Parteiübergreifend populär
17.01.2012 | 17:06 Uhr 2012-01-17T17:06:00+0100
Essen.Trotz Personalknappheit ist das Programm im Schloss Borbeck umfangreicher als vergangenes Jahr. Fünf Konzerte zusätzlich.
„Es ist beeindruckend, was hier geleistet wird“, macht Andreas Bomheuer bei seiner Visite im Schloss Borbeck klar. Dass Essens Kulturdezernent trotz anhaltender Debatte ums Personal zur Präsentation des neuen Programms ins Kultur- institut kommt, zeigt: Ihm liegt es sehr am Herzen. Und damit bloß keiner anderes denkt, betont Bomheuer: „Dieses Haus hat einen sehr großen Rückhalt – in der Bevölkerung und in der Politik. Und das parteiübergreifend.“ Für Institutsleiter Bernd Mengede mag dies als kräftiges Lob seiner Arbeit und vor allem seines Engagements fern ab üblicher Arbeitszeiten klingen: Vergangenes Jahr lockte der Schlossherr mit seinem reichlich Kulturellem 72.000 Besucher ins alte Haus. Externe Mieter wie das „Theater Extra“, das selbst auf dem kulturellem Parkett inszeniert, nicht mitgezählt. Und obwohl es für Mitarbeiter, die wie Galerieleiterin Inge Ludescher aus Gründen des Alters ausscheiden, keinen Ersatz gibt, hat Mengede ein umfassenderes Programm als 2011 auf die Beine gestellt – mit fünf zusätzlichen Konzerten. Bomheuer pflichtet ihm nichtsdestotrotz bei: „Wir haben nun einen Personalstand erreicht, unter dem es nicht weiter geht.“ Er unterstreicht vor allem die regionale Bedeutung der Region und die im Dreistädteeck Essen, Mülheim, Oberhausen.
Aus dem Programm
Das neue Programm gibt’s in der Touristikzentrale, im Rathaus, natürlich im Schloss und an vielen anderen Orten in der Stadt. Alle Konzerte beginnen um 19 Uhr und finden, bis auf eine Ausnahme, freitags statt. Hier ein kurzer Auszug:
Alte Musik. 3. Februar: Bob van Asperen, „Banchetto Musicale“. 27. April: Pieter-Jan Belder, „Wege zu Johann Sebastian Bach“. 25. Mai: Freiburger Barockorchester, „Musique de table“. 28. September: laReverdie, „Auf den Spuren von Johannes Ciconia“.
Alte Musik/Jazz. 15. Juni: Ring Ensemble.
Jazz. 24. Februar: WDR Big Band, „Selfportrait Bert Joris“. 16. März: Marcin Wasilewski Trio. 4. Mai: Bruno Böhmer Camachi Trio, „Nostalgic Vision“. 26. Oktober: Thomas Hufschmidt Trio. 30. November: Jean-Marie Machado & Dave Liebman.
Kammermusik. 2. März: Filip Erakovic: Akkordeon. 30. März: Andrey Rozendent (Violine) & Daria Tschaikowskaja (Klavier). 7. September: Yury Revich (Violine) & Magda Amara (Klavier). 9. November: Liliencron-Quartett feat. Nina Reddig. 18. November (Sonntag): Alide Quartett.
Entertainment. 23. März: Lars Redich, „Best of Musical“. 14. September: Michael Heller, „Vom Musical zum Chanson“.
Ausstellung. 21. Januar bis 1. April: Hans-Peter Webel, „Purpur Zier“, Skulpturen und Fotoarbeiten. 21. April bis 17. Juni: Thomas Kesseler, „Farbkraft“, Farbrauminstallationen, Gemälde. 30. Juni bis 16. September: Joanna Schulte, „Bis dass der Tod uns scheidet“, Foto, Video. 29. September bis 18. November: Johanna Schwarz, „Den Schafen gibt’s der Herr im Sein“, Video-Sound-Installation. 17. bis 19. Februar: Christoph M. Loos mit „Teich-Installation ,Rosebud / Doppelgänger’ Winter“ sowie wechselnde Termine für seinen „Jahreszeiten-Zylkus“.
Figurentheater. Das Figurentheater „Fidena“ ist voraussichtlich am 11. und 13. Mai im Schloss zu sehen.
Sonderveranstaltung. 5. Oktober: Muse und Menü, Dresdner Salon-Damen. Die historische Dauerausstellung öffnet außerdem dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr.
Karten können unter 88 44 219 vorbestellt werden. Infos zu Programm gibt’s auch auf: www.schloss-borbeck.essen.de
Spielplan im „Theater Extra“
Das Wirtschaftsgebäude als Schauspielhaus: Nachdem am Samstag „Geiz ist geil oder der Geizige“, eine Komödie frei nach Molière im „Theater Extra“ im Wirtschaftsgebäude von Schloss Borbeck Premiere feierte, hat das 1987 gegründete Theater dieses Jahr noch viele weitere Höhepunkte zu bieten: An den Samstagen 4. Februar und 5. Mai geht es weiter mit „Mord an Bord“. Der Schriftsteller Daniel Raifura aus Borbeck bringt als Regisseur den klassischen Krimi von von Agatha Christie auf die Bühne. An den Samstagen 11. und 18. Februar sowie 17. und 24. März steht „Geiz ist geil oder der Geizige“ auf dem Spielplan. Regie führen Tanja Bidlo und Heinz Linnenbrink. Und am Samstag, 25. Februar, ist’s Zeit für „Zwischen Blut und Wein“, eine gemeinsame Lesung der beiden Kriminalroman-Autoren Ulrike Dömkes und Daniel Raifura. Weiter geht es am Samstag, 3. März, mit „Dawet ein bisken mehr sein?“, ein Gastspiel der „Vorstadt-Perlen“. An den Samstagen 10. März und 21. April kommt „Eine etwas sonderbare Dame“ zu Besuch, eine Komödie von John Patrick. Am Samstag, 28. April, gibt die Essener Volksbühne mit „Männerhort“ ein Gastspiel im Theater und am Samstag, 12. Mai, mit „Die sieben Todsünden“. Abschlussabend im „Theater Extra“ ist am Samstag, 19. Mai. Beginn für alle Vorstellungen ist um 19 Uhr. Karten kosten 10, ermäßigt 8 Euro. Infos und Vorbestellung: 62 35 15 und www.theater-extra.info.
Cardellino: Junge Musiker im Schloss
Jungen talentierten Musikern eine Konzert-Bühne zu bieten, ist seit vielen Jahren Ziel von „Cardellino“, einem Verein für Begabtenförderung, der sich vor allem an Borbecks Dürer-Grundschule engagiert. Wie in jedem Jahr bietet er Schülern die Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen, etwa am Sonntag, 18. März, im Residenzsaal von Schloss Borbeck, wo ein Nachwuchs-Klavierquintett auftritt. Am Sonntag, 13. Mai, spielt das „Trio Grimm“ im Arboretum an der Aktienstraße 177. Am Sonntag, 24. Juni, ist dort ebenso die Flötistin Tschimge Gankhuyag zu hören. Alle drei Konzerte beginnen um 18 Uhr. In der Dürerschule an der Wallstraße 2 geben sich am Sonntag, 1. Juli, um 16 Uhr junge Cardellino-Schüler die Ehre. Zwei weitere Konzerte im Schloss Borbeck sind an den beiden Sonntagen 23. September (Saxophon), sowie am 28. Oktober (Trio „ombre et soleil“ mit Musik aus dem Barock), jeweils gegen 16 Uhr. Zwei Weihnachtskonzerte am Samstag, 8. Dezember, um 16 Uhr in der Dürerschule und am Sonntag, 9. Dezember, um 18 Uhr im Residenzsaal von Schloss Borbeck, runden das Cardellino-Jahr ab. Für alle Konzerte ist der Eintritt frei; Spenden für die Vereinsarbeit werden am Ausgang erbeten.
Flöten und Geigen
Hinter „Cardellino“ stehen Musikliebhaber und professionelle Musiker, die junge Musiker unterstützen und Musikstudenten ein Podium für Konzerte bieten. Die musikalische Leitung liegt bei Andreas Krecher, Professor für Violine an der Düsseldorfer Robert-Schumann-Hochschule, Johannes Krause, Geiger bei den Stuttgarter Philharmonikern sowie dem Flötisten Tobias Hemminger vom Rundfunk-Blasorchester Leipzig. Jungen Dürerschülern bietet Cardellino kostenfrei Geigenunterricht an.
„Durch das Erlernen eines Instruments und gemeinsames Musizieren ermöglichen wir den Kindern einen direkten Zugang zur klassischen Musik“, betont die zweite Vorsitzende Cornelia Krause. Infos über „Cardellino“ gibt’s unter 67 01 61 und im Internet: www.cardellino.de
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