Folkwang-Studenten stellen in Berlin aus
25.05.2010 | 18:42 Uhr 2010-05-25T18:42:00+0200
Essen.Folkwang-Diplomanden stellen in Berlin gemeinsam mit Studenten der Universität der Künste aus. „Von Metropole zu Metropole lautet das Motto“ und soll Essener Studenten auch zu Kontakten in der Kunstmetropole Berlin verhelfen.
Was bleibt nachhaltig von 12 Monaten Kulturhauptstadt? Durch den Titel wird Essen von anderen Kulturmetropolen zunächst einmal wahrgenommen. Davon profitieren auch die Künstleraustauschprojekte, die das Kulturbüro mit lokalen Partnern organisiert. Sie bieten eine dauerhafte Perspektive – für geringen finanziellen Aufwand.
Schauplatz „Kommunale Galerie Berlin“ in Charlottenburg: Kürzlich eröffneten der dortige stellvertretende Bezirksbürgermeister und Essens Kulturausschussvorsitzender Norbert Kleine-Möllhoff die Ausstellung „Meeting point“. Sieben Fotografie-Diplomanden der Folkwang Universität stellen mit sieben Malerei-Schülern der Klasse Burkhard Held der Universität der Künste (UdK) aus.
Die Hauptstadt ist wichtiger und kontinuierlicher Partner. Den Startschuss gab im Juli 2001 der frühere Kulturdezernent Oliver Scheytt. Über eine Dialogreihe mit dem damaligen Berliner Kultursenator Christoph Stölzl schuf er eine Plattform. Seit 2006 herrscht nun unter Leitung von Kulturbüro-Chefin Petra Salhöfer ein reger Austausch.
Low.-Budjet-Projekt
„Von Metropole zu Metropole lautet das Motto“, betont sie und erklärt den Kostenrahmen: „Es ist ein Low-Budget-Projekt. Pro Jahr haben wir durchschnittlich 20 000 Euro, etwa aus RWE-Spenden oder anderen Sponsorenmitteln zur Verfügung.“ Ob Einzel- oder Gruppenausstellungen, gemeinsam oder getrennt: 20 Ausstellungen fanden bisher an zehn Orten mit rund 350 Künstlern statt. In Berlin stellten Essener Kreative etwa in der „Galerie Futura“, der „Inselgalerie“ oder im „Verein Berliner Künstler“ aus. Im Gegenzug zeigten die Berliner Arbeiten in Halle 12 auf Zollverein, im Forum Kunst und Architektur, Kunsthaus, oder der Alte Synagoge.
„Schön und gut“ mag man denken. Aber wozu? Im Falle von „Meeting point“ ist es für die jungen Fotografen mehr als eine reine Präsentationsfläche. „Die Essener Absolventen haben über die Ausstellung einen Fuß in der Berliner Tür“, erklärt Kurator Uwe Schramm vom Kunsthaus. Die Stadt gilt neben New York als die globale Kunstmetropole. „Andere Trends werden wahrgenommen und die Künstler sind zugleich Botschafter für die Stadt“, so Petra Salhöfer. Für Elke von der Lieth, Leiterin der „Kommunalen Galerie Berlin“, ist das „Netzwerken“ in Zeiten knapper kommunaler Kassen ein Muss: „Es bietet Chancen für Kommunen, um kulturell eine Perspektive zu haben.“
Nach der Eröffnung der Schau in Berlin kamen Petra Salhöfer, Lore Klar (Forum Kunst und Architektur) und Uwe Schramm nicht mit leeren Händen nach Hause. Im Verlauf von 2010 zeigen Thomas Czimczik, Peter Berndt und weitere Berliner Künstler ihre Arbeiten im Forum am Kopstadtplatz. „Meeting point“ können die Essener Besucher voraussichtlich Anfang 2011 entdecken.
Das ist jedoch noch nicht alles: 26 Essener Künstler stellen vom 10. bis 15. Juni im „Kiron Espace“ in Paris aus. Vertreter der Künstlervereinigung „Figuration critique“ waren bereits im März 2010 zu Gast, nun folgt der künstlerische Gegenbesuch. Darüberhinaus ist die Pariser „heartgalerie“ bei der „Contemporary Art Ruhr 2010“ vertreten.
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