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Fünf Ladies morden in acht Minuten

29.02.2016 | 19:18 Uhr
Fünf Ladies morden in acht Minuten
Die "Ladies Crime Night" im Essener Polizeipräsidium (v. l.): Christiane Dieckerhoff, Heidi Möhker, Astrid Korten, Mischa Bach und Manuela Wirtz mit Polizeipräsident Frank Richter.Foto: Polizei Essen

Essen.   Benefizlesung „Ladies Crime Night“ im Essener Polizeipräsidium. Die Mörderischen Schwestern unterhielten das Publikum mit kurzweiliger Krimikost.

Mit Verbrechen kennen sie sich aus, die Mörderischen Schwestern. 22 Mitglieder der Schriftstellerinnen-Vereinigung machten dieser Tage Essen im Rahmen einer Tagung unsicher – und fünf von ihnen servierten am Samstag bei einer Lesung im Polizeipräsidium ihre spannungsreiche Krimikost vor großen Publikum.

„Tatort“ war der Besprechungsraum im dritten Stock des Polizeigebäudes. „Notruf 110, 110 Besucher – das passt“, freute sich Polizeipressesprecher Ulrich Schnippenkötter angesichts des vollen Saals. Die „Ladies Crime Night“ war eine Benefizlesung zu Gunsten von zwei Frauenhäusern. Präsentiert wurden fünf Geschichten von jeweils acht Minuten Länge und eine besondere musikalische Begleitung durch das Krimi-Ensemble des Landespolizeiorchesters NRW. Jeweils zwischen den literarischen Mord-Taten spielte das Orchester bekannte Hits aus „Derrick“, „Drei Engel für Charlie“, „Magnum“ oder „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“.

Und getreu letzterem Songtext legten Astrid Korten, Christiane Dieckerhoff, Heidi Möhker, Mischa Bach und Manuela Wirtz los. Da griffen Männer vor lauter Schlaflosigkeit zum Messer oder aus Gier zum Elixier der Unsterblichkeit. Da wurden Frauen zu Objekten männlicher Begierden und wer weiß, was dann alles passieren kann... Auch im Überwachungsstaat gibt es Schlupflöcher, wurde festgestellt. Und das „Blaulicht“ in der Essener Stadtbibliothek verfehlt seine Wirkung ebenfalls nicht.

Kurzweilige Interviews

Die Kettwiger Autorin Astrid Korten moderierte die Kriminacht, flocht in die Lesepassagen kurzweilige Interviews mit den Autorinnen ein. Die bestätigten: Das literarische Verbrechen ist ihnen eine Herzensangelegenheit, denn sie möchten Menschen mit immer neuen Geschichten überraschen. Was den fünf Autorinnen an diesem Abend aufs Beste gelungen ist.

Polizeipressesprecher Ulrich Schnippenkötter griff ebenfalls zum Mikro. Foto: Polizei Essen

Neben der Unterhaltung stand für die Mörderischen Schwestern aber auch noch die Arbeit an Sachthemen an. Wie sollte ein Exposé für einen Verlag aufgebaut sein? Welche Erzählperspektive ist die richtige? Was hat es mit dem Urheberrecht auf sich? Und was ist richtiges Marketing? Mit diesen Themen setzten sich die 22 Seminarteilnehmerinnen auseinander.

Praktische Einblicke in die Polizeiarbeit, die sie in ihren Krimis ja ebenso genau schildern wie die Verbrechen, lieferte dann noch ein Besuch im Polizeipräsidium. Die Leitstelle sowie der Zellentrakt wurden besichtigt – und so die eine oder andere Anregung für den nächsten Roman mitgenommen.

Petra Treiber

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Fünf Ladies morden in acht Minuten
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2016-02-29 19:18
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