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Lärm wie an der Autobahn

16.05.2007 | 04:04 Uhr

VERKEHR. Das Oberverwaltungericht hat entschieden: Es bleibt bei der Nachtflugregelung in Düsseldorf - und damit laut. Die NRZ hörte sich in Kettwig um.

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat die Klagen von sechs Städten - darunter auch Essen - und 14 Privatpersonen abgewiesen. Damit bleibt's dabei: Von 22 bis 23 Uhr dürfen am Düsseldorfer Flughafen mehr als 30 Maschinen landen. Es bleibt laut in der Einflugsschneise. Die NRZ hat sich in Kettwig umgehört.

"Eine Kastastrophe", findet Karin Aryus dieses Urteil. "Das ist teilweise so ähnlich wie Leben an der Autobahn." Seit drei Jahren wohnt die Mutter von zwei kleinen Jungen, Max (4) und Jan (3) in Essens Süden. "Wir gucken abends auf die Uhr und gehen erst ins Bett, wenn die aufhören zu fliegen." Sie macht sich vor allem Sorgen, dass "irgendwann mal ein Flieger abstürzt."

Gedanken wegen ihres Sohnes macht sich Claudia Schenk, die sich bei der Initiativer "Bürger gegen Fluglärm" immer über den neusten Stand informiert. Er sei sensibel und "schläft besser ein, wenn es nicht so laut ist." Die 41-Jährige, die seit 13 Jahren in Kettwig lebt, stört der Fluglärm besonders, wenn "ich mich im Sommer auf der Terrasse unterhalte. Da muss man dann das Gespräch unterbrechen." Wegziehen ist für Claudia Schenk aber keine Alternative.

Das sieht Ingrid Kamminga genauso, obwohl "ich mich freuen würde, wenn die nicht direkt über unser Haus fliegen würden", sagt sie und schaut in den Himmel, wo gerade wieder ein Flugzeug zur Landung ansetzt. Die 42-Jährige stört der Krach im Garten, aber: "Ich denke, wir wohnen trotzdem im Grünen und sehr schön. Außerdem fliegen wir selbst in den Urlaub."

Flugzeuge, Lärm - Werner Becker, der seit 24 Jahren in Kettwig zuhause ist, belästigt der Flugverkehr nicht. Im Gegenteil: Morgens klingelt um 6 Uhr der Radiowecker. "Meistens bin ich schon vorher wach und höre dann die Flugzeuge", erzählt der 68-Jährige. Und seine Frau? "Die stört es auch nicht, weil wir immer zur selben Zeit aufstehen und schlafen gehen."

Gebürtige Kettwigerin ist Birgitt Bugeja. Sie hat sie sich an den Flugverkehr gewöhnt. "Außerdem gibt's noch genug andere Lärmquellen", findet die 42-Jährige. In Kettwig sei es im Vergleich zu anderen Gebieten doch noch relativ leise, schätzt Bugeja und nimmt die lärmenden "Touristenbomber" mit Humor: "42 Jahre habe ich dem jetzt schon widerstanden und im Alter hört man doch sowieso weniger."

STEFANIE BERSIN

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