Landgericht Essen freut sich auf Neubau und Juristentag

Monika Anders freut sich auf den Neubau am Landgericht.
Monika Anders freut sich auf den Neubau am Landgericht.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Gute Zahlen, schnelle Verfahren und die Freude auf zwei Großprojekte: Die Präsidentin des Landgerichts Essen zieht Bilanz – und blickt nach vorn.

Essen.. Gestritten und geklagt wird gerne vor Gericht. Doch Monika Anders, Präsidentin des Essener Landgerichtes, zeigte sich am Donnerstag zufrieden. Sie sieht ihre Justizbehörde gut aufgestellt. Ob bei Straf- oder Zivilverfahren: Beide kommen schneller zum Abschluss als im Landesdurchschnitt von NRW.

War früher oft von immer mehr Arbeit bei Gericht berichtet worden, ist der Trend seit einigen Jahren rückläufig. Auch 2014, so Monika Anders in ihrer Jahrespressekonferenz, ist die Zahl der neuen Verfahren erneut „ein wenig“ zurückgegangen. „Das liegt vielleicht an einer veränderten Streitkultur“, vermutet sie. Andere Experten sehen dies auch als logische Konsequenz der abnehmenden Bevölkerungszahl.

Deutscher Juristentag im September 2016

Aktuell liegt das Augenmerk der Essener Justizangehörigen mehr auf zwei künftigen Ereignissen. Im ersten Quartal 2016 soll der Anbau an der Kortumstraße bezugsfertig sein. Für rund 27 Millionen Euro, so die Planung, wird dann der Neubau eines Saaltraktes für das Land- und Amtsgericht entstanden sein, in dem zusätzlich das bislang im Landessozialgericht untergebrachte Arbeitsgericht einziehen wird. 35 modern ausgestattete Sitzungssäle warten dann auf Prozesse. Die Optik des Gebäudes, dessen Fassade fast fertig ist, kommt bei der Präsidentin gut an: „Sehr ansehnlich, gut eingepasst in den Altbaubestand.“

Das zweite große Ereignis wird der Deutsche Juristentag im September 2016 sein. 2500 Juristen werden dann in der Messe tagen. Vor 50 Jahren kam der Juristenkongress zum letzten Mal nach Essen. Monika Anders freut sich nicht nur auf juristische Diskussionen, sondern sieht die Veranstaltung auch als große Chance für Essen und die Region. Anders: „Die 2500 Juristen werden begleitet von 1500 Menschen. Das ist die Chance für die Stadt, sich in ihrer ganzen Vielfalt zu präsentieren.“ Organisiert werden Teile der größten juristischen Fachtagung Europas vom Landgericht aus.

Bei so viel präsidialer Zufriedenheit gibt es auch ein Problemfeld. Für die Zusammenlegung der drei Essener Bewährungshilfen ist kein neuer Standort in Sicht. Als die Landgerichtsspitze im vergangenen Jahr ein Haus in Kray ausgewählt hatte, beschwerte sich der Personalrat über den Standort. Justizminister Thomas Kutschaty stoppte den Umzug deshalb. Seitdem sucht die Essener Justiz ein neues Gebäude.