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Show must go on
19.03.2010 | 17:06 Uhr 2010-03-19T05:06+0100Rund 1.500 Menschen haben gegen die Sparpläne im Theater- und Kulturbereich demonstriert.
Rund 1000 Menschen haben am Freitag in Essen gegen die von der Stadt geplanten Kürzungen der Kulturzuschüsse demonstriert. Die Einsparauflagen für die Theater und die Philharmonie Essen gefährdeten den Fortbestand des renommierten Aalto-Theaters, sagte Betriebsratschef Adil Laraki. Der Protest verlief laut einer Polizeisprecherin "total friedlich".
Laraki warf der Stadt vor, in der Öffentlichkeit mit falschen Zahlen zu hantieren. Die Zuschüsse würden nämlich nicht nur um acht Millionen Euro, sondern um 14 Millionen Euro gekürzt. "Diese Summe können wir nur erreichen, wenn wir das Aalto-Theater schließen", sagte Laraki. Die Proteste richteten sich aber auch gegen die Sparpläne in anderen Städten des Ruhrgebiets, wo mitunter auch der Fortbestand von Kulturhäusern gefährdet sei.
Auflagen der Finanzaufsicht zwingen die Stadt zu einem Sparprogramm, um den Haushalt konsolidieren zu können. (ddp)
18:28
Ich bin musik-, theater-, ballett- und schauspielbegeistert und gehe mehr als einmal in der Woche schwimmen. Will sagen: Kultur und Sport sind keine Lebensbereiche, die sich gegeneinander aufwiegen bzw. ausspielen lassen. Im Gegenteil: Eine Stadt, die ihre Theater und Sportstätten schließt reduziert die Lebensqualität für ihre Bürger und wird auch auf lange Sicht die Abwanderung von Firmen nicht aufhalten können. Damit riskiert man die Reduzierung der Gewerbesteuer-Einnahmen. Die Spirale wird sich unaufhaltsam nach unten drehen, wenn jetzt der geplante Sparentwurf durchgeboxt wird. Ich frage mich auch, warum sich eine Stadt seinerzeit so ehrgeizig um den Titel Kulturhauptstadt beworben hat, um dann in dem Jahr seiner Titelträgerschaft dann die Kultur fallen zu lassen wie eine heiße Kartoffel. Das ist mehr als peinlich und offenbart Kleinkrämerei. Die Sparbeschlüsse gleichen einer Kapitulation vor einer verfehlten Politik von Bund und Land. Selbst wenn sie umgesetzt würden, könnte die finanzielle Schieflage so auf Dauer nicht behoben werden. Die Zuschüsse für die Kommunen zu kürzen, gleichzeitig die kommunalen Aufgaben aufzustocken ist unzumutbar und unannhembar vor dem Hintergrund, dass Banken und Hotelbesitzern Steuergeschenke gemacht werden.
Vor Wahlen werden die Politiker aller Couleur nicht müde, vom weichen Standortfaktor einer lebenswerten Stadt zu faseln, aber wenn es gilt für sie einzustehen, dann gehen alle Parteien in Deckung. Für Essen kann ich nur sagen: Einem Theater, dessen Orchester mehrmals national ausgezeichnet wurde, ein Opernhaus, das mehrfach Kritikerpreise erhielt und Opernhaus des Jahres 2008 also als bestes Haus im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet wurde, allen Ernstes finanziell das Wasser abzugraben, gleicht doch einem Harakiri und nicht nur in kultureller Sicht.
02:23
Sparen!
Was ist die Sache doch einfach. Essen hat das höchste Rathaus der Republik, und den größten Anteil Arbeitnehmer im öff. Dienst.
Reissen wir das Rathaus ab, Rückbau nennt man das, schicken wir die Sesselfurzer nach Hause, und die Abgeordneten im Essener Rat bekommen einen Euro 400 Vertrag - haben sie eh alle Haupteinkünfte, so dass niemand versteht, dass sie in ihrem Nebenjob bei geringster Stundenzahl mehr verdienen als in ihrem Hauptjob.
Und Stadtstaatenparlamente machen es sogar vor. Für diese ist das Parlament der Nebenjob.
Sparen wir also.
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Rolf Struwe