Kupferdreh lässt die Puppen tanzen

Kupferdreh..  Montag ist Schontag? Das mag schon mal stimmen, der Rosenmontag indes gehört sicherlich nicht dazu. Und die, die traditionell beim großen Umzug in Kupferdreh unterwegs sind, die lassen natürlich erst recht die Puppen tanzen. Weit vor Anstoß glich die Kupferdreher Straße bereits einem Meer kunterbunter Farben, und als dann noch ein, zwei S-Bahnen aus der Stadt und Steele einfuhren, wurde es richtig voll. Prächtige Stimmung, denn die Organisatoren um gar rührige Karnevalisten wie Gisela und Norbert Tüffers hatten offenbar wieder einen Pakt mit dem geschlossen, der auch fürs Wetter verantwortlich ist. Blau, das war gestern eine der bevorzugten Farben. Zugbegleitendes Blaulicht der Ordnungshüter, fast königsblauer Himmel, ein erneut von den beiden Bottropern Jörg Jansen und Detlef Müller abgefeuerter, diesmal aber blau-weißer Konfetti-Regen. Tja: Und blau waren hier und da auch schon Jecken, obschon der Zug in Kupferdreh noch gar nicht begonnen hatte.

Zwei, drei Minuten Verzug, dann jedoch ging sie ab, die wilde Fahrt durch den Kupferdreher Ortskern, so bunt und so ausgelassen wie das richtige Leben selbst. Und es dauerte nicht wirklich lange, und man fühlte sich direkt an die A 40 erinnert. Stau – Helau.

Was gut ist, kommt wieder. Seit gefühlten 100 Jahren laufen etwa die Mitglieder des Tambour Corps GW Kupferdreh vorneweg. Mittendrin, statt nur dabei: Günter Schlitt, der Chef und zudem der 25. Ehrensenator des FKK, des Festausschusses Kupferdreher Karneval also. Und Enkeltochter Greta ist auch schon ein echter Routinier. Acht Jahre jung, aber seit vier Jahren dabei.

Ob Königin Nicole I. und König Möppi I. von der AKG 1872 „lot gohn as et geht’’, ob die Menschen auf dem Motivwagen der Burgritter, der Großen Karnevalsgesellschaft Burgaltendorf also, die den inoffiziellen Preis für die beste Musik verdient hätten (France Gall: „Zwei Apfelsinen im Haar“), oder die blendend gelaunten „Roten Teufel“ der SPD Kupferdreh/Byfang, die sicherlich auch die Hamburg-Wahl vom Vorabend im Hinterkopf hatten: Die Menschen hatten einfach Spaß, auch wenn immer wieder auch Geduld gefragt war, bis sich der Zug seinen Weg durch die Menge erkämpft hatte.

Besonders süß an diesem Tag: Die verkleideten Kinder, wie etwa Fabio (7), der als Darth Vader echt was hermachte. Sehr lässig auch einer Gruppe, die sich als Polizeibeamte verkleidet hatte. War doch Verkleidung?