Läuft die "zweite Stadt" ins Leere?
09.03.2009 | 21:25 Uhr 2009-03-09T21:25:28+0100KULTURHAUPTSTADT. 2010 sollte Zollverein unter Tage als Kunstraum erlebbar sein. Doch das Vorhaben wackelt mehr denn je.
Es gibt wohl nicht viel, womit man einem Millionen Dollar schweren saudi-arabischen Scheich entzücken könnte, aber dieser Trip in 1000 Meter Tiefe gehörte dazu: "Wir haben Öl gefunden", lachte Hani Yamani, als er eines Septembertags 2006 von Zollvereins 14. Sohle wieder zurück ans Tageslicht kam.
So wie dem Scheich dürfte wohl auch den Schimanskis von nebenan und vielen vielen anderen eine solche Zeitreise unter Tage gefallen - dorthin, wo in all den Bergbau-Jahrzehnten ein wahres Labyrinth von Stollen und Flözen entstand, ein planerisches Geflecht, fast so etwas wie eine "zweite Stadt".
Unter diesem Titel sollte die Welt unter Tage im Kulturhauptstadtjahr 2010 zugänglich gemacht werden - als spannend inszenierte Mischung aus Bergmannskitsch und Kunstreise, mit einer minutenlangen "Erlebnisfahrt" vom berühmten Doppelbock in den Abgrund, einer wenige hundert Meter langen, mit Kunst aufgeladenen Wanderung durch Stoppenbergs Unterwelt und dem glücklichen Auftauchen an Schacht 1/2/8, gleich neben dem Tanzzentrum Pact.
Doch neun Monate vor Beginn des Jahres 2010 ist "Die zweite Stadt" auf dem Programm der Kulturhaupstadt immer noch so unsichtbar, wie ihr englischer Titel "Invisible City" es nahelegt: Es fehlen mehrere Millionen Euro, um das Vorhaben - immerhin eins der Leitprojekte der Bewerbung - umzusetzen. Schon jetzt ist klar, dass die einst angekündigte Eröffnung im Januar 2010 nicht gehalten werden kann. Um die Gäste wenigstens im zweiten Halbjahr 2010 abwärts zu schicken, müsste im April das Okay kommen. Doch danach sieht es nicht aus.
14:50
Es wird mit Sicherheit alles Geld ausgegeben, was da ist und alles Geld ausgegeben , was nicht da ist.
So entstehen Erfolgsgeschichten wie ENTRY, Welt.Kultur.Erbe, Zollverein School of Design and Management, Designstadt, etc., etc..
21:51
funktioniert außer großmundigen Ankündigungen überhaupt was mit 2010?