Galerie Schlag zeigt „Chinese Abstract Painting Today“

Chen Ruo Bing  bei der Eröffnung der  Ausstellung „Chinese Abstract Painting Today“ in der Galerie Schlag.
Chen Ruo Bing bei der Eröffnung der Ausstellung „Chinese Abstract Painting Today“ in der Galerie Schlag.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Schwerpunkt asiatische Kunst: Die Galerie Schlag zeigt die große Schau „Chinese Abstract Painting Today“. Klose stellt die Koreanerin Sung Won Hong aus

Essen.. „China 8“ heißt das ehrgeizige Kulturprojekt, das die Museumslandschaft zwischen Essen und Hagen derzeit zu einem großen, vielfältigen Panorama fernöstlicher Kunstpositionen macht. Für jemanden, der die Entwicklungen des asiatischen Kunstmarktes seit Jahren mit großer Kunde und Interesse verfolgt, lag es da natürlich nahe, das Thema aufzugreifen und zu erweitern. Und also zeigt der Essener Galerist Frank Schlag mit „China Abstrakt Painting Today“ – einer aufwendig arrangierten, kundig zusammengetragenen und vom Bochumer Museumschef Hans Günter Golinski prominent eröffneten Ausstellung – nun eine Ergänzung, die sich gewissermaßen als „China 9“ vorzüglich ins Gesamtbild fügt.

17 Künstler, darunter drei Frauen, präsentieren rund 60 Arbeiten jenseits der plakativen politischen Protest-Haltung und des zwingenden Aktualitätsbezugs. Bemerkenswert ist vielmehr, wie kulturelle und künstlerische Tradition hier in einer neuen, zeitgemäßen Ausdrucksweise münden. Die Filigranität der Tuschemalerei, die Tradition der Textilkunst, die Liebe zum Ornament fließen hier ein. Und gleichzeitig scheint die Kunst dem immer schneller werdenden Lebens-Rhythmus der pulsierenden chinesischen Megastädte eine Struktur, ein Besinnen abzutrotzen.

Ruhe, Kontemplation und eine atemberaubende Ausdauer sind diesen Werken eingeschrieben, die auch dem Betrachter einen zweiten Blick abverlangen. Um zu sehen, wie Graubner-Schüler Chen Ruo Bing seine famosen Farbwolken schweben lässt, wie Liang Quan hauchfeine Abstraktion auf Reispapier platziert, Xu Hongmins Gemälde in Malewitsch-Schwarz einem haptischen Lavafeld gleicht und präzis eingestickte Farbfäden der persönlichen wie künstlerischen Selbstfindung den Weg gebahnt haben.

Leuchtende Kunstkammern

Von dunklen Lebens-Schatten und künstlerischen Lichtblicken, die sich daraus manchmal entwickeln, weiß auch die Koreanerin Sung Won Hong zu berichten, die ihre faszinierenden Farbräume in der Galerie Klose vorstellt. Tiefrot, ozeanblau und moosgrün schimmern diese Kunstkammern, die auf den ersten Blick wie Illusionsräume aus dem Photoshop erscheinen und doch ganz reale, exakt vermessene und perfekt ausgeleuchtete Raumobjekte sind, die Sung Won Hong aufbaut und fotografiert.

Die ungemeine visuelle Sogkraft und Tiefe, die diese Wunderkammern ausstrahlen, könnten in Zukunft noch spürbarer werden. Aus den fotografischen Räumen sollen dann echte, begehbare Farbmonumente werden. Die allerdings gibt es bislang nur als Computer-Animation.