Lahme ,Achterbahn’ im Theater im Rathaus
02.05.2011 | 17:08 Uhr 2011-05-02T17:08:00+0200
Essen.Eine „Achterbahn“-Fahrt versprach der Titel des Stück, mit dem das Theater im Rathaus am Wochenende die letzte Premiere der aktuellen Spielzeit. gefeiert hat. Doch allzu unentschlossen pendelt René Heinersforffs Inszenierung zwischen Drama und Komödie, so dass weder Spannung noch Freude aufkommen mag: So bleibt das französische Stück aus der Feder von Eric Assous eher so aufregend wie eine Maikäferbahnfahrt.
Angelegt ist das Stück als klassisches Dialog-Kammerspiel: Ein älterer, gut situierter Herr bringt eine junge und attraktive Barbekanntschaft mit in seine Wohnung. Die Absicht, für eine Nacht das Bett zu teilen, wird schnell klar, doch der Weg dahin ist steinig. Denn die Auserwählte wechselt ihre Persönlichkeit schneller als andere ihre Socken. Erst zeigt sie sich als moralisch standfeste Frau, die sämtliche Avancen abwehrt, als sie erfährt, dass der Casanova verheiratet ist — nur um sich wenig später als Prostituierte zu offenbaren. Doch auch das ist nicht ihre wahre Persönlichkeit: Mit ständig neuen Identitätswechseln bringt sie den Mann, der sich doch nur nach einem unkomplizierten Schäferstündchen sehnt, zur Verzweiflung.
Das könnte Stoff sein für ein spannendes Verwirrspiel à la Éric-Emmanuel Schmitt. Doch diesem Vorbild wird das Stück erst in der durchaus packenden letzten Viertelstunde gerecht, wenn die junge Frau endlich alle Masken fallen lässt. Denn so richtig stimmt die Chemie zwischen den beiden prominenten Hauptdarstellern nicht.
Volker Brandt hat seinen Autopiloten auf Komödie eingestellt: Und er versucht den Mangel an Pointen in der deutschen Fassung des Stücks durch Grimassen und hektische Bewegungen auszugleichen. Alexandra Kamp dagegen bleibt stets ausgesprochen kühl — dabei macht es keinen Unterschied, in welche Rolle sie schlüpft. Somit bleibt sie weit davon entfernt, die Möglichkeiten ihres Verwirrspiels auszuschöpfen. Nur im Finale wagt sie es, Emotionen auszuloten und sorgt damit immerhin für einen packenden Schlussmoment in einer sonst dahinplätschernden Inszenierung.
16:26
ich werde ab jetzt die Kritiken von Herrn
Gordon K. Strahl aufmerksam lesen. Wenn noch
einmal eine so schlechte Kritik von ihm kommt werde
ich im Bekanntenkreis Reklame für das Stück
machen.
Vielleicht war er ja auch gar nicht drin oder hat den
Titel vertauscht.
Gruss dodeutscher104