Künstler besetzen altes DGB-Haus in Essen
19.07.2010 | 13:36 Uhr 2010-07-19T13:36:00+0200Essen.In Essen haben Künstler das alte DGB-Haus besetzt. Nach Angaben der Polizei wird jedoch nicht wegen Hausfriedensbruchs ermittelt, da der Besitzer des Gebäudes keine Strafanzeige erstattet habe.
Laut einem Bericht des Ruhrgebiets-Blogs „Ruhrbarone.de“ wollen die Besetzer in dem seit drei Jahren leerstehenden Gebäude ab sofort täglich ab 18.00 Uhr Kulturveranstaltungen organisieren. Die Besetzung sei langfristig angelegt. (ddp)
18:15
Ich stehe der Kulturhauptstadt kritisch gegenüber, aber das klingt ja mal kreativ und lässt hoffen.
Da der Besitzer noch keine Anzeige erstattet hat, dürfte er die vielleicht auch nur vorübbergehende Umwidmung seines Eigentums dulden. Wenn er das nicht möchte, wird er rechtliche Schritte einleiten. Ganz einfach. Wenn Beschädigungen auftreten wird er sich das vielleicht nochmal überlegen.
Alles wird gut, lieber Konservativer. Nicht nur die Elitenkultur des Hr. Pleitgen braucht ihren Platz.
18:11
Besetzung als Hinweis auf Alternativen.
So wie es aus den Artikel herauszulesen ist, geht es wohl hier eher um Bemühungen von Künstlern eine tatsächliche Nutzungsalternative aufzuzeigen. Ich finde es Bemerkenswert, wenn eine Besetzung als erstes nicht als Besitzanspruch gesehen wird, sondern versucht wird Räumlichkeiten positiv nutzbar zu machen!
In Zeiten von geringen Mitteln der Kommunen und immer größerer Belastungen der kommunalen Verwaltung sich wirklich um die Interessen der Bürger kümmern zu können, ist es doch eher begrüßenswert wenn aktive Bürger sich bemühen Lösungen und Umsetzungen zu entwickeln und sich dafür einzusetzen! Sowas macht doch Städte viel attraktiver!
Ich vermisse manchmal im Ruhrgebiet solche künstlerischen Initiativen die eine Stadt wieder interessanter macht. Muss das immer in Berlin stattfinden, oder anderen Metropolen. Ist Kunst nicht auch notwendig in solchen Gebieten wo sich gerade erst ein Strukturwandel vollzieht, um die Geschichte einer Stadt zu verarbeiten und Zukunftsideen zu entwickeln?
Auch wenn ich das Kulturhauptstadtprogramm sehr umfangreich und toll finde, so könnte man sich doch auch fragen, was ist danach? Die Förderer sind weg, es war ein tolles Jahr aus dem sicherlich schöne Erinnerungen bleiben... Finde es gut, wenn sich darüber hinaus und aus eigener Kraft junge Menschen für Ihre Region einsetzen!
Und zum vorherigen Kommentar:
Es ist paradox einen Besitzanspruch zu erheben auf etwas was frei zugänglich ist, Kunst ist frei. Jeder darf künstlerisch seine Meinung äußern. Manche Großväter haben mal dafür gekämpft damit dies überhaupt möglich ist.
Durch eine Besetzung muss zudem nicht gleich ein „Besitzanspruch“ impliziert werden. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass diese „Künstler“ in den Besitz eines so großen Gebäudes gelangen wollen. Die 68er sind schon lange vorbei!!! Durch eine neue Nutzung hat zudem auch der Besitzer durch aus Vorteile. Ein Gebäude gewinnt sicherlich nicht an Wert wenn es zunehmend verwahrlost.
Initiative zu ergreifen und zukunftsgerichtet, nachhaltig zu investieren sollte durch zu konservatives Denken nicht aufgehalten werden!
17:35
Was macht die Künstler Ihrer Meinung nach zu Chaoten?
Dass sie das Eigentum anderer nicht achten. Wenn ein Künstler seine Leinwand, sein Instrument oder was auch immer nicht nutzt, kann ja auch niemand hingehen und es wegnehmen, um es für andere nutzbar zu machen.
16:45
Was macht die Künstler Ihrer Meinung nach zu Chaoten?
Und was ist mit Eigentümern, die Immobilien leer stehen lassen, abschreiben und nicht zu anderen Nutzungen frei geben?
Während Künstler und ander Aktive für teures Geld Räume anmieten müßen?
Kunst & Soziokultur benötigen günstige Räume, damit alle in der Gesellschaft davon profitieren können!
Ich finde die Aktion super. Sympathisch, offen, transparent und fair (keine Sachbeschädigung usw.).
15:39
Die nennen sich Künstler? Ich würde eher sagen: Chaoten