Ausstellung macht Dank an Essener Sturmhelfer sichtbar

Studenten der Hochschule der Bildenden K
Studenten der Hochschule der Bildenden K
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Rund 100 Besucher kamen zur Eröffnung der Ausstellung „Nach Ela“ ins Moltkeviertel. Die Kunstwerke erinnern an das Pfingstunwetter vor einem Jahr.

Essen-Moltkeviertel.. Wenn Sung Hee Kim an den 9. Juni vergangenen Jahres zurückdenkt, ist die Erinnerung noch ganz frisch. Die Studentin der Hochschule der Bildenden Künste saß mit Freunden in einem Restaurant in der Innenstadt, als Pfingststurm Ela über die Stadt hereinbrach. Erst, als das Unwetter vorüber war und die 22-Jährige den Heimweg nach Werden antreten wollte, wurde sie sich des Ausmaßes bewusst. „Es herrschte Chaos. Ich habe noch vergeblich auf eine Bahn oder ein Taxi gewartet, ehe ich den gut zehn Kilometer langen Weg zu Fuß angetreten habe“, sagt Sung Hee Kim. Der Südkoreanerin kamen viele Besucher des Pfingst- Open-Airs entgegen – völlig durchnässt, erschöpft und mit dem gleichen Gedanken, der auch ihr durch den Kopf schoss: „Ich wollte nur noch nach Hause.“

Diese ganz persönliche Erfahrung hat sie nun mit ihrem „Brief an Ela“ künstlerisch verarbeitet. Es ist eines von sechs Kunstwerken, die seit Samstag auf der Messelwiese an der Moltkestraße zu sehen sind. Mit der temporären Ausstellung „Nach Ela“ möchte der Bürgerverein Moltkeviertel in erster Linie den Helfern aus der ganzen Stadt danken, die sich auch im Moltkeviertel unermüdlich eingesetzt haben. „Ein Dank ist schnell ausgesprochen. Wir haben uns gefragt, wie man diesen Dank sichtbar machen kann“, sagte Norbert Meier, Vorsitzender des Bürgervereins, bei der Eröffnung vor rund 100 Besuchern.

Unaufdringliche Kunst

Ausstellung ist sechs Wochen lang zu sehen

Entstanden sind sechs unaufdringliche Kunstwerke, die zum Teil vergänglich sind – ebenso wie der Sturm und seine Folgen selbst. So etwa die Wachstafeln von Rebekka Alijah-Aydin, die sie mit Artikeln bedruckte, die diese Zeitung zum Unwetter veröffentlichte. Oder das Werk „Kreislauf“ von Bastian Richter, in dem er Baumstümpfe mit Sägemehl symbolisiert. Holz ist für den gelernten Tischler ohnehin schon immer ein Thema gewesen. „Mit der Arbeit wollte ich die Vergänglichkeit zum Ausdruck bringen, die uns auch Ela in brachialer Weise aufgezeigt hat“, sagt der junge Künstler.

Kuratiert von Professor Milo Köpp ist es die erste Ausstellung im öffentlichen Raum, die die noch junge Hochschule der Bildenden Künste in dieser Form umgesetzt hat. „Nicht zuletzt wollen wir auch zeigen, dass durch den Sturm etwas Neues entstehen konnte – sowohl ein neues Gemeinschaftsgefühl als auch ein verändertes Stadtbild“, sagte Köpp.

Eines der eindrucksvollsten Erinnerungsstücke an den Sturm hat die Natur dabei selbst geschaffen. Aus einem Baumgerippe an der Messelwiese, das der Bürgerverein ganz bewusst vor der Motorsäge schützte, sprießen seit einigen Wochen wieder sattgrüne Blätter.