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Wiedersehen mit einer alten Bekannten

21.10.2012 | 14:00 Uhr
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Wiedersehen mit einer alten Bekannten
Mit dem Lkw in den Grugapark? Das darf man nur, wenn man die Stahlskulptur „Schichtung" von Thomas Lenk zur Tummelwiese transportiert.lFoto: Olaf Fuhrmann

Essen.  Thomas Lenks Skulptur „Schichtung“ stand früher am Essener Museum Folkwang und ziert jetzt die Tummelwiese im Grugapark.

Fünf Tonnen ist sie schwer, knapp vier Meter hoch und gut einen Meter tief. Thomas Lenks Skulptur „Schichtung“ besteht aus rund 70 verzinkten Stahlplatten, Quadrate mit abgerundeten Ecken, leicht verschoben aufeinandergereiht, so dass ein rautenförmiges Gebilde entstand. Die beiden Enden am Boden leuchten in grellem Pink. Nicht nur wegen ihrer Größe wirkt sie imposant, sie strahlt vor allem Tiefe und Weite aus. 1970 wurde die Skulptur geschaffen und verkörpert die Formensprache dieser Zeit geradezu perfekt. Bis zum Neubau stand sie viele Jahre vor dem Museum Folkwang, nun wurde sie in den Grugapark verlegt - für viele Besucher dürfte es ein Wiedersehen mit einer alten Bekannten sein.

„Schon als junge Frau habe ich die Skulptur vor dem Museum gesehen und mir gedacht, dass ich sie in meiner Nähe haben möchte“, sagt Julia Ruether, die Kuratorin der Sammlung Grugapark. Auf der großen Tummelwiese am Grugabad steht sie nun, als Dauerleihgabe des Folkwangs. Hier besteht die größte Sichtschneise auf dem Gelände, der Blick von dem leicht erhöhten Standort der „Schichtung“ reicht über die abfallende Wiese bis hinab zum Margarethensee. Das Duisburger Restaurierungsatelier „Die Schmiede“, bei dem die Skulptur zwischengelagert war, transportierte sie jüngst auf einem Tieflader in die Gruga. Mit einem Kran wurde sie auf ihren Standort gehoben, an Seilen befestigt, und einbetoniert.

In guter Gesellschaft

Die „Schichtung“ fügt sich ein in den Stil der in der Nähe gelegenen Kunstwerke auf der Tummelwiese. Auch James Reinekings „Dislocator“ aus den 1970er Jahren, Herbert Baumanns „Sonnenscheibe“ und Rolf Jörres „Steinzeichen“ aus den 1960er Jahren sind geprägt von Modernität und Abstraktem.

Thomas Lenk nahm 1968 an der Documenta in Kassel teil und lieferte 1970 gemeinsam mit anderen Künstlern den deutschen Beitrag zur Biennale in Venedig. In seinem Werk verwendet er häufig hintereinander gereihte Quadrate, oft mit grellen Farben abgesetzt, die Dreidimensionalität und Tiefe entstehen lassen.

Linda Heinrichkeit

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2012-10-21 14:00
Kultur