Das aktuelle Wetter Essen 10°C
VHS & Co.

Kulturdezernent warnt vor erfolgreichem Bürgerbegehren

25.01.2013 | 19:59 Uhr
Kulturdezernent warnt vor erfolgreichem Bürgerbegehren
Für das Unterschriften-Sammeln hat die Initiative „Kulturgut Essen“ nun Zeit bis Ende April.Foto: TIETZ, Remo

Das Bürgerbegehren „Kulturgut Essen“, das sich zum Ziel gesetzt hat, den Beschluss des Stadtrates zu Personalkürzungen bei der Volkshochschule und anderen städtischen Kultureinrichtungen rückgängig zu machen, bekommt unverhofft mehr Zeit. Im selben Atemzug warnt Kulturdezernent Andreas Bomheuer, er fürchte, „das Kind wird mit dem Bade ausgeschüttet“, sollte das Bürgerbegehren erfolgreich sein.

Den Initiatoren des Begehrens bleiben vom gestrigen Freitag an gezählt drei Monate, um in der Bevölkerung die erforderlichen rund 14 000 Unterschriften für ihr Anliegen zu sammeln. Ursprünglich wäre die Frist Ende Februar abgelaufen. Die bereits gesammelten Unterschriften bleiben gültig. Hintergrund: Die Begründung für das Bürgerbegehren enthält eine falsche Auskunft; die Stadt nimmt dies allerdings auf ihre Kappe.

2,2 Millionen Euro kämen auf die Stadt an Kosten zu, müsste der Rat die beschlossenen Kürzungen und die damit verbundenen Einsparungen zurücknehmen, heißt es sinngemäß im Erläuterungstext des Bürgerbegehrens. Tatsächlich geht es bei den betroffenen Einrichtungen um Kürzungen in Höhe von 946 800 Euro, räumte Kulturdezernent Bomheuer gestern vor der Presse ein. Die Zahl 2,2 Millionen benenne die Personaleinsparungen seit 2010, und zwar in allen Einrichtungen des Kulturbetriebes und nicht nur in VHS & Co., um die es nun beim Bürgerbegehren geht.

Andreas Schräder, einer der Initiatoren des Begehrens, kann sich über die Kulturverwaltung nur wundern: „Ob es um eine Million mehr oder weniger geht, scheint keine große Rolle zu spielen.“ Die Fristverlängerung sei jedenfalls willkommen. „Das verschafft uns mehr Luft.“ Schräder schätzt, dass bislang 5000 bis 6000 Unterschriften zusammengekommen sein dürften.

Bomheuer warnt indes vor vermeintlichen Tücken des Bürgerbegehrens. Sollte die Stadt gezwungen sein, die Personalkürzungen zurückzunehmen, müssten die 14,5 Stellen „nach gängiger Praxis“ anderswo im Kulturbereich eingespart werden. Das würde bedeuten, „dass ich zum Beispiel das Kulturbüro schließen müsste“. Oder, dass Stellen im Museum Folkwang abgebaut werden, so Bomheuer. Die Stadtteilbibliotheken sind per Ratsbeschluss vor Personalkürzungen geschützt. Die Theater und Philharmonie (TuP) bliebe außen vor, da sie über einen Sachkostenzuschuss finanziert wird. Andreas Schräder will sich von Bomheuers Szenarien nicht einschüchtern lassen. Sollte das Bürgerbegehren erfolgreich sein, wäre seinem Verständnis nach die Politik gefragt zu entscheiden, wo im städtischen Haushalt gespart werden soll und wo nicht.

Marcus Schymiczek

Facebook
 
Kommentare
26.01.2013
19:01
Kulturdezernent warnt vor erfolgreichem Bürgerbegehren
von rolfnighthawk | #1

herr bomheuer, der übrigens nur selten auf kulturveranstaltungen zu sehen ist (wfür wird er nur bezahlt) wünscht sich also ein anderes volk
möge die obrigkeit doch ein bürgerbegehren starten - für ein anderes wahlvolk
herrliche zeiten

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/7523670/create

Umfrage
Die Stadt Essen geht konsequent gegen Schwänzer vor. Fehlen Schüler unentschuldigt, werden die Eltern oder die Schule selbst zur Kasse gebeten - mit beachtlichem Erfolg. Was halten Sie davon?

Die Stadt Essen geht konsequent gegen Schwänzer vor. Fehlen Schüler unentschuldigt, werden die Eltern oder die Schule selbst zur Kasse gebeten - mit beachtlichem Erfolg. Was halten Sie davon?

 
Fotos und Videos
RWE U17 1:1 gegen BVB
Bildgalerie
Fußball
Kettwig von oben
Bildgalerie
aus der Luft
Essen aus der Luft
Bildgalerie
Luftbilder
Parade und     Zapfenstreich
Bildgalerie
Werdener Schützenzug
Aus dem Ressort
Im Ring steigt die Konzentration
Boxclub
„Beim Laufen“, sagt Freddy Fischer, „denkt man nach. Beim Boxen hingegen konzentriert man sich nur auf den Moment und den Sport. Außerdem kann man Aggressionen abbauen, verbessert das Körpergefühl und es gibt wohl kein anderes Training, mit dem man mehr für seine Fitness tut.“ Und weil Fischer...
Essener Alfredstraße wird zur „Road to Wembley“
Champions League
Einige Essener Fans sind in London dabei. 6800 werden beim Rudelgucken in der Grugahalle erwartet.