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Käufer für Essener Ruhr-Atoll gesucht

01.12.2010 | 19:36 Uhr
Käufer für Essener Ruhr-Atoll gesucht
Foto Walter Buchholz

Essen.35.000 Besucher wollten die künstlichen Inseln des Ruhr-Atolls auf dem Baldeneysee sehen. Nach Ende des Ruhr.2010-Projektes fällt es jedoch schwer, Käufer für die schwimmenden Kunstwerke zu finden: Interessierte brauchen Geld und Platz.

Video
Mit einem U-Boot nimmt das Ruhr.2010-Projekt "Ruhr-Atolle" Formen an.

Im Sommer sorgte die Insel auf dem Baldeneysee für frostige Stimmung. Jetzt, wo’s richtig kalt ist, wurde sie abgerissen: Der „Iceberg“ war nicht winterfest. Doch drei Inseln des Ruhr-Atolls liegen noch im Hafen des Ruhrverbandes vor Anker. Sie sollen bis zum Frühjahr verkauft werden, um ein Defizit des Ruhr.2010-Projektes auszugleichen, das Kurator Norbert Bauer „im sechsstelligen Bereich“ sieht.

Wer also einen Gartenteich, der groß genug für ein U-Boot ist, sein eigen nennt und auch ansonsten flüssig ist, was das Finanzielle betrifft, hat gute Chancen: Käufer stehen nicht gerade Schlange wie die rund 35.000 Besucher, die in 150 Tagen per Tretboot die schwimmenden Kunstplattformen angesteuert haben. „Wir haben ein paar Eisen im Feuer“, sagt Bauer, der als Eigentümer der Atolle die Kultur-Konzept-GmbH angibt.

Preis ist letztendlich Verhandlungssache

Projekt Ruhr-Atoll

Preise werden nur für die 20 Modelle im Maßstab 1:10 genannt, von denen bekanntlich nur vier realisiert wurden. Ab 5000 Euro geht’s los – welches Modell wieviel kostet, hat Bauer noch nicht entschieden. Das teuerste dürfte das „Projekt zur Erhaltung der natürlichen Ressourcen“, sein, kurz „Schrottinsel“ genannt, eingepreist auf 120.000 Euro.

Die drei tatsächlichen und verbliebenen Kunstinseln erwiesen sich bislang als Ladenhüter. Ganz schlecht sieht es für „Frosch und Teemeister“ aus. Während der Laufzeit des Ruhr-Atolls war das Werk die einzige Insel, die nicht betreten werden durfte. Der Künstler Kazui Katase hat verfügt, dass dies auch nach einem Verkauf so bleiben muss – was den Interessentenkreis auf einem Schlag gen Null dezimierte. Laut Bauer gibt’s für die Kabakov-Insel die meisten Anfragen. Fachleute schätzen allein die Herstellungskosten der Insel auf bis zu 300.000 Euro, und drunter wird man das Werk des renommierten Künstlerehepaares kaum bekommen. Doch der Preis dürfte am Ende Verhandlungssache sein.

Sollte es Bestrebungen geben, das Atoll im Ruhrgebiet zu belassen, wäre der Duisburger Innenhafen bestens geeignet. Raimund Stecker, Direktor des Duisburger Lehmbruck Museums, fehlen „belastbare Voraussetzungen“ für Gespräche – in finanzieller wie organisatorischer Sicht. Prinzipiell findet er es aber „schade, dass da hervorragende Kunstwerke versauern“.

Tankred Stachelhaus

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Kommentare
02.12.2010
16:23
Käufer für Essener Ruhr-Atoll gesucht
von WAZislos? | #9

Was für eine Lachnummer. Norbert Bauer soll mit dem Ruhr-Atoll minus gemacht haben. Wer’s glaubt. Wenn einer nie und nimmer mit seinen Projekten Defizite macht, denn Norbert Bauer. Bei allen seinen Projekten hat unterm Strich immer nur einer Gewinn gemacht: der schlechte Künstler aber geniale Vermarkter Norbert Bauer. Schickt mal einen unabhängigen Buchprüfer zu ihm, dann werden die Zahlen aber anders aussehen.

02.12.2010
15:50
Käufer für Essener Ruhr-Atoll gesucht
von karlleokraus | #8

Eine Halbzeitbilanz nicht mehr nachvollziehbar,
ein U-Boot nicht tauchfähig wenn es will wenn es muss,
eine Schrottinsel nicht verschrottbar
und ein Iceberg nicht winterfest.
Aber, dafür immerhin ein sechsstellig, belastbares Defizit.
Ich sach nur, mit Äppelwoiinsel, gescheitert an kleinbürgerlichen Kunstbanausen, ach wat reg` ich mich auf, wäre dat alles nicht passiert. Da hätte der Baldeneysee jetzt soviele Promille und wäre auf Jahre winterfest, und, der Kurator N. Bauer nach Äppelwoigelage ebenfalls auf Jahre kuriert.
Hick!

02.12.2010
15:21
Ein U-Boot für den Garten
von Kultur was ? | #7

35 000 Besucher sollen es also doch gewesen sein. Verschwiegen wird, dass davon überwiegend Schulklassen waren. Für die nämlich waren übrwiegend die Tretboote reserviert worden. Das ist Subvention der Kunst by Mama und Papa, weil der Schulträger, die Stadt Essen, natürlich Koop-Partner der Ruhr 2010 war.

Ohne die Schulen wäre das Projekt wohl vollendes finanziell abgesoffen.

Dass nun niemand den überteuerten Schrott kaufen will, verwundert nicht. Auch das über den wahren Verlust vornehmes Stillschweigen geübt wird, belegt nur, wie arg das Projekt floppte.

So wie das ganze Kulturhauptstadtjahr, dass nur gescheytterte Pleit(g)en waren. Schlimmer noch: dieser Ruhr 2010 fielen21 Menschen zum Opfer. Zwar übernahm der Geschäftsführer der gesellschaft mit beschränkter Haftung dafür die Verantwortung. Konsequent trat er aber dennoch nicht zurück, sondern betrieb auch noch Journalistenschelte, weil seine eigene frühere Kollegenschaft nun auf Ursachenforschung machte. Dass nun noch weniger Geld für die Kulturförderung in den nächsten Jahren zur Verfügung stehen wird, ist dieser Ruhr 2010 zu verdanken, die in Großmannssucht verfallen mit Millionen um sich warf, nur nichts nachhaltiges zurückließ. Kulturförderung war das nicht; wohl aber Kulturvernichtung!

02.12.2010
12:54
Ein U-Boot für den Garten
von alle_bekloppt | #6

Ach... und wie lustig das ganze doch wird, wenn man mal ins Archiv guckt. Siehe: http://www.derwesten.de/staedte/essen/Schon-30-000-Besucher-bei-Ruhr-Atollen-id3295774.html

Da heißt es: Die Macher der künstlichen Inseln auf dem Baldeneysee haben eine positive Halbzeitbilanz gezogen. Seit Mai schauten sich 30.000 Besucher das Ruhr.2010-Projekt an.

Hmmm... mal kurz überlegen. Diese Bilanz wurde demnach vom selben Norbert Bauer gezogen, der nun ein sechstelliges Defizit sieht. Aha. Wie sagte er so schön in dem anderen Artikel: Die Essener Tafel’ sorgt für die Nahrung des Körpers. Die Kunst liefert Nahrung für den Geist.“

Super Spruch. Das solche Kunst genug Nahrung für derartige Kleingeister liefert, ist klar. Viel Hirn kann jedenfalls nicht vorhanden sein.

Ich war in Mathe noch nie der Überflieger... aber wollen wir doch nur mal kurz überschlagen...

Halbzeitbilanz: 30.000 Besucher
jeder Besucher mußte rund EUR 10,- latzen... das sind dann also EUR 300.000,- zur Halbzeit. Wenns während der restlichen Zeit des Jahres genau so gut weiterlief, warens am Ende rund EUR 600.000. Allein die Kabakov-Insel hat (laut Bericht) rund EUR 300.000,- gekostet...

...wie kommt man denn dann bei vier Inseln zzgl. anderem Krempel, Personalkosten etc. auf eine positive Halbzeitbilanz?

ALLE BEKLOPPT

02.12.2010
12:53
Ein U-Boot für den Garten
von alle_bekloppt | #5

Ach... und wie lustig das ganze doch wird, wenn man mal ins Archiv guckt. Siehe: http://www.derwesten.de/staedte/essen/Schon-30-000-Besucher-bei-Ruhr-Atollen-id3295774.html

Da heißt es: Die Macher der künstlichen Inseln auf dem Baldeneysee haben eine positive Halbzeitbilanz gezogen. Seit Mai schauten sich 30.000 Besucher das Ruhr.2010-Projekt an.

Hmmm... mal kurz überlegen. Diese Bilanz wurde demnach vom selben Norbert Bauer gezogen, der nun ein sechstelliges Defizit sieht. Aha. Wie sagte er so schön in dem anderen Artikel: Die Essener Tafel’ sorgt für die Nahrung des Körpers. Die Kunst liefert Nahrung für den Geist.“

Super Spruch. Das solche Kunst genug Nahrung für derartige Kleingeister liefert, ist klar. Viel Hirn kann jedenfalls nicht vorhanden sein.

Ich war in Mathe noch nie der Überflieger... aber wollen wir doch nur mal kurz überschlagen...

Halbzeitbilanz: 30.000 Besucher
jeder Besucher mußte rund EUR 10,- latzen... das sind dann also EUR 300.000,- zur Halbzeit. Wenns während der restlichen Zeit des Jahres genau so gut weiterlief, warens am Ende rund EUR 600.000. Allein die Kabakov-Insel hat (laut Bericht) rund EUR 300.000,- gekostet...

...wie kommt man denn dann bei vier Inseln zzgl. anderem Krempel, Personalkosten etc. auf eine positive Halbzeitbilanz?

ALLE BEKLOPPT

02.12.2010
12:46
Käufer für Essener Ruhr-Atoll gesucht
von Menschenkenner | #4

Stellts bei freecycle ein. Irgend ein Idiot wird es schon abholen.

02.12.2010
12:01
Käufer für Essener Ruhr-Atoll gesucht
von kohleraus | #3

Das U-Boot ist mit seinem Spruch doch bestens für Scientologen geeignet.Und die rekrutieren doch bekanntermaßen in Europa vorwiegend kapitalstarke Esoteriker.

02.12.2010
11:29
Ein U-Boot für den Garten
von trickflyer | #2

gegenüber ist platz:villa hügel....zurück zu den wurzeln.

02.12.2010
08:31
Ein U-Boot für den Garten
von alle_bekloppt | #1

Moin!

So... nun muß ich doch mal kurz nachhaken, denn irgendwas muß ich während der vergangenen Monate mißverstanden haben.

Über die Kunst und Kunstwerke in Essen und die künstlerisch wertvollen Projekte, die während der Ruhr2010-Kampagne verzapft wurden, hatte sich manch einer ja im Vorfeld und währenddessen bereits mehrfach kopfschüttelnd geäußert. Von den vielen anderen Glanzbeispielen, die es allein in Essen gibt (ich sag nur Spitzertonne), mal abgesehen.

Nun gilt es also, Bescheuerte - entschuldigung - Käufer für diese Atolle zu finden. Wenn ich lese, was diese Dinger gekostet haben, fällt mir schon nichts mehr ein. Wenn ich dann lese, für welche Summen man versuchen will, die Dinger wieder zu verscherbeln, kann ich mir ein Grinsen nicht verkneifen.

Naja... irgendein Kunst-Sammler im sonnigen Dubai oder Florida oder Australien wird sich ja bestimmt finden, denn für einen Sammler in unseren oder gar nördlicheren Breitengraden wäre das wohl herausgeschmissenes Geld. Immerhin, so lese ich, sind die Dinger ja nicht winterfest.

Am Interessantesten finde ich jedoch, das Kurator Norbert Bauer das Defizit des Ruhr.2010-Projektes im sechsstelligen Bereich sieht.

Äh... tschuldigung, Herr Bauer. Da müssen Sie was falsch verstanden haben. Wir sprechen hier von Ruhr2010... DAS Erfolgsjahr für die Region. DAS Projekt, das voll den Aufschwung und Image-Gewinn für uns gebracht hat. DIE Zeit, in der Touristen und Kulturinteressierte aus aller Welt zu uns reisen und somit Geld ohne Ende in die Kassen spülen.

Ein Defizit im sechsstelligen Bereich? Nein, nein... da müssen Sie was falsch verstanden haben. Das hätten wir uns doch bei der derzeitigen Finanzsituation gar nicht leisten können. Immerhin... hätte man sowas im Vorfeld absehen können, wäre doch bestimmt erst gar keiner auf die Idee gekommen, so ein Projekt in Angriff zu nehmen.

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