Schweizer erhält Preis für Grafik-Design
14.09.2010 | 10:06 Uhr 2010-09-14T10:06:00+0200
Essen.Der Schweizer Stephan Bundi wird am Freitag mit dem 13. Internationalen PKHR-Preis für Grafik-Design des Plakat Kunst Hof Rüttenscheid geehrt. Ab Freitag sind seine Arbeiten im Grillo-Theater zu bewundern.
Eine Kindheit im beschaulichen Graubünden scheint keine schlechte Ausgangsbasis für eine international beachtete Künstlerkarriere zu sein. Denken wir nur an den Chef des „Vienna Art Orchestra“, Mathias Rüegg. Oder eben an den Gestalter Stephan Bundi, der nach einer eidgenössischen Graphik-Ausbildung samt Diplom und einem Studium für Illustration und Buchgestaltung an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart sich ein äußerst erfolgreiches Atelier bei Bern aufgebaut hat.
Zeitlose Zeichnung
Illustrierte Schulbücher, Bahn- und Touristikplakate faszinierten ihn bereits im Vorschulalter und regten zum Zeichnen an. Für Bundi ist die Zeichnung eine zeitlose und vielseitige Ausdrucksform der visuellen Sprache. Er vermeidet den Begriff Illustration und spricht von visueller Interpretation. „Das trifft den Sachverhalt besser: Ein Text soll nicht nur bildlich begleitet, sondern ergänzt und interpretiert werden.“ Ein schönes Beispiel ist sein Konzertplakat für Joe Zawinul, dessen markantes Gesicht Bundi schlicht als graue Zeichnung zeigt, während alle Informationen dem bunten Häkelkäppchen des legendären Jazzers eingeschreiben sind. Gelungenes Spiel mit Fern- und Nahwirkung von bestechender Aussagekraft.
Der 60-jährige Eidgenosse ist fest davon überzeugt, dass jeder Gestalter eine Verantwortung gegenüber Auftraggebenden, Gesellschaft und Umwelt habe: „Das erfordert eine engagierte, kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Inhalt und der Form einer visuellen Botschaft.“ Vielleicht zeichnet ein Ur-Schweizer Sujet, sein Plakat für Schillers „Wilhelm Tell“ 1999 in Bern, am besten Stephan Bundis Haltung zu seinen Themen. Klarheit und Prägnanz plus ein gehöriges Überraschungsmoment für jene, die sich verblüffen lassen wollen.
Ein Spiel auf mehreren Ebenen: Dass im Supermarkt-Six-Pack Äpfel einer fehlt - geschenkt. Das augenscheinliche Foto aber als penible Malerei zu inszenieren, ist einerseits historische Verortung und andererseits hübsche Ironie. Abgerundet von reduzierter Typographie: in Helvetica selbstredend.
„Ob Zeichnung, Malerei, Grafik oder Fotografie, ich wähle jeweils die Technik, die eine Bildidee am besten vermittelt - das ist eine Frage der gestalterischen Redlichkeit: Ich will einem Produkt, einem Anlass oder einer Idee zum Erfolg verhelfen.“ Die Einflüsse des Swiss Graphic Designs mag er nicht leugnen, in seiner visuellen Neugier freilich sprengt Stephan Bundi längst alle nationalen Grenzen. Und dies mit ganz eigenem Stil, der ab Freitag im Grillo-Theater zu bewundern ist, wo der Schweizer um 18 Uhr mit dem 13. Internationalen PKHR-Preis für Grafik-Design des Plakat Kunst Hof Rüttenscheid geehrt wird.
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