Martin Semmelrogge mimt skrupellosen Schurken
08.09.2009 | 16:32 Uhr 2009-09-08T16:32:00+0200
Essen. Martin Semmelrogge kommt mit der Wirtschaftskomödie "Das Geld anderer Leute" ins Rathaus-Theater Essen. Passend zur Finanzkrise spielt er darin einen raffgierigen Banker. Im Interview verrät er, wie wichtig ihm die Meinung anderer Leute ist - und warum er Schubladen nicht ausstehen kann.
Mit dem Film "Das Boot" kam sein großer Durchbruch.
Martin Semmelrogge (53) war bisher in mehr als 200 TV- und Kinorollen zu sehen, u.a. in „Die Vorstadtkrokodile" und „Schindlers Liste". Der 53-jährige ist mit der Regisseurin Sonja Semmelrogge verheiratet. Er hat zwei Kinder aus früheren Beziehungen, beides Schauspieler.
Vom Westernbösewicht zum Börsenguru. Nach seinem gefeierten Gastspiel als Winnetou-Widersacher bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg gibt Martin Semmelrogge jetzt im Theater im Rathaus den skrupellosen Schurken: In der Wirtschaftskomödie „Das Geld anderer Leute” spielt er vom 14. September bis 7. Oktober passend zur Finanzkrise einen raffgierigen Banker. Unsere Mitarbeiterin Claudia Pless sprach mit ihm.
In der Komödie „Das Geld anderer Leute” verkörpern Sie einen fiesen Finanzhai. Weshalb spielen Sie so gerne dunkle Charaktere?
Martin Semmelrogge: Das ist nur mein Image. Es nervt mich, wenn ich immer in diese Schublade gesteckt werde. Ich habe in den letzten Jahren auch ganz andere Rollen gespielt. Klar sind zwielichtige Figuren besonders spannend. Doch die wahren Gangster sind nicht die kleinen Ganoven.
Sondern?
Semmelrogge: Die großen Finanzhaie. Abgebrühte Banker und skrupellose Vorstandsvorsitzende. So wie der Börsenguru Lawrence Garfield, der nur drei Hobbys hat: Geld, Geld, Geld. Leider fallen solche raffgierigen Säcke selten tief. Und leider gibt es solche Rollen kaum im Fernsehen.
Was wäre Ihre Traumrolle?
Semmelrogge: Ich würde gern mal einen teuflisch toughen Kommissar spielen, der „Mephisto” heißt und der versucht, mit unorthodoxen Methoden den Mördern auf die Spur zu kommen.
Sie haben gerade in Bad Segeberg als Westernschurke das Publikum begeistert. Was war die Herausforderung für Sie?
Semmelrogge: Im hautnahen Kontakt zum Publikum. Da hat man das direkte Feedback. Deshalb habe ich in letzter Zeit vor allem auf der Bühne gespielt. In Österreich zum Beispiel auch schon Monumentaltheater gemacht: „Zipf”, eine fiktive Geschichte über die Geheimtests der V2-Rakete, in der ich einen KZ-Kommandanten verkörperte.
Dagegen wirken die Karl-May-Spiele wie ein Abenteuerspielplatz für Erwachsene...
Semmelrogge: Sind sie auch (grinst). Es steckt aber echt harte Arbeit dahinter. Die Stuntszenen hatten es in sich. Zum Glück reite ich seit meiner Jugend auf der Schwäbischen Alb. Auch auf mein Pferd musste ich gut aufpassen: ein heißblütiger Spanier, so ungestüm und verfressen wie ich.
Sie leben seit sieben Jahren auf Mallorca. Warum sind Sie Wahl-Spanier geworden?
Semmelrogge: Ich schätze die Mentalität. In Spanien gilt leben und leben lassen. Da zählt nicht, wer man ist, sondern wie man ist. Wo dort ein gesunder Menschenverstand überwiegt, herrscht in Deutschland Pflicht und Kontrolle. Das Recht und Gesetz sollte im Zweifel für die Menschen sein, nicht gegen sie. Doch hier werden die Bürger oft abgezockt.
Wie wichtig ist Ihnen die Meinung anderer Leute?
Semmelrogge: Entscheidend ist, sich selbst treu zu bleiben. Ich bin impulsiv und trage mein Herz auf der Zunge, damit eckt man an. Doch Glaubwürdigkeit ist mir wichtiger als Beliebtheit. Man kann es nicht allen recht machen, aber man sollte immer ehrlich bleiben.
„Das Leben ist eine Achterbahn” heißt ihre Biografie. Ist Ihnen schon schwindelig von den Aufs und Abs?
Semmelrogge: Beides gehört zum Leben dazu. Nur wer volle Fahrt nach unten rauscht, hat den nötigen Schwung, wieder ganz nach oben zu kommen. Ich hab schon sehr früh Karriere gemacht und meinen Spaß gehabt.
Und haben dabei wohl oft auch über die Stränge geschlagen?
Semmelrogge: Logisch. Um meine Grenzen auszutesten. Als junger Schauspieler hattest du damals keine Betreuung. Da wurdest du hochgelobt, warst der Star, hattest Geld. Da war es schwierig, auf dem Boden zu bleiben. Und ich hab's etwas wilder getrieben als andere.
Dabei wirken sie eher sensibel als draufgängerisch...
Semmelrogge: Ich bin beides. Ich hab ein Herz - aber auch Eier in der Hose. Als Jugendlicher bin ich oft angeeckt, rebellierte gegen das Establishment. Doch ich habe dabei keinen verletzt. Vielleicht wollte ich auch immer der Wilde, Kernige sein, weil ich als Kind klein, zart und blass war. Im Leben sucht man sich wohl immer das Gegenteil von dem, was man wirklich ist.
12:40
Semmelrogge mimt skrupellosen Schurken
Für diese Rolle hat er sich ja anscheinend in deutschen Gefängnissen schonmal vorbereiten können ;-)
04:36
Diese r.kant ist die wohl unsympathischste Figur die im deutsche Forumswesen herumgeistert.
Der Typ kann doch eigentlich nichts. Er ist ein zusätzlich noch grottenschlechter *************.
09:27
... was polarisiert ist gut.
(So sagt man in der Kunst)
21:05
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20:00
Ihr solltet ihn mal als Vukujev hören...
17:07
Diese Semmelrogge ist die wohl unsympathischste Figur die im deutsche Kulturwesen herumgeistert.
Der Typ kann doch eigentlich nichts. Er ist ein zusätzlich noch grottenschlechter Schauspieler.
Wer gräbt diesen Proll eigentlich immer wieder aus und stellt den auf irgendwelche Bühnen?
13:16
nun, als sympathieträger, wäre er wohl meist eine krasse fehlbesetzung ... ;-))
gruß an die vorstadtkrokodile ...