Neuer Führer zur Architektur im Ruhrgebiet
27.07.2010 | 17:34 Uhr 2010-07-27T17:34:00+0200
Essen.Und noch ein Architekturführer Ruhrgebiet, mag man denken. Doch der 300 Seiten starke Band von Axel Föhl, der jetzt im Berliner Reimer Verlag erschienen ist, konzentriert sich erfreulicherweise nicht nur auf die Kernzonen des Reviers.
Da findet Schloss Bloemersheim in Neukirchen-Vluyn genau so seine Nische, wie das Wasserschloss Lembeck bei Dorsten. Und dass man in der umfangreichen Einleitung auch einen geografischen, naturkundlichen, historisch-politischen und nicht zuletzt natürlich architekturgeschichtlichen Crash-Kurs zur Region bekommt, zählt zu den Meriten des trotz seines inhaltlichen Umfangs handlich-kompakten Bandes.
316 Bauten vorgestellt
Dass Essen mit 71 von 316 vorgestellten Objekten einen zentralen Platz einnimmt, verwundert nicht. Verfügt doch die Stadt trotz erheblicher Zerstörungen in der Kriegs- und leider auch in der Nachkriegszeit, noch über kunsthistorisch zentrale Bauten vom Früh- und Hochmittelalter bis zum 21. Jahrhundert. Natürlich sind Höhepunkte wie Münsterkirche- und schatz, Werdener Abteikirche oder Bauten von Metzendorf, Fischer oder Jacob Koerfers Deutschlandhaus aus den 1920er und 30er Jahren dabei.
Der RWE-Turm von Ingenhoven, Overdiek, Kahlen & Partner von 1996 wird ebenso vorgestellt, wie der Sanaa-Bau auf Zollverein von 2006 oder David Chipperfields Neubau des Museum Folkwang als jüngstem städtebaulichen Höhepunkt. Aufs Titelbild schafften es gar Edmund Körners Alte Synagoge und die Suitbertuskirche in Überruhr von Lehmbrock und Polónyi aus den 1960er Jahren.
Den durchgängig zweisprachigen Band (dt./engl.) mit vielen - leider nur kleinformatigen - Bildern, gibt es für 24, 90 Euro im Buchhandel.
0mitdiskutieren