Der Jäger des verlorenen Schatzes
25.10.2010 | 05:14 Uhr 2010-10-25T05:14:00+0200
Essen.Der Essener Tobias Daniel Wabbel forschte zehn Jahre lang nach dem Verbleib der Bundeslade – und schrieb ein spannendes Sach-Buch darüber. Dabei ist die Faktenfülle reich.
Er klettert durch fallengespickte Höhlen, prügelt sich mit Nazis und zieht schließlich aus einem schlangenverseuchten Tempel eines der größten denkbaren Heiligtümer der Welt: die Bundeslade. So hat es der peitschenschwingende Archäologe Indiana Jones in dem Abenteuerstreifen „Der Jäger des verlorenen Schatzes“ vorgemacht. „Ein toller Film“, schwärmt Tobias Daniel Wabbel.
Die fiktive Hatz brachte ihn überhaupt erst auf die Idee, sich selbst auf die Spurensuche nach der verschollenen Truhe mit den zehn Geboten Gottes zu begeben. Dafür brauchte er weder Peitsche, noch Hut und Revolver, sondern nur Bücher, Auto und Verstand. Nach zehnjähriger Forschungsarbeit und vielen Reisen zu historischen Stätten legt der 37-jährige Essener ein Sachbuch vor, das drei Kernthesen vorträgt, die so abenteuerlich erscheinen wie der Gedanke, dass in einer Heidhauser Wohnung mit Ikea-Möbeln die Lösung für eines der größten Rätsel der Menschheitsgeschichte niedergeschrieben wurde.
Erste These: Die Bundeslade ist der Schatz der Templer. Der sagenumwobene und später der Ketzerei angeklagte Mönchsritterorden fand im Jahre 1128 nach gezielten Grabungsarbeiten auf dem Jersusalemer Tempelberg die Bundeslade und überführte das Heiligtum nach Frankreich. Zwischenzeitlich war es im Vatikan. Papst Eugen III. beauftragte die Templer, den Schatz zu hüten. „Die Bundeslade ist das einzige Relikt, was beweisen würde, dass Gott selbst auf die Erde gekommen ist“, erklärt Wabbel. „Das hätte den Juden Auftrieb gegeben und dem Vatikan überhaupt nicht gefallen.“
Urlaubsplanung nach den Templern ausgerichtet
Zweite These: Die Bundeslade ist nichts anderes als der „Heilige Gral“. Die Autoren der Sage von Parzival, Christian von Troyes und Wolfram von Eschenbach, verkehrten in den Kreisen der Templer. Dritte These: Die Bundeslade ist bis heute in der französischen Stadt Laon verborgen, vielleicht in einer Gruft der Kathedrale oder der kleinen Templerkapelle. Wabbel hält noch weitere Überraschungen bereit, etwa dass sich der Glaube der Templer tatsächlich unter dem Einfluss der Bundeslade zum Judentum wandelte.
Warum stieg gerade er hinter die Geheimnisse des Templerschatzes? Was haben die jahrhundertelang nach dem Schatz suchenden Gelehrten, Archäologen und Grabräubern übersehen? Warum kam keiner vor ihm auf die Idee, die mit Geld der Templer aufgebauten gotischen Marien- und Stephanuskathedralen auf der Landkarte miteinander zu verbinden und darin die Sternbilder Drachen und Jungfrau zu erkennen? Wenn man den Essener Jäger des verlorenen Schatzes solche Fragen stellt, freut er sich: „Die dachten immer zu kompliziert.“ Der Cheftheoretiker der Templer, der heilige Bernhard von Clairvaux, habe dazu aufgerufen, Bilder wörtlich zu nehmen. „Ich bin der erste, der sich die Ikonographie genauer angeschaut hat.“
Seine ganze Urlaubsplanung richtete der Autor nach den Templern. Zeit verbrachte er an den Stellen, wo zunächst ihr Schatz vermutet wurde. Er erzählt die Geschichte des Hausmeisters der französischen Burg Gisor, der in den 1920er bis 1950er Jahren teilweise heimlich mit bloßen Händen ein riesiges Tunnelsystem unter der Anlage auf der Suche nach dem vermuteten Goldschatz der Templer grub. Oder er besucht die schottische Kathedrale von Rosslyn Chapel, wo der Thriller-Autor Dan Brown den Templerschatz versteckt hat. „Wunderschönes Bauwerk. Aber kein Templerschatz“ trägt sich Wabbel dort ins Gästebuch ein.
„Dan Brown ist Fiktion, Tobias Daniel Wabbel ist Fakt“
Sein Verlag wirbt für das Buch sinngemäß mit dem Slogan „Dan Brown ist Fiktion, Tobias Daniel Wabbel ist Fakt“. Wäre das Buch in einem esoterischen Kleinstverlag und nicht aufwendig gestaltet in dem Gütersloher Verlagshaus erschienen, das sich unter anderem mit theologischen Schriftreihen einen guten Namen gemacht hat, vielleicht hätte man die Publikation sogleich als spinnerte Verschwörungstheorien eines Hobby-Historikers in die Rundablage „Area 51“ geworfen. Zumal wenn man hört, dass Wabbel schon über die Suche nach Außerirdischen geschrieben hat. „Der rote Faden ist bei mir immer die Geschichte“, sagt der 37-jährige Essener. „Am Anfang stand da die Frage: Wie alt ist das Universum? Und: Ist da jemand für verantwortlich?“
In der Tat geht Wabbel mit der nötigen Distanz auf Spurensuche. Nichts wird als bewiesen betrachtet, sondern mehr als zwingend notwendige Schlussfolgerung präsentiert. Die Faktenfülle ist reich, aber alles andere als erdrückend. Wabbel versteht es, den Leser ebenso spannend wie mit leichter Hand durch die Jahrhunderte zu führen – mit ihm selbst als Protagonisten, der sich mit Touristengruppen um die Sicht auf alte Säulen drängelt und mit klopfendem Herzen wegen neuer Erkenntnisse von Kathedrale zu Kathedrale rast. „Ich habe einfach das Buch geschrieben, das ich immer lesen wollte.“
Ob er daran interessiert ist, tatsächlich die Bundeslade in Loan auszubuddeln? „Meine Aufgabe ist beendet. Ich bin kein Archäologe.“ Das Buch: „Der Templerschatz -- eine Spurensuche“, 256 Seiten, 42 Abbildungen und Grafiken, 19,99 Euro. Das Buch hat ein Register. Der Journalist und Publizist Tobias Daniel Wabbel veröffentlichte u.a. vier Anthologien und arbeitete mit dem Sender Arte zusammen.
09:21
Sehr interessantes Buch, was auch Spaß gemacht hat es zu lesen.
11:59
Dass die Bundeslade nicht in Äthiopien sein kann, belegt der Autor in seinem Buch über den Templerschatz. In Äthiopien befindet sich eine christliche Attrappe aus dem vierzehnten Jahrhundert. Was meint ihr wohl, warum die Lade i Axum nie der Öffentlichkeit gezeigt wird? Was wäre das für eine Blamage...
08:22
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15:05
zu #4! Stimmt wirklich! Wer schon mal da wahr! Sie liegt in einer Kapelle und wird von einen Wächter uneinsichtig bewacht!
13:27
Die Bundeslade ist in Axum in Äthiopien ! Und das schon so lange, dass es offensichtlich alle vergessen haben. Bis auf die Äthiopier !
Frag mal einen !
11:37
DEUS IO VULT
23:06
Zuviel Indiana Jones geschaut?
12:15
Toll, das man in einer mit IKEA Möbeln ausgestatteten Wohnung solch Lösungen finden und niederschreiben kann. Vielleicht sollte man auch das Essener Rathaus mit Möbeln aus dem berühmten Skandinavischen Möbelhaus einrichten ............vielleicht zeigt sich auch hier dann mal endlich ein Erfolg ab.