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Klavier-Festival

Essen bleibt Schwerpunkt beim Klavier-Festival Ruhr

20.01.2012 | 19:28 Uhr
Essen bleibt Schwerpunkt beim Klavier-Festival Ruhr
Bochums GMD Steven Sloane dirigiert das Eröffnungskonzert in der Philharmonie. Foto: Ingo Otto

Essen.  Essen bleibt auch in diesem Jahr Schwerpunkt beim Klavier-Festival Ruhr. Etwa ein Drittel der Konzerte finden in der Ruhrmetropole statt. Das Augenmerk liegt verstärkt auch auf der Nachwuchsförderung - und zwar mit Alfred Brendel. Neben Grigory Sokolov stehen in Essen u.a. das WDR Sinfonieorchester Köln und die Geigerin Anne Sophie Mutter auf der Bühne.

Alfred Brendel , so berühmter wie regelmäßiger Gast des Klavier-Festivals Ruhr, hat 2008 seine Konzertlaufbahn beendet. Dem Pianistenreigen aber ist er weiterhin treu, wenn auch nicht als Solist. Gleichwohl steht in diesem Jahr eine außergewöhnliche Premiere an: Brendel gibt erstmals Meisterkurse am Klavier, drei junge Eleven, allesamt Preisträger des Busoni-Wettbewerbs, wollen vom Maestro lernen.

Öffentliche Meisterklasse nebst Konzert sind nur ein gewichtiger Beitrag des Festivals in Essen (5.Mai bis 14. Juli), wo insgesamt 21 Veranstaltungen zu erleben sein werden. Brendel und Schüler gastieren im Haus Fuhr (1.-4.7.), weitere Spielstätten sind die Philharmonie, die Lichtburg , das Museum Folkwang, Pact Zollverein und die Folkwang Universität.

Festival-Intendant Franz Xaver Ohnesorg hat das Programm 2012 in der Philharmonie vorgestellt. In Essen gibt sich einerseits künstlerische Prominenz die Klinke in die Hand, neben Brendel etwa Grigory Sokolov( 4.6.), Yefim Bronfman (17.6., mit dem WDR Sinfonieorchester Köln unter Jukka-Pekka Saraste) oder die Geigerin Anne Sophie Mutter (2.7. - mit ihrem Klavierpartner André Previn).

Projekte „Entdeckungen - Discovery“ für Kinder und Jugendliche

Zum anderen aber nimmt das Education-Programm des Festivals breiten Raum in der Stadt ein. Vier Projekte unter dem Namen „Entdeckungen - Discovery“ nehmen Kinder und Jugendliche mit ins musikalische Boot. Orientiert an den „Notations“ von Pierre Boulez wollen etwa die Choreographin Henrietta Horn, Schüler und Studierende aus dem Ruhrgebiet sowie das Folkwang Tanzstudio neue Bewegungsformen entwickeln.

Der Pianist Steffen Schleiermacher wiederum will sich in einem Workshop mit Schülern dem pianistischen Werk John Cages widmen. Die künstlerischen Ergebnisse der Projektarbeit werden am 29. Mai im Haus Fuhr (Cage) und am 27. Juni auf Zollverein (Notations) zu betrachten sein.

Essen steht bereits zu Beginn des Festivals, der diesmal ein doppelter sein wird, im Fokus. Bereits ab 9 Uhr morgends sendet das WDR3-Klassikforum am 5. Mai live aus der Philharmonie, bringt Künstlergespräche und eine Schaltung zur Generalprobe eben des Konzertes, mit dem abends der offizielle pianistische Startschuss fällt. Da geben sich die Bochumer Symphoniker unter Steven Sloane die Ehre, interpretiert der Franzose Jean-Yves Thibaudet Werke von Ravel und Gershwin. Tags darauf wagt der Havard-Professor und Pianist Robert Levin einen Blick in Gershwins Komponisten-Werkstatt (Haus Fuhr). Die Philharmonie ist ebenfalls Schauplatz einer spannenden Jazzer-Begegnung (25.6.): Pianist Chick Corea trifft auf den Stimmartisten Bobby McFerrin. Das Trio Jacky Terrasson wiederum, mit Earl Travis (Bass) und Jamire Williams (Drums), ist in der Lichtburg zu erleben (5.6.).

Cage und Gershwin, Ravel und Debussy - das Festival hat sich in diesem Jahr einen deutsch-amerikanischen Schwerpunkt verordnet. „John Cage sah das Klavier als Spielwiese“, bemerkt Franz Xaver Ohnesorg . Da ist es gewiss kein Zufall, dass die Pianistin Margaret Leng Tan auf speziellen Toy-Pianos Cages Werk erschließen will. Auch Werke für präpariertes Klavier sind zu hören (24. Mai im Folkwang-Museum). Einen Tag später wird es an gleichem Ort um „John Cage und die Bildenden Künste“ gehen, in Wort, Musik und Bild.

Martin Schrahn


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