Kunst aus dem Bauch heraus

Steele..  Der Weihnachtsmarkt in Steele, der erst am 4. Januar des neuen Jahres endet, ist nicht nur ein echter „Dauerbrenner“, sondern hält auch immer wieder neue Überraschungen für seine zahlreichen Gäste parat. Die neueste davon kann sich – im Wortsinn – sehen lassen. Auf der Kunstmeile „Steeler Art“, die nun ihre Premiere gibt, zeigen zehn Künstler, dass sie etwas von ihrem Handwerk verstehen.

Fortsetzung der Sommeraktion

Jeder der kreativen Köpfe präsentiert sich in einer eigenen Weihnachtshütte. Organisator Léon Finger: „Da die Wechselhütten nicht bis zum letzten Tag des Marktes besetzt sind, bot sich dies als schöne Alternative an. Im Grunde ist dies die folgerichtige Fortsetzung unserer Aktion aus dem vergangenen Sommer.“ Seit dem 27. Dezember bieten sich dem Besucher so zum Teil kunterbunte Farbtupfer, die sich harmonisch ins Gesamtbild einfügen. „Die Resonanz war bislang ausgesprochen positiv“, freut sich Léon Finger. „Ich denke, die Sache hat Zukunft in Steele.“

Dies denkt sich auch der Maler Aloys Cremers. Der Holländer genießt förmlich die Atmosphäre in Steele und den engen Kontakt zum Publikum, entspricht dies doch ziemlich genau seiner Auffassung von Kunst und deren Präsentation. „Ich male oft auf Stichwort, dazu bedarf es des direkten Dialogs.“ Wie zum Beweis greift er zu Schwamm und Farbe – Pinsel sind verpönt – und lässt in Windeseile eine Möwe auf dem Zeichenkarton entstehen. Auffällig dabei ist seine Unbekümmertheit und sein Mut zur Improvisation: „Kunst kommt bei mir aus dem Bauch heraus“, sagt er. „Die pure Freude am eigenen Schaffen ist mir wichtig. In uns selbst liegt die Kraft, nicht etwa darin, andere zu kopieren oder blind nachzueifern.“ Dies versucht er auch den zahlreichen Kindern zu vermitteln, denen er so in Kursen ein besonderes Selbstvertrauen gibt. „Durch diesen Ansatz entsteht stets Neues. Und dies ist besonders wichtig“, sagt Cremers. „Es geht immer weiter.“

Gerd Neysters, ein waschechter Steelenser, lässt es dagegen geruhsamer angehen. An seiner neuen Bilderserie „Baumscheiben“ hat er rund ein Jahr lang gearbeitet: „Man darf sich meine Arbeiten in Ebenen vorstellen, die ich praktisch übereinander lege und so zu einem Ganzen komponiere.“ So folgen der gemalten Baumscheibe Regentropfen und schließlich eine Lage Blätter – aus ungewöhnlicher Perspektive.