Kulturszene beklagt Desinteresse
22.12.2008 | 08:54 Uhr 2008-12-22T08:54:00+0100Essen. Unperfekthaus-Gründer Wiesemann macht Verbesserungsvorschläge für 2010.
"Die Wirtschaft in Essen hat noch nicht begriffen, was die Kulturhauptstadt 2010 bedeutet", sagt Reinhard Wiesemann, Gründer des Unperfekthauses. Nur wenige Firmen träten bisher als Sponsoren auch der freien Kulturszene auf. "Kultur darf nicht als Luxusgut verstanden werden, wo man freitags oder samstags mal hingeht. Die Kultur fördert die ganze Region."
Vor wenigen Wochen schrieb Wiesemann eine Mail an 90 Essener Hotels, in der er anbot, kostenlos eine von ihnen gewünschte Anzahl an Führern "Freie Kulturszene" zur Weitergabe an die Gäste vorbei zu bringen. "Ich hatte gedacht, dass sich die Hotels freuen würden. Aus anderen Städten weiß ich, dass sich viele Hotels als Bindeglied zwischen Einheimischen und Gästen verstehen und Gästen helfen, die Stadt zu entdecken." Drei Wochen nach der Mail hatte sich immer noch kein Hotelier gemeldet, nach einem weiteren Anschreiben kamen zwei Rückmeldungen.
Schelten will Wiesemann die Branche nicht, denn er glaubt, "dass das Geschäft hektisch ist, jeder andere Prioritäten hat, vieles untergeht und dass ich mit anderen Wirtschaftszweigen die gleiche Erfahrung gemacht hätte. Die Kulturhauptstadt ist immer noch zu sehr auf die Kulturschaffenden bezogen."
"Die Wirtschaftsunternehmen müssen aufwachen. Wir müssen alle lernen", fordert er und nennt Verbesserungsvorschläge: Hotels und Taxifahrer könnten die Broschüre, eine Art "Off-Broadway-Führer", an Gäste verteilen. Hoteliers können außerdem Gästen ihren eigenen Stadtplan anbieten: "Die wesentliche Gestaltung hat das Unperfekthaus bereits bezahlt. Es können eigene Versionen gedruckt werden, die Standard-Version kann billig genutzt werden." Außerdem bietet er Gemeinschafts-Pressekonferenzen an.
Zeitgleich bittet Wiesemann um Unterstützung. "Schließlich haben wir von der Deutschen Kulturpolitischen Gesellschaft 2007 den Kulturpreis erhalten, von dem Netz innovativer Bürger den Innovationspreis. Merian setzte uns in die Top 10 der Sehenswürdigkeiten, der Senfkornpreis der Katholischen Kirche ging an uns."
14:21
@ 9
Wo trägt sich denn Kultur selber?
Was alleine in meine alte Heimat Zollverein geflossen ist ist doch ein Trauerspiel vor dem Herrn!
Gleichzeitig werden für die Jugend 3 von 4 Schwimmbäder in Essen geschlossen.
Wenn das ihre Erfolgsbasis für die Zukunft ist dann gute Nacht.
13:32
Wann begreift das Ruhrgebiet, daß in der Kulturwirtschaft vermutlich schon heute mehr Menschen ihr tägliches Brot verdienen, als in Bergbau und Schwerindustrie zusammen? Wer immer noch auf die ollen Erfolgsrezepte von damals schaut, kriegt gar nicht mit, wie heute Erfolg geschrieben wird.
Und ich hoffe sehr, daß diejenigen, die gegen heftige Widerstände die Erfolgsbasis für die Zukunft legen, angemessen davon profitieren!!!
10:26
In Zeiten wo alles sehr teuer geworden ist und Geld für das notwendigste fehlt ist, sich Menschen um ihren Arbeitsplatz sorgen, Kommunen Länder und Bund überschuldet sind, ist halt wenig Platz für kostenintensive Kultur, die von relativ wenig Bürgern genutzt wird.
10:23
Von 2010 profitiert vor allem Prof. Scheydt:
Beiratsposten und Mitgliedschaften mit viel Öffentlichkeitswirkung, häufig in der Presse (wobei das TUP Spektakel anscheinend schon vergessen ist), aber vor allem eine Honorarprofessur! Das alles ist Karriere fördernd! Ohne 2010 wäre er Geschäftsbereichvorstand und müsste sich um die Belange innerhalb der Stadtverwaltung kümmern----wofür er übrigens bestens bezahlt wird!!!!!
10:16
Verstehen kann ich den großteil des vorher geschriebenen nicht: gerade in Zeiten, die vielleicht wirtschatlich nicht so rosig sind, ist die Kultur dorch ein wunderbarer Anker und Ausgleich um Geist und Gemüt zu erfreuen und von alltäglichen Sorgen abzulenken.
10:07
Vielleicht liegt es an der Kulturart? Ich möchte mir aus suchen wofür ich mich interessiere.und lasse mir nicht vorgeben was kulturpolitisch korrekt ist. Seit Jahren versuchen Kulturdesigner in Essen den Takt anzugeben.
09:21
in zeiten wie diesen???
in zeiten wie diesen, in denen ein jeder ein handy besitzt, rund um die uhr zugriff auf eine weltweite wissens- und vergnügensdatenbank hat, fast jeder eine automobil betreibt, das bierchen abends zischt, die dvds (gekauft oder gebrannt) die regale füllen.... in zeiten wie diesen ist kultur luxus?
ein armutszeugnis!
09:20
Pommes Rot-Weiss is aber auch teuer!
08:59
Für den kleinen Mann sind in der jetzigen Zeit schon die 8 Euro für Rot-Weiss viel Geld.
08:37
Preise, Auszeichnungen,ia und? Wann wird es auch für die Betreiber jeglicher Kultur deutlich, das es nur für einen elitären Kreis in der Bevölkerung kein Luxusgut ist? Der Großteil hat durchaus andere Sorgen, als sich in diesen Zeiten für Kulturgenuß stark zu machen oder zu konsumieren.