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„Honigmond“ erleuchtet die Katakomben

13.01.2010 | 18:42 Uhr
„Honigmond“ erleuchtet die Katakomben

Essen. Drei Frauen, die mitten im Leben stehen, scheinen doch nur ein Thema zu kennen: Männer. Was ein wenig wie eine um eine Protagonistin reduzierte Episode der Fernsehserie „Sex And The City“ klingt, dient dem Stück „Honigmond“ als Handlungsgerüst.

Das extra für diese Inszenierung neu gegründete Ensemble „Volxtheater Essen“ präsentiert die 1992 vom österreichischen Autor, Regisseur und Schauspieler Gabriel Barylli verfasste Komödie am Samstag, 16. Januar, als Essener Erstaufführung im Katakomben-Theater.

Für das Stück lässt die Bühne im Girardet-Haus es noch einmal weihnachten. Vamp Linda, die ihre Männer wie Strümpfe wechselt, lädt ihre Freundinnen Christina, gerade glücklich geschieden, und Barbara ein, um zusammen das Christfest zu feiern. Letztere führt eigentlich eine Musterehe, und will ursprünglich ihren Gatten mitbringen, kommt aber überraschenderweise allein — dunkle Wolken scheinen über dem Paradies zu hängen.

Mit dem Stück hat Barylli quasi einen Gegenentwurf zu seinem Erfolgsdebüt „Butterbrot“ geschaffen: Dort waren es drei Männer, bei denen sich alles ums weibliche Geschlecht drehte. Mit der Figur der Christine bekommen beide Werke sogar eine überschneidende Komponente: Ihr Ex-Mann war einer der Protagonisten in „Butterbrot“.

„Jede Figur hat ihre Krise“

„Ich wollte das Stück schon seit langem inszenieren“, betont der Regisseur Markus Rührer, der neben dieser Tätigkeit auch noch als freier Schauspieler arbeitet. Ihn überzeugten neben den geschliffenen, pointierten Dialogen vor allem die Charaktere des Dreiakters: „Jede Figur hat ihre Krise“. Am Ende des Stückes habe jede Frau eine Entwicklung durchlebt, die sie jeweils woanders stehen ließe als zuvor.

„Die Damen kommen zwar alle aus gut situiertem Hause, sind aber ansonsten so unterschiedlich, wie man nur sein kann“, erzählt Carina-Maria Rief, die in die Rolle der Linda schlüpft. Aus diesen Differenzen und dem daraus resultierenden Schlagabtausch beziehe das Stück seine Komik.

Dass die Komödie, mit der das Ensemble auch auf Tour gehen will, im Katakomben-Theater seine Premiere feiert, hat einen besonderen Grund: Die Schauspielerinnen Meike Angermann, die nun Barbara verkörpert, und Tanja Brügger, die Christine spielen wird, standen hier schon im September 2008 bei dem Stück „Fünf im gleichen Kleid“ auf der Bühne. Im Publikum saß damals Markus Rührer. „Da wusste ich, dass ich das Stück mit den beiden machen möchte“, betont er.

Gordon K. Strahl

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