Klappe, die dritte, und bitte!
14.02.2012 | 19:07 Uhr 2012-02-14T19:07:00+0100
Essen.Schreiben, drehen, schneiden: Der Verein Medienprojekt Essen hilft Jugendlichen, eigene Filmprojekte zu verwirklichen.
Fragt man Jugendliche nach ihren Berufswünschen, rangieren Schauspieler und Regisseur neben Feuerwehrmann und Tierärztin ganz oben auf der Liste. Dass die Arbeit beim Film Spaß machen kann, aber durchaus fordernd ist, möchte Christian Schüning vom Medienprojekt Essen Kindern und Jugendlichen in Workshops vermitteln.
Seit gut zwei Wochen ist der neu gegründete Verein gemeinsam mit anderen Organen der Medienarbeit für Jugendliche wie etwa die Junge Presse an der Frankenstraße untergebracht. Wer schon immer mal einen Film drehen wollte, bislang aber weder Schauspieler noch die notwendige Ausrüstung dazu besaß, kann sich bei Schüning melden. „Wir besprechen dann erstmal, welche Ideen sich umsetzen lassen“, sagt der 22-Jährige. Christian Schüning ist vom Fach – er studiert Medienproduktion mit Schwerpunkt Film und Foto an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe.
Teilnahme an Wettbewerb
Einige Interessenten konnte er schon für sein Projekt gewinnen. So entstand gerade der erste Kurzfilm unter Schünings Betreuung, den Schüler der Oberstufe vom Gymnasium an der Wolfskuhle produziert haben. Exakt 99 Sekunden ist das Werk lang, was kein Zufall ist: Denn mit dem Film hatte sich das Team bei den „99 Fire Film Awards“ in Berlin beworben. Dort wird Ende Februar der beste 99-Sekünder prämiert – mit 999 Euro. Zwar hat sich das Essener Team nicht für das Finale qualifizieren können, aber Christian Schüning nimmt es sportlich: „Dabei sein ist alles.“
Oft sprudelten die Ideen bei den jungenFilmemachern nur so, doch seien die Wünsche nicht immer ganz realistisch: „Am liebsten würden manche hier einen Science-Fiction-Film mit aufwendigen Spezialeffekten produzieren“, sagt er amüsiert. Die finanziellenMöglichkeiten der jungen Medienmacher mögen begrenzt sein – ihre Fantasie ist es nicht.
Das Jugendamt unterstützt das Projekt, indem es dem Verein einen Arbeitsraum zur Verfügung stellt und die Betriebskosten trägt. Auch an den Kosten für Ausrüstung und Requisiten will die Stadt sich beteiligen – in welcher Höhe die Unterstützung ausfallen wird, ist noch unklar. „Der pädagogische Ansatz bei dem Projekt ist klar erkennbar“, sagt Andreas Ruff, Leiter der Abteilung Medienarbeit im Jugendmedienzentrum. „Wir handeln nach dem Prinzip: Biete Positives, das verdrängt Schlechtes.“ So sei der beste Weg, Jugendliche zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Medien zu erziehen, sie in der Medienarbeit selbst zu schulen. Dies werde in Zeiten von Facebook immer wichtiger.
Noch ist der Arbeitsraum des Vereins eher spartanisch eingerichtet, ein Schnittplatz ist aber bereits vorhanden. „Wir suchen noch Sponsoren“, so Schüning. Bislang beschränkt sich die Arbeit eher auf Kooperationen mit Schulen etwa in Form einer Projektwoche. Im Sommer wollen Christian Schüning und seine Mitstreiter auch ein eigenes Kursangebot zusammenstellen. Dazu benötigen sie auch noch personelle Verstärkung. Wer Interesse hat, ein Seminar zu übernehmen, kann den Verein unter info@medienprojekt-essen.de kontaktieren.
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