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Rü-Bühne: Ja, ist denn heut’ schon Weihnachten?

22.01.2012 | 18:33 Uhr
Rü-Bühne: Ja, ist denn heut’ schon Weihnachten?

Essen-Rüttenscheid.   Wer sich gerne über Schoko-Weihnachtsmänner im September aufregt, der dürfte sich über eine der kommenden Premieren der Rü-Bühne verwundert die Augen reiben. Denn die Weihnachtskomödie „Schöne Bescherung“ zeigt das Theater im Girardet-Haus erstmals am 27. April - nicht mal drei Wochen nach Ostern also.

Wer sich gerne über Schoko-Weihnachtsmänner im September aufregt, der dürfte sich über eine der kommenden Premieren der Rü-Bühne verwundert die Augen reiben. Denn die Weihnachtskomödie „Schöne Bescherung“ zeigt das Theater im Girardet-Haus erstmals am 27. April - nicht mal drei Wochen nach Ostern also.

Was auf dem ersten Blick wie ein besonders augenscheinlicher Fall von Fehlplanung wirkt, hat tatsächlich nachvollziehbare Gründe. Denn ursprünglich war die Premiere von Alan Ayckbourns chaotischer Christfestkomödie für die vergangene Vorweihnachtszeit geplant. „Doch ein Krankheitsfall im Ensemble hat uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht“, so Theaterleiter und Regisseur Detlef Fuchs. Da das Stück aber in weiten Teilen bereits stand „und weil die Leute es einfach endlich spielen wollen, haben wir uns für den ungewöhnlichen Premierentermin im April entschieden“, erläutert Fuchs. Aus der Not macht die findige Amateurtruppe nun jedoch immerhin eine Tugend: So will sie die Frühjahrsvorstellungen gezielt als „Sichtungstermine“ für Firmen bewerben, die das Stück dann für die Zeit buchen können, in der man es für angebracht hält, sich einen Nadelbaum ins Wohnzimmer zu stellen.

Kalle Henrich
Ruhrpott-Spezialist in der Rü-Bühne

Weitestgehend eingedampft wird der Comedy-Bereich. Erfolgreich waren dort lediglich die fünf Gastspiele des Newcomers Markus Krebs - und der Ruhrpottdialekt-Spezialist Karl-Heinz Henrich, der mittlerweile zum Rü-Bühnen-Inventar gehört. Am 4. März zeigt er sein Programm „Mein lieber Herr Scholli“. Karten: 384 67 66. Mehr Infos: www.ruebuehne.de

„Schöne Bescherung“ ist nur eine von sechs Premieren, mit der die Rü-Bühne in diesem Halbjahr aufwartet. Bereits am 4. Februar öffnet sich der Vorhang für die Tragikomödie „The Clean House“ aus der Feder von Sarah Ruhl. Fünf Menschen, die gezwungen werden, ihr Leben neu zu ordnen, stehen dort im Mittelpunkt.

Eines der bekanntesten Dramen der Nachkriegszeit kehrt ab dem 2. März zurück: Mit „Biedermann und die Brandstifter“ schuf Max Frisch ein „Lehrstück ohne Lehre“ -- und zugleich eines der erfolgreichsten deutschen Theaterstücke überhaupt.

Wie schon „Schöne Bescherung“ war auch die Premiere von „Eine Mittsommernachts-Sex-Komödie“ fürs vergangene Jahr geplant, aber „wir waren zu dieser Zeit wirklich von Krankheitsfällen gebeutelt“, betont Fuchs. Und so wird Woody Allens berühmte Landkomödie erstmals am 4. Mai von der Rü-Bühne gezeigt.

Mit „Der absolute Höhepunkt“ ab dem 18. Mai und „The Morning After... Der Morgen danach“ ab dem 1. Juli stehen gar zwei Uraufführungen an: Die erste ist eine Eigenproduktion des Rü-Bühnen-Ensembles, die zweite wurde von Torsten Breitkopf eigens für das Jugendensemble der Rü-Bühne verfasst. „Wir haben den Autor des Theaters Götterspeise Bielefeld während unseres Inclusiv-Theaterfestivals kennengelernt“, so Antje Domeier Braga. „Da habe ich ihn gefragt, ob wir nicht mal zusammenarbeiten wollen - kurz vor Weihnachten lag dann das fertige Stück im Briefkasten.“

Nachdem man in der vergangenen Saison auch mit anderen Formaten wie Comedy experimentierte, scheint man nun verstärkt auf die Wurzeln des Hauses zu setzen, die im Schauspielbereich legen. Dies gilt auch für die zahlreichen Gastspiele: So wagen zum Beispiel am 11. und 12. Februar „Die Drei von der Tankstelle“ den Schritt von der Leinwand auf die Bühne. Möglich macht dies das Ensemble „Filmtheater“, das sich auf die Adaption von Kinoklassikern spezialisiert hat - und zwar stilecht in Schwarz-Weiß, entsprechende Kostümierung und Schminke machen es möglich.

Gordon K. Strahl

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