gewandhausorchester ein Bratschist, bevor er nach Werden kam. Ann-Sophie Cristea eröffnete das Konzert mit Bachs Suite Nr. 1. Hochtalentiert Violinistin Anna Maria Wünsch, die die Märchenbilder Robert Schumanns und das „Molto sostenuto“ aus Max Regers Suite für Bratsche erklingen ließ.

Bewundernswert das Duo von Teresa Westermann und Odysseas Lavaris in Frank Bridges - „Lament for Two Violas“. Deutlich erkennbar die Jazzausrichtung in Nikolai Kapustins Sonate, gezaubert von Lavaris und der Serbierin Iva Yovanovic am Klavier zum Abschluss.

Zur Unterstützung der Kirchenmusik in der Evangelischen Kirchengemeinde Werden wurde 1985 die „Stiftung für die kirchenmusikalische und kulturelle Arbeit der Evangelischen Kirchengemeinde Werden“ (Stiftung Kirchenmusik) eingerichtet. Der Erlös des Konzertes kommt der Stiftung zugute.