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Kunst aus dem Hinterhof

31.12.2012 | 00:07 Uhr
Kunst aus dem Hinterhof

In einem ruhigen Hinterhof an der Meisenburgstraße liegt die Connie Blüm.Galerie. Das kleine Kunsthaus ist eine Mischung aus Atelier und Galerie. Hier arbeitet Connie Blüm und stellt die Arbeiten anderer Künstler aus. Ursprünglich hat Blüm Kommunikationsdesign studiert und jahrelang in diesem Bereich gearbeitet. „Aber die Kunst hat mich schon mein ganzes Leben lang begeistert“, meint die Bergerhauserin.

Seit März arbeitet sie hauptberuflich als Galeristin, vor einigen Wochen hat sie bereits die dritte Ausstellung eröffnet. Seitdem sind in der Galerie Zeichnungen und Gemälde von zwei verschiedenen Künstlern zu sehen. Die Arbeiten des Wuppertalers Detlef Funder kommen mit wenigen Farben aus und haben eine abstrakte Form. Der Künstler selbst nennt seine Bilder „nicht-figurativ“: „Die Zeichnungen sind immer formsuchend. Da ist kein Konzept im Vordergrund, ich lasse mich mit meinem Stift einfach treiben. Manche Zeichnungen entstehen sehr schnell, in etwa zehn bis fünfzehn Minuten.“ Ganz anders verhält es sich mit seinen Gemälden, die häufig aus einer Grundfarbe und wenigen klaren Linien bestehen: „Die Formen sind hier sehr präzise und ausgetüftelt. Mit so einem Objekt bin ich oft monatelang beschäftigt.“ Für alle seine Bilder gilt: „Man muss sie erforschen, sie erzählen keine Geschichten. Jeder kann etwas anderes in den Arbeiten sehen – über manche Interpretationen bin ich selbst überrascht.“ Funder wünscht sich eine ehrliche Auseinandersetzung mit seinen Bildern: „Vielleicht können die Menschen dabei etwas Neues für sich herausfinden.“

Zwischen Funders Arbeiten hängen Bilder von Dirk Salz. Dessen Zeichnungen bestehen etwa aus filigranen Bleistiftlinien, die zusammen als Fläche wirken. Für die farbigen Gemälde des Mülheimers ist dagegen die hochglänzende Oberfläche charakteristisch: „Hier stehen Reflexion und Transparenz im Mittelpunkt“, kommentiert Blüm. Die Arbeiten seien bereits international bekannt: „Ich bin sehr froh, dass ich Dirk Salz für die Galerie gewinnen konnte. Man braucht schließlich immer auch ein Zugpferd.“ Sie habe bereits viele Bilder verkaufen können.

Als Blüm Anfang des Jahres die Räume übernahm, konnte von Ausstellungen noch keine Rede sein. „Das Haus war wirklich heruntergekommen, ich habe alles neu eingerichtet“, berichtet die Galeristin. Besonders wichtig war ihr bei der Raumgestaltung, dass ganz unterschiedliche Exponate ihre volle Wirkung entfalten können: „Ich wollte keine herkömmliche Galerie, sondern mit der Einrichtung einen besonderen Bezug zum Raum schaffen.“ So habe sie etwa ganz bestimmte Lampen und Möbel ausgesucht. „Ausstellungen jeglicher Art können jetzt hier Platz finden.“

Ganz fertig ist die Connie Blüm.Galerie noch nicht. „Ich möchte eine neue Flügeltür einbauen und den Außenbereich mehr nutzen.“ Sobald die Galerie zwei Jahre besteht, will Blüm nach Dubai reisen und dort an der internationalen Kunstmesse teilnehmen. „Die Art Dubai ist sehr bunt und die Kunstrichtung liegt meinen eigenen ästhetischen Vorstellungen sehr nah. Es wäre toll, dort einen eigenen Stand zu haben und selbst Kunstwerke zu verkaufen.“

Von Inga Pöting



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